„Fleischeslust und Gaumenfreuden – Kochen für Pessach und Ostern“ in „kreuz und quer“ – am 16. April ab 22.35 Uhr in ORF 2

Danach: „Eine fast unmögliche Freundschaft“ – Rabbi Schlomo Hofmeister, Pfarrer Ferenc Simon und Imam Ramazan Demir reisten ins Heilige Land

Wien (OTS) - Pessach und Ostern: Diese zentralen Feste des jüdisch-christlichen Kulturkreises sind mehr als alle anderen Feiertage nicht zuletzt geprägt durch gemeinsames Essen von Spezialitäten mit Symbolcharakter. Das Seder-Mahl am Pessachabend folgt einer streng vorgegebenen Ordnung, strotzt vor Bedeutung und Hinweisen – und wird auf ganz spezielle Weise zubereitet. Auch die Osterwoche kennt mehr Speisenvorschriften als jede andere Zeit des Jahres. Für den Festschmaus zum christlichen Osterfest gibt es zwar keine verbindlichen Vorschriften – aber dennoch religiöse Gründe, dieses Fest auch in der profanen Tischgemeinschaft hochzuhalten. In der Karwoche zeigt „kreuz und quer“ mit Christian Kuglers Film „Fleischeslust und Gaumenfreuden – Kochen für Pessach und Ostern“ am Dienstag, dem 16. April 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 eine jüdisch-christliche Begegnung für Feinschmecker und Sinnsucher.

Um 23.05 Uhr folgt Peter Beringers Film „Eine fast unmögliche Freundschaft“: Treffen einander ein Rabbi, ein Pfarrer und ein Imam … Was wie der Beginn eines Witzes klingt, hat sich tatsächlich ereignet: „kreuz und quer“ hat die drei Herren aus Österreich ins Heilige Land begleitet, wo sie gemeinsam die bedeutendsten Pilgerorte ihrer Religionen aufgesucht und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religionen gesprochen haben: Rabbi Schlomo Hofmeister, Pfarrer Ferenc Simon und Imam Ramazan Demir.

„Fleischeslust und Gaumenfreuden – Kochen für Pessach und Ostern“ – Ein Film von Christian Kugler

Um den kulinarischen Besonderheiten von Pessach und Ostern auf die Spur zu kommen, führt „kreuz und quer“ u. a. in die Küche der prominenten jüdischen Gastronomin Haya Molcho, die gemeinsam mit ihrem Mann Samy Molcho den Seder-Abend vorbereitet. Dabei rekrutiert sie nicht nur Timna Brauer, sondern auch zwei Küchengehilfen nicht jüdischen Glaubens: den evangelischen Bischof Michael Bünker und den emeritierten Abt des Stiftes Altenburg Christian Haidinger – übrigens Vegetarier seit frühester Kindheit. Die Altenburger Sängerknaben steuern musikalische Untermalung bei und verkosten vor der Kamera auch das Ostermenü, das speziell für sie in der Stiftsküche zubereitet wurde. Der Film zeigt, dass sich Ostern von Pessach wohl genauso wenig völlig trennen lässt wie der christliche Glaube von seinem jüdischen Fundament. Die Auszugsgeschichte der Israeliten ist auch ein wesentliches und tragendes Element des christlichen Osterfestes. Dieses hat sich – regional unterschiedlich – auch kulinarisch ausgeprägt. So wird die in Kärnten oft sogenannte „Fleischweihe“ unter Katholiken scherzhaft als „achtes Sakrament“ bezeichnet. Immer dabei: der Kren, der im christlichen Kontext an die Leiden Christi erinnert – sich aber auch am Seder-Teller des Pessach-Festes findet. Dort erinnert er an die bittere Knechtschaft in Ägypten. Jenseits dieser semi-liturgischen, eher folkloristischen Tradition der Fleischweihe gibt es inhaltlich noch etliche christliche Anknüpfungspunkte an das jüdische Pessachfest; denn ohne dieses ist das christliche Osterfest gar nicht denkbar. Und gerade auch die Speisengebräuche zu den großen Befreiungsfesten beider Religionen sind ein klarer kulinarischer Beleg für ihre Verbindung.

„Eine fast unmögliche Freundschaft“ – Ein Film von Peter Beringer

Mit ihrer Reise unternehmen Rabbi Schlomo Hofmeister, Pfarrer Ferenc Simon und Imam Ramazan Demir – gemeinsam mit Studierenden – einen scheinbar unmöglichen Versuch. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung stehen einander die drei Religionen distanziert gegenüber. Zudem bedeutet die Befolgung der Regeln der jeweiligen Religion auch, sich abzugrenzen: Männer von Frauen, Muslime von Juden, Juden von Christen. Es bedeutet unterschiedliche Zeiten einzuhalten, in denen man betet, fastet, arbeitet, keiner Arbeit nachgehen soll. Es bedeutet, bestimmte Orte nicht aufsuchen zu dürfen. Es bedeutet, dass Gemeinsamkeit oft nicht möglich ist. Dass dennoch nicht nur ein Nebeneinander, sondern ein Miteinander und sogar Freundschaft über Religionsgrenzen hinweg möglich ist, dokumentiert der Film „Eine fast unmögliche Freundschaft“.

Zur Route der Reisegruppe gehören die wichtigsten Heiligtümer der drei abrahamitischen Religionen: West- oder Klagemauer und Davidsgrab, Grabeskirche und Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom; Betlehem, Geburtsort Jesu, und Hebron, Begräbnisort des Patriarchen Abraham, auf den sich alle drei Religionen berufen. Der Ölberg, wo nach Überzeugung aller entweder am Ende der Zeiten der Messias erscheinen soll – oder schon erschienen ist. Sie gelangen nach Abu Gosch, ein arabisches Dorf in Israel, in dem Araber und Juden weitgehend ohne Probleme zusammenleben und sich die Benediktinermönche des dort ansässigen Klosters in dieses Miteinander einbringen, und Masada am Toten Meer, Ort eines verzweifelten Kampfes der Juden gegen die römischen Besatzer um 70 nach Christus.

Gemeinsam besuchen Rabbi, Pfarrer und Imam die Heilige Stadt und die heiligen Stätten der unterschiedlichen Religionen, sie zeigen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit, diskutieren untereinander und mit Fremden über religiöses Leben und religiöse Praxis, und sie leben auch die Unterschiede. Dass dennoch das Gemeinsame im Vordergrund steht, ist keineswegs selbstverständlich, sondern sehr brisant – vor allem vor dem Hintergrund des politischen Nahostkonflikts, der auch das Friedenspotenzial der drei Religionen herausfordert. Wie sich auf der Reise zeigt: Diese Grenzen des Dialogs sind zugleich Anhaltspunkte, hier kann man einhaken, fragen, hinterfragen, einander kennenlernen und besser verstehen. Jeder hat eine ganz eigene Version der menschlichen Geschichte und der Geschichte der eigenen Religion – und der Religion des anderen. Das kann trennen, den Blick auf die Sicht des Nächsten verdecken. Doch indem man es gegenseitig erklärt, eröffnet sich auch eine Möglichkeit, trotz der Unterschiede zusammenzuleben – auch in Europa.

Christentum, Islam, Judentum: Die gegenseitigen Begegnungen waren über Jahrhunderte oft von Verdächtigungen und Distanz, Feindschaft und Unterdrückung der jeweils Andersgläubigen und sogar von Krieg geprägt. In vielen Weltgegenden ist das Zusammenleben bis heute mehr als schwierig; Feindschaft und selbst Vertreibungen haben in den vergangenen Jahrzehnten wieder an Brisanz zugenommen. Religion wird für politische Zwecke instrumentalisiert. Zugleich ist Religion in Gefahr, politische Macht für sich zu nützen. Dass es den drei großen monotheistischen Religionen dennoch möglich ist, sich zu verständigen, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und zu einem produktiven Zusammenleben zu kommen, das wollten der Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, der katholische Pfarrer Ferenc Simon und der Imam und islamische Gefängnisseelsorger Ramazan Demir beweisen – durch ihre gemeinsame Reise ins Heilige Land. Ein Film über das nicht immer leichte, aber mögliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen.

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