Oö. Volksblatt: "Zeitgeschichte" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 18. April 2019

Linz (OTS) - Es wäre um die Volkspartei schlecht bestellt, würde sie ein Buch wie jenes von Reinhold Mitterlehner nicht aushalten. Jemand, der einen beträchtlichen Teil seines Lebens auch in den Dienst der ÖVP gestellt hat, darf sich auch darüber Gedanken machen, wie es um diese Partei steht. Dass Mitterlehner zu einem anderen Fazit kommt als viele andere, ist nicht nur kein Widerspruch, sondern das, was er auch selbst im Buch sieht: „Es soll dem interessierten Leser die Möglichkeit bieten, sich eine eigene Meinung zu bilden.“ Oder, wie er an anderer Stelle schreibt: „Demokratie lebt von freier Meinung, Partizipation und der Vielfalt in unserer Gesellschaft.“ Vermutlich lässt sich das Buch mit etwas Abstand anders lesen — wenn nämlich die mediale Aufgeregtheit um das, was den Wechsel an der Parteispitze betrifft, abgeebbt ist. Letztlich soll es ja die Frage beantworten: Wie wurde jemand zu dem, was er ist (beziehungsweise war): Nämlich ein Mensch, der das politische Geschehen in Österreich über viele Jahre maßgeblich mitgestaltet hat. Oder, wie es im Klappentext heißt: Es sei „eine Lebensgeschichte sowie ein Kapitel spannender Zeitgeschichte“.
In Bezug auf die ÖVP wurde nach seinem Rücktritt ein neues Kapitel aufgeschlagen — und auch das wird irgendwann jemand bewerten.

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