NEOS Wien: Kassenärztemangel endlich beheben!

Versorgungsengpass bei Vertragsärzten zwingt Menschen, privat zu zahlen

Wien (OTS) - Das österreichische Gesundheitssystem entwickelt sich zunehmend in Richtung eines Mehrklassensystems. In Wien ist die Situation besonders gravierend. Rückblickend auf den Zeitraum 2010 bis 2018 sehen wir einen Rückgang bei den Vertragsärzten von 1.747 auf 1.606, während die Zahl der Wahlärzte von 3.033 auf 3.737 gestiegen ist.

Besonders gravierend ist die Entwicklung beispielsweise bei den Kinderärzten. Hier war 2010 das Verhältnis Kassenarzt – Wahlarzt noch 91 gegenüber 76, während 2018 bei nur noch 79 Kassenärzten bereits 126 Wahlärzte tätig sind, kritisiert NEOS Wien Klubobmann Christoph Wiederkehr: „Leidtragende dieser Verknappungspolitik sind die Wienerinnen und Wiener, die für ihre Sozialversicherungsbeiträge immer schlechtere Leistungen bekommen. Jungen Eltern bleibt dadurch - wenn sie es sich leisten können - oft nur die Flucht in den Wahlarztsektor oder in die Zusatzversicherung - oder der Gang ins Spital, der das System deutlich stärker belastet als der niedergelassene Arzt. Das ist wahrlich kein Ruhmesblatt, gerade für eine sozialdemokratisch regierte Stadt!“

Wiederkehr fordert den massiven Ausbau der Primärversorgungseinrichtungen: „Derzeit gibt es nur 2 von 16 geplanten PVEs in Wien – die Stadtregierung ist hier säumig! Wir wollen eine Umschichtung im Budget, um zweckgewidmet diese PVEs errichten zu können. Wichtig ist, dass künftig bei jedem Stadtentwicklungsgebiet ein PVE von Anfang an mitgeplant wird!“

NEOS Gesundheitssprecher Gerald Loacker fordert nach dem Vorbild Dänemarks, dass Patienten ihre Wahlarztkosten zur Gänze über die Kassen abrechnen dürfen, wenn die Kasse in angemessenem Zeitraum keine wohnortnahe kassenärztliche Behandlung gewährleisten kann: „Ziel ist, dass die Kassen dahingehend unter Druck gesetzt werden, endlich eine flächendeckende Versorgung herzustellen. Sie glauben gar nicht, wie schnell das dann gehen würde!“

Weitere NEOS Forderungen:

Die ärztliche Ausbildung muss stärker auf den niedergelassenen Bereich fokussieren.

Die Wiener Gebietskrankenkasse soll dafür sorgen dass jedem Wiener Vertragsarzt, der derzeit z.B. nur KFA-Patienten behandelt, auch ein WGKK-Vertrag angeboten wird.

Umschichtung der finanziellen Mittel aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich über die Landeszielsteuerung.

Finanzierung des Gesundheitssystems aus einer Hand ist langfristig die einzige Möglichkeit, sinnvolle Steuerungsmaßnahmen durchführen zu können.

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