Chefs investieren mehr in sich selbst als in MitarbeiterInnen

509 Personen quer über alle Hierarchieebenen wurden nach ihren Bildungsbudgets befragt. Je höher die Beschäftigten in der Hierarchie stehen, umso mehr Geld gibt es für Schulungen.

Wien (OTS) - Eine Studie der imh GmbH zeigt, dass trotz leichter Konjunkturtrübung österreichische Unternehmen 2019 wieder mehr in Weiterbildung investieren. Dabei gönnen sich Vorgesetzte selbst mehr als sie den MitarbeiterInnen zugestehen. Und: Der Trend geht zu „Blended Learning“.

Laut einer aktuellen Studie des Institut Manfred Hämmerle (imh) steigen die Weiterbildungsbudgets der Unternehmen 2019 wieder an, obwohl sich die Konjunkturaussichten eher eintrüben. Der WEBI, ein Index, der den Stellenwert von beruflicher Weiterbildung in österreichischen Unternehmen misst, erreicht mit 56,0 von 120 möglichen Punkten den zweithöchsten Wert seit Bestehen. Der Index berück­sichtigt dabei insbesondere, ob Unternehmen mehr oder weniger Geld für Schulungen auszugeben bereit sind. Der Wert signalisiert, dass 2019 wieder mehr Geld ausgegeben wird.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Für Vorstände und GeschäftsführerInnen schon

509 Personen quer über alle Hierarchieebenen wurden nach ihren Bildungsbudgets befragt. Es zeigt sich ein Muster: Je höher die Beschäftigten in der Hierarchie stehen, umso mehr Geld gibt es für Schulungen. 36 % der Vorstände und GeschäftsführerInnen planen drei oder mehr Weiterbildungsver­an­staltungen zu besuchen, auf der Mitarbeiterebene sind das nur 21,5 %. Bereichs- und AbteilungsleiterInnen liegen dazwischen: 28,7 % gönnen sich drei oder mehr Weiterbildungsveranstaltungen. Über alle Hierarchieebenen hinweg sind im Durchschnitt zwei Schulungen pro Jahr geplant, das gilt für 31,6 % aller Befragten.

Für GeschäftsführerInnen und Vorstände sind Schulungen wichtiger als für MitarbeiterInnen

Diese Werte korrelieren mit den Aussagen über den generellen Wert und die grundsätzliche Bedeutung von Weiterbildungsveranstaltungen: Vorstände und GeschäftsführerInnen sagen mit großer Mehrheit (71,9 %), dass Weiterbildung „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ist, während das auf der Mitarbeiterebene nur für 40,1 % der Befragten gilt. Die Bereichs- und AbteilungsleiterInnen liegen auch hier wieder dazwischen: Der Wert beträgt 51,3 %.

Blended Learning als Standard: 83 % glauben an die Kombination „klassisch und online“

Der Trend bei den Schulungen geht eindeutig in Richtung „Blended Learning“. Das meint die Kombination von klassischen und digitalen Weiterbildungsformaten: Blended Learning verbindet elektronische Lernformen mit sozialen Komponenten der Face-to-Face-Kommunikation. Das wird in der Weiterbildung in den nächsten fünf Jahren zum Standard: Dieser Ansicht sind 83 % der Befragten. Nur 6 % erwarten sich eine komplette Umstellung auf „digitale Schulungen“. An rein „analoge Weiterbildungen“ glauben nur 8 %.

Der imh Weiterbildungsindex (WEBI)

Der imh Weiterbildungsindex (WEBI) misst jährlich die Bedeutung von beruflicher Aus- und Weiterbildung in Unternehmen. Befragt werden Vorstände, GeschäftsführerInnen, AbteilungsleiterInnen und MitarbeiterInnen aus österreichischen Unternehmen aller Branchen. Der imh Weiterbildungsindex (WEBI) 2019 hat den Wert von 56,0 von 120 möglichen Punkten. Im Jahr davor betrug der Wert 53,6 Punkte. Die Bewertungskriterien sind der Stellenwert von Weiterbildung, die Anzahl der geplanten Veranstaltungsbesuche und die Veränderung des Bildungsbudgets. Im Vergleich zum Vorjahr ist der WEBI um beachtliche 2,4 Prozentpunkte gestiegen. Jedes Jahr werden Zusatzfragen gestellt: Heuer unter anderem zu praktischen Erfahrungen mit und Erwartungen an digitale Lernformen.

Die gesamten Befragungsergebnisse finden Sie unter https://www.imh.at/weiterbildungsindex

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