Waitz zu Geflügelfleischskandal: Verpflichtende Kennzeichnung von Fleisch in der Gastronomie dringend notwendig

Grüne: Steuergeld für Tierleid ist ein absolutes No-Go

Brüssel/Wien (OTS) -

„Wir kämpfen in Österreich seit vielen Jahren für hohe Tierschutzstandards – und es ist schon einiges geschehen. Gleichzeitig werden zigtausende Tonnen Hühnerfleisch, das unter miserablen Bedingungen hergestellt wurde, aus der Ukraine in die EU importiert. Dass die österreichischen Produzenten da Marktanteile verlieren, ist wohl logisch,“ sagt Thomas Waitz, Biobauer und EU-Abgeordneter der Grünen.

Waitz hat gemeinsam mit der Kampagnen-Organsiation Shifting Values aufgedeckt, dass MHP, der größte ukrainische Geflügelkonzern, die EU-Importbestimmungen umgeht und den europäischen Markt mit Hühnerfleisch überschwemmt. Die Expansionsbestrebungen des Konzerns wurden unter anderem mit Krediten der EIB (European Investment Bank) und der EBRD finanziert. Derzeit wird in der EBRD beraten, ob die Übernahme eines slowenischen Unternehmens durch MHP finanziert werden soll.

„Das sind öffentliche Gelder, die dafür verwendet werden, unsere eigene Hühnerfleischproduktion durch Billigimporte kaputtzumachen – und noch dazu unterstützen wir damit unvorstellbares Tierleid, schlechte Arbeitsbedingungen und die Zerstörung der Umwelt in der Ukraine“, so Waitz.

Die Grünen fordern daher, dass öffentliche Gelder in Zukunft vollständig an Tierwohlkriterien geknüpft werden. Das muss für Investitionsbanken genauso gelten wie für das Beschaffungswesen und die Zahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik.

Zudem muss es endlich eine verpflichtende Kennzeichnung von allen tierischen Produkten auch in der Gastronomie geben. Die freiwillige Kennzeichnung, die Ministerin Köstinger vorschwebt, reicht nicht aus.

„Wenn das Hühnerschnitzerl auf dem Teller aus einem ukrainischen Massentierhaltungsbetrieb stammt, dann haben wir derzeit kein Recht darauf, das zu erfahren. Eine verpflichtende Kennzeichnung unterstützt unsere heimischen Produzenten und verhindert, dass die Bürgerinnen und Bürger Fleisch vorgesetzt bekommen, das mit unvorstellbarem Tierleid hergestellt wurde. Ministerin Köstinger ist aufgefordert, hier sofort zu handeln“, so Waitz.

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Referentin für Agrarpolitik
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