Wohl von Kindern massiv gefährdet! IndividualpsychologInnen kritisieren die neue Sozialhilfe

Wer die Geschichte unserer staatlichen Sozialpolitik kennt, der weiß, dass die minimalste Förderung von Armenschutz, der schäbigste Fortschritt in den Arbeiterschutzgesetzen den maßgebenden Kreisen abgetrotzt und abgerungen wurden.“ 
Alfred Adler

Wien (OTS) - Ein Ziel einer menschenwürdigen Gesellschaft ist es, die materielle Existenz und die Chancen aller Kinder zu gewährleisten. Ein verachtenswertes Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu stigmatisieren und Familien in Armut bewusst weiter zu schwächen.

Die Fakten sind bekannt: Die Regierung verschlechtert aktuell die Lebenssituation von tausenden Kindern in Österreich. Die neue Sozialhilfe kennt nicht einmal mehr ein Existenzminimum. Doch Menschen überleben nur, wenn sie wenigstens das Nötigste haben. Eine reiche Gesellschaft, wie jene Österreichs, die ihnen auch dies verweigert, ist arm an Werten, und politischem Gestaltungswillen. Wenn es keine Mindeststandards für Kinder mehr gibt, sondern nur nach unten ungesicherte Kann-Leistungen, dann verabschiedet sich die Politik von ehemals statussichernden Leistungen. Nur Almosen soll es noch geben. Das fatale Ergebnis des politischen Schikanierens der Schwächsten sind höhere Gesundheitskosten für die Allgemeinheit zu einem späteren Zeitpunkt. Denn die Missachtung des Kindeswohles wird zu mehr psychischen Störungen führen, die das Gesundheits- und Sozialbudget belasten.

In unserer täglichen therapeutischen Arbeit treffen wir immer öfter auf Kinder, die eine Vielzahl von aus Armut resultierenden Schwierigkeiten haben. Sie halten mit ihren Altersgefährten nicht mit, sie können nicht teilhaben an den üblichen kulturellen Möglichkeiten und sie spüren schmerzhaft die Beschämung ihrer Familien. Kinder empfinden die Ausgrenzung ihrer Eltern besonders feinfühlig und dies lähmt sie in der eigenen Entwicklung und der Möglichkeit ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Der Österreichische Verein für Individualpsychologie (ÖVIP) wendet sich gegen eine menschenverachtende Politik. Der Begründer der Individualpsychologie, Alfred Adler, wusste schon vor über hundert Jahren: Wer die Geschichte unserer staatlichen Sozialpolitik kennt, der weiß, dass die minimalste Förderung von Armenschutz, der schäbigste Fortschritt in den Arbeiterschutzgesetzen den maßgebenden Kreisen abgetrotzt und abgerungen wurden.“

Der ÖVIP fordert daher entschieden eine Rückkehr zur Mindestsicherung und einen Ausbau an niederschwelligen Versorgungsangeboten für psychisch kranke Kinder. Noch ist eine Politik der Menschenwürde und der Vorrangigkeit des Kinderwohls möglich: Das Mindeste hierbei ist, armen Kindern nicht auch noch das Mindeste zu nehmen.

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