Wer auf Gesundheit und Moral achtet, meidet Käfigeier

Osterapell des WTV: Herkunft der Eier berücksichtigen. Zur Ankündigung des LW-Ministeriums zur Deklaration von Lebensmitteln - hoffentlich nicht nur vorösterlicher PR-Gag.

Vösendorf (OTS) - Ostern steht vor der Tür und mit dem Kirchenfest auch in vielem Haushalten Österreichs kulinarische Genüsse. Natürlich legitim, dennoch, sollte aber nicht darauf vergessen werden, dass es zu solchen Feiertagen für Nutztiere meist nichts zu feiern gibt. So nimmt etwa der Konsum von Eiern gerade rund um Ostern stark zu und übertrifft das Angebot. Das heißt: Es werden weit mehr Eier benötigt, als von artgerecht gehaltenen Hühnern gelegt werden können.

Der Wiener Tierschutzverein (WTV) appelliert daher: Achten Sie unbedingt auf die Herkunft der Eier. „In Österreich gibt es seit circa 30 Jahren eine Kooperation zwischen den Geflügelbetrieben und der Tierschutzbewegung. Freilich gibt es aus der Sicht des Tierschutzes immer noch etwas zu verbessern, aber in diesem Bereich ist Österreich - leider anders als bei den Schweinen und Rindern - in allen Segmenten der Produktion über dem EU-Mindeststandard und Vorreiter“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Besondere Vorsicht ist bei verarbeiteten Lebensmitteln angesagt. Wenn nicht ausdrücklich ausgewiesen ist, dass Freilandeier verarbeitet wurden, dann ist so gut wie sicher, dass Käfigeier, meist aus riesigen Agrarfabriken aus Osteuropa, verarbeitet wurden. Ein weiterer Hinweis bei konventioneller Ware, dass es sich um verarbeitete Eier aus Freilandhaltung handelt, ist durch das Siegel „Herkunft gesichert“ gegeben.

Gäste sollen lästig sein

Der WTV empfiehlt auch, beim Speisen in Restaurants konsequent zu sein. „Wenn wir alle immer nachfragen, woher das Spiegelei am Spinat und die Eier auf den Eiernockerln stammen, wird sich die Unsitte in Teilen der Großgastronomie, Billigware von gequälten Käfighühnern zu verwenden, rasch ändern. Eigentlich brauchen wir eine klare Herkunftsdeklaration der verarbeiteten tierischen Produkte im Handel und in der Gastronomie und zwar per Gesetz“, so Petrovic.

Echte Deklaration oder „Luft-Ei“?

Wie am Mittwoch angekündigt wurde, arbeitet das Landwirtschaftsministerium an einem diesbezüglichen Gesetz, zumindest was den Hauptbestandteil verarbeiteter Lebensmittel betrifft. „Wir sind gespannt, denn es handelt sich derzeit um noch nicht geltendes Recht und ich bezweifle, dass es keine Widerstände der Sozialpartner geben wird“, sagt Petrovic. Bislang wurde ein derartiges Vorhaben jedenfalls politisch blockiert - zum Schaden der Arbeitsplätze in der österreichischen Landwirtschaft, zum Schaden der KonsumentInnen und der Tiere. „Wenn Sie also mehr tun wollen als unsere Regierung bislang, dann Finger weg von fertigen Kuchen, Keksen, Pizzas oder Schnitten, die nicht mit Eiern aus geprüfter Tierhaltung erzeugt worden sind und ein entsprechendes Prüfsiegel aufweisen“, so Petrovic. Es bleibe jedenfalls zu hoffen, dass es sich bei der Ankündigung des Ministeriums nicht bloß um ein „Luft-Ei“, quasi einen vorösterlichen PR-Gag, handle.

Standard bei Schweinen und Rindern muss viel höher werden

Den Oster-Appell nutzt die WTV-Präsidentin auch für eine Forderung an die AMA, die österreichische Kooperation mit dem Tierschutz im Geflügelbereich rasch auf alle Nutztiere auszuweiten: „Das AMA-Gütesiegel muss auch im Bereich der Produkte von Schweinen und Rindern eine Qualität deutlich über dem EU-Mindeststandard anzeigen, sonst braucht es kein Gütesiegel“. Nur wenn wir auf regionale und tiergerechte Produktionen geachtet werde, könnten lange Transportwege vermieden werden, und es gäbe eine Chance, dass die Tierschutzbewegung Kontrollfunktionen wie im Eierbereich ausüben könne.

An die Adresse der Regierenden ergeht von der WTV-Präsidentin folgender Hinweis: „Die neue Regierung hat für die Tiere außer einigen kleinen Verbesserungen noch nichts gebracht. Warum es keine Herkunftsdeklaration gibt, warum massenweise qualvoll produzierte Billigware, die nicht einmal den EU-Mindeststandards entspricht, ins Land kommen kann, versteht niemand, außer jene, die mit Tierquälerei Profite machen. Hier in Österreich hat das nichts verloren“, sagt Petrovic.

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