Die MA 22 freut sich über die erfolgreiche Krötenvermehrung in Wien

Kröten sollen sicher wandern können

Wien (OTS) - Im Frühling, wenn die Temperaturen in der Dämmerung wieder steigen, beginnt die Wanderung der Amphibien zu ihren angestammten Laichgewässern. Witterungsbedingt erfolgt sie heuer über einen größeren Zeitraum, weshalb die oft spektakulären Massenwanderungen bisher ausgeblieben sind. Erd- und Wechselkröte sind zum Teil schon an den Heimatgewässern angekommen und mancherorts sind schon die ersten Kaulquappen unterwegs.

Die meist frequentierten Amphibien-Wanderstrecken in Wien finden sich um 2., 14., 17. und 21. Bezirk. Vor allem bei feuchtem Wetter und milden Temperaturen sind dort im Frühling viele Amphibien unterwegs. Die bei den Kröten beliebtesten Straßenquerungen sind durch Hinweisschilder gekennzeichnet, um zu achtsamer Fahrweise anzuregen, denn: Selbst der Luftzug eines vorbeifahrenden Autos kann für die Tiere schon tödlich sein – bitte langsam fahren!

An vielen der Krötenwege hat die Wiener Umweltschutzabteilung-MA 22 bereits Leitsysteme und Krötentunnel errichtet, die auch von anderen Kleinetieren, wie Igeln oder Füchsen, gerne genutzt werden. Die Leitsysteme bestehen aus einer Art Zaun, die die Tiere zur sicheren Unterquerung geleitet. Solche permanenten Amphibienschutzanlagen befinden sich zum Beispiel in der Aspernallee im Wiener Prater, an der Exelbergstraße oder am Bisamberg.

Die Amphibienleitsysteme der MA 22 werden vor jeder „Krötensaison“ kontrolliert und bei Bedarf repariert, gereinigt und vor dem Zuwachsen mit Sträuchern bewahrt. Zuletzt wurde die in die Jahre gekommene Kröten-Leithilfe im Rosental mit Unterstützung des Wiener Land- und Forstwirtschaftsbetriebs der Stadt Wien (MA 49) und der Abteilung für Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) einer Runderneuerung unterzogen. So wird die Funktionalität der Anlagen gewährleistet, damit Kröte und Salamander auch im nächsten Jahr wieder sicher an ihr Ziel gelangen.

Alle Wiener Amphibienarten stehen unter Schutz

In Wien leben 17 Arten von Amphibien, darunter häufiger gesichtete wie die Erdkröte und ganz seltene wie der Donau-Kammmolch. Auch Feuersalamander, Knoblauchkröte, Laubfrosch, Grasfrosch und diverse Wasserfrösche bevölkern in Wien zahlreiche Lebensräume. Alle Amphibienarten sind in Wien vom Laich bis zum ausgewachsenen Tier streng geschützt. Bedroht sind sie durch Lebensraumverlust, Pestizide, steigenden Fischbesatz in Gewässern und, vor allem zur Zeit der Laichwanderung, durch den Straßentod. Viele Amphibien stehen deshalb auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Um den Amphibien das Leben zu erleichtern, setzt die Stadt Wien im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramms Netzwerk Natur gezielte Fördermaßnahmen für Lurche und ihre Lebensräume. Dazu zählen extra angelegte Biotope für Kröten ebenso wie die oben genannten Amphibienanlagen für eine sichere Straßenunterquerung.

Im eigenen Garten können die nützlichen Tiere selbst an kleinen Biotopen Zuflucht finden und Strukturen wie Totholz oder Laubhaufen als Versteckmöglichkeit nutzen. Die Amphibien danken es mit melodiösem Gesang und bekämpfen nebenbei ganz natürlich Gelsenlarven im stehenden Gewässer.

Broschüre über Wiener Amphibien gratis bestellen

Der Folder "Amphibien in Wien. Ein Leitfaden" kann bei der der Wiener Umweltschutzabteilung kostenlos bezogen werden, entweder als Download unter www.umweltschutz.wien.at oder als Broschüre unter 01/4000-73420.

Mehr Informationen zu den Wiener Amphibien unter www.umweltschutz.wien.at/naturschutz/biotop/geschuetzt/lurche.html

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/presse/bilder

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Silvia Kubu
Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
Telefon: +43 1 4000 73426
E-Mail: silvia.kubu@wien.gv.at

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