E-Day 2019 der Wirtschaftskammer Österreich: Nachlese zu den branchenspezifischen Schwerpunkten

Banken, Gewerbe/Handwerk, Handel, Information und Consulting, Mobilitätsbranche, Tourismus – das waren die Panels der WKÖ-Bundessparten beim E-Day 2019

Wien (OTS) - Der E-Day ist seit mehr als 20 Jahren die erfolgreichste E-Business-Veranstaltung Österreichs. Veranstaltet wird er von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Wirtschaftskammer Wien (WKW). In den Informations- und Vortagsblöcken der WKÖ-Bundessparten standen Digitalisierung, Technologien und Instrumente sowie deren Nutzen für Unternehmen (und Kunden) des jeweiligen Wirtschaftszweiges im Fokus.

Auftakt zu #HANDELdigital, dem Coachingprogramm für Einzelhandelsunternehmen

Iris Thalbauer, WKÖ-Geschäftsführerin der Bundessparte Handel, präsentierte am E-Day das Coachingprogramm #HANDELdigital. Der E-Day19 stellte zugleich auch den Auftakt für #HANDELdigital dar. Das Coachingprogramm, ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen Roadshow „Handel goes www“ und dient dazu, Handelsunternehmen in den verschiedensten Bereichen digitalisierungsfit zu machen. „Nicht jedes Unternehmen braucht einen ausgeklügelten Webshop“, betonte Thalbauer: „Aber es ist unbedingt notwendig, dass der Händler im Netz sichtbar ist, um seinen Kunden dort abzuholen.“ Weiters sieht Thalbauer als Interessenvertreter die Entwicklungen in der Digitalisierung dreigeteilt. „Zum einen“, so Thalbauer „stehen natürlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen - sprich faire Wettbewerbsbedingungen - für uns im Vordergrund. Aber natürlich sind uns auch Bildung und Service ein großes Anliegen, weshalb wir auch das Coachingprogramm #HANDELdigital ins Leben gerufen haben. Wir wollen die Unternehmen beim Einstieg in die Digitalisierung und auch beim Ausbau ein Stück weit begleiten und individuell auf Ihre Bedürfnisse eingehen.“ Das Coachingprogramm wird in Kooperation mit starken Partnern durchgeführt: Neben dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen und der Firma CRIF, dem Unternehmen für Bonitätsauskünfte, ist auch die Digitalisierungsagentur (DIA) mit an Bord. „Wir freuen uns ganz besonders, dass das Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort die Digitalisierungsoffensive für Handelsunternehmen unterstützt“, hielt Thalbauer fest.

In seinem Vortrag „Datengetriebene KMU handeln erfolgreicher“ brachte Markus Miklautsch (edvART.com) seine aus Coaching von Google und Amazon erworbene Expertise ein: „KMU sind nicht getrieben von Daten, sondern können mit Hilfe von Daten aktiv ihre Prozesse verändern und Verkäufe optimieren.“ Johannes Vogelhuber gab im Anschluss einen Überblick über die 5 Goldenen Regeln im Onlinehandel, erklärte die unterschiedlichen Möglichkeiten online zu handeln, ging auf Parameter wie Auffindbarkeit und Alleinstellungsmerkmal ein und widmete sich auch den Themen „Kundengewinnung & Marketing“ sowie „Weiterbildung & Förderungen“.

Gewerblicher Einsatz von Flugdrohnen: Von der Sensation zum Alltäglichen

Im Rahmen der Schwerpunktveranstaltung der Bundessparte Gewerbe und Handwerk stand der gewerbliche Einsatz von Flugdrohnen im Mittelpunkt. „Der Einsatz dieser Flugobjekte ist für viele Branchen bereits Alltag. Egal, ob es sich um den Katastropheneinsatz dreht oder um Laserscans für Vermessung und Bestandsaufnahme, die Einsatzgebiete für Drohnen werden immer breiter“, sagte Renate Scheichelbauer-Schuster im Rahmen der Veranstaltung des EDay19. Denn neben den vielfältigen Chancen durch den Drohneneinsatz steigt die Anzahl von gefährlichen Situationen im Luftraum. Philipp Knopf von Skyability, einem Full-Service Anbieter im Bereich professioneller Drohnendienstleistungen, berichtete über Drohnen im Personenschutz in anspruchsvollen Einsatzgebieten. Im Fokus des Vortrages von Benjamin Hetzendorfer, ÖAMTC, standen Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit dem Drohneneinsatz. Missverständnisse beim Drohneneinsatz betreffen etwa die Einsatzgebiete für einen Drohnenflug. „Denn trotz luftfahrtrechtlicher Bewilligung müssen Flugverbotszonen bei Flughäfen, militärischen Einrichtungen oder Krankenhäusern beachtet werden. Zudem spielen auch Persönlichkeitsrechte, Nachbarrechte und der Datenschutz eine Rolle bei Drohnenflügen“, so Hetzendorfer. Über die Drohnendetektion über Multisensornetzwerken berichtete Alexander Kiss von ÖWD SECURITY & SERVICES. Welche „Fake News“ es über Drohnen gibt, darüber informierten Hannes Fischler und Dominique Niederkofler, AIR&MORE OG. Damit eng verbunden ist die Klärung wichtiger rechtlicher und versicherungstechnischer Fragen. Den spektakulären Abschluss bildete eine Live-Drohnenvorführung vor dem WKÖ-Gebäude mit einer Drohnendetektion.

Tourismus, Digitalisierung, Innovation: Menschen gezielt und individuell ansprechen

Die Digitalisierung stellt auch den Tourismus vor neue Herausforderungen. Der Wettbewerb wird härter und innovationsgetriebener, Daten und ihre Vernetzung werden immer wichtiger. Die Österreich Werbung (ÖW) begleitet und unterstützt die Branche bei diesem Transformationsprozess. Auf Einladung der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft stellten Tanja Ferner (Marketing Performance & Data Analytics) und Marlene Urbann (Social Media, Influencer & Community Management) beim E-Day 2019 einige spannende Digitalisierungs-Projekte aus der ÖW vor, etwa die Kooperation mit easybooking: Dabei erhält die ÖW in Echtzeit Daten zu Anfragen und Buchungen für Urlaub in Österreich. Oder das „Performance Dashboard“, ein Business Intelligence Tool, das sämtliche Daten aus allen Marketing- und Kommunikationskanälen bündelt – online, offline und aus Social Media. „Die große Herausforderung - wenn nicht Anforderung - ist, unterschiedlichste Daten zu sammeln, zu analysieren, zu interpretieren. Immer mit dem Ziel, aus den Daten zu lernen und das Wissen effektiv zu nutzen“, erklärte Ferner. „Am Ende zählen immer die Menschen, unsere potenziellen Gäste, die wir gezielt und pro Markt individuell über digitale Kanäle inklusive Social Media ansprechen“, ergänzte Urbann. In Zukunft wird die ÖW noch mehr auf Digitalisierung fokussieren und setzt daher aktuell das Futurelab Next Level Tourism Austria (kurz NETA) auf. Die Ziele: Awareness schaffen, bestehende Lösungen implementieren und Prototyping für spannende Innovationen betreiben.

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und Vertreterin der rund 90.000 österreichischen Tourismusbetriebe, hielt fest: „Ja, die Freizeitgewohnheiten und das digitale Nutzungsverhalten der Gäste ändern sich - ebenso wie die technischen Möglichkeiten, die für die Betriebe im international härter werdenden Wettbewerb neue Märkte und Chancen eröffnen.“ Es sei notwendig, dass Tourismusbetriebe ihre Geschäftsmodelle an die Digitalisierung anpassen und in die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. „So können wir die Möglichkeiten der rasant fortschreitenden Digitalisierung für den Tourismusstandort Österreich – etwa durch Individualisierung von Angeboten - optimal nutzen“, zeigte sich Nocker-Schwarzenbacher überzeugt.

Seit 314 Tagen gilt in Österreich die Datenschutzgrundverordnung #DSGVO

Seit knapp einem Jahr gilt nun das neue Datenschutzrecht in Österreich. Viele Wogen haben sich geglättet. Jetzt geht es aber um die laufende praktische Umsetzung in den Betrieben. Ein wesentlicher Aspekt dabei sind entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Daten. Aus Expertensicht sollten Unternehmen die verpflichtenden Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für personenbezogene Daten nutzen und diese auf alle firmeninterne Daten ausweiten. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren enorm davon, wenn sie Struktur und Sicherheit in die Unternehmensprozesse bringen“, sagte IT-Sicherheitsexperte Experte Manfred Wöhrl in seinem Vortrag beim E-Day 2019. Die Bundessparte Information und Consulting, die Wöhrl eingeladen hat, unterstützt Unternehmen mit Know-How dabei ihre Betriebssicherheit in Angriff zu nehmen: etwa mit dem „Leitfaden für technische und organisatorische Maßnahmen“, IT-Sicherheitshandbücher, diverse Online-Ratgeber und Webinar-Videos, die über die Websites www.it-safe.at und www.wko.at/datenschutzservice zu erreichen sind.

Bankenvertreterin Gfall-Gapp: „Zukunftsweisende Technologien für größere Effizienz, mehr Transparenz und höchstmögliche Sicherheit“

Auf Einladung der Bundessparte Bank und Versicherung der WKÖ sprach Kathrin Gfall-Gapp, Head of Transaction Documentation der Erste Group Bank AG, am E-Day über technologiebasierte Lösungen und warum man darauf (auch) setzt: „Für die Erste Group liegt der Sinn von innovativen und technologiebasierten Lösungen darin, unseren Kunden ganz konkrete und direkte Vorteile zu bringen. Das tun wir im Privatkundensegment vor allem durch unsere Plattform George. Aber auch unseren Kunden im Kapitalmarkt-Bereich – neben Unternehmen, auch Financial Institutions, Emittenten der öffentlichen Hand sowie Investoren – wollen wir größere Effizienz, mehr Transparenz und höchstmögliche Sicherheit bieten, indem wir zukunftsweisende Technologien gezielt einsetzen. Dazu zählt auch die Blockchain-Technologie. Wir haben im vergangenen Herbst die erste in Europa ausschließlich auf Blockchain basierende Kapitalmarktemission erfolgreich auf den Markt gebracht. Das Wissen und die Erfahrung, die wir dabei gesammelt haben, entwickeln wir weiter, damit unsere Kunden von dieser Innovation profitieren können. Dabei leisten wir auch einen Beitrag dazu, den Kapitalmarkt in unserer Heimregion zukunftsfit zu gestalten.“

Verkehr: Gesellschaftliche Trends stellen Mobilität vor neue Herausforderungen

Im Bereich Mobilität sind es vor allem zwei große gesellschaftliche Trends, die für einen Wandel der Verkehrsbranche sorgen. Das ist zum einen die zunehmende Alterung der Bevölkerung, zum anderen die Urbanisierung: „Bis 2050 werden rund 35 Prozent der europäischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein und 15 Prozent über 80 Jahre. Zugleich werden etwa 80 Prozent in großen Städten leben. Das verändert das Mobilitätsbedürfnis“, illustriert es Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, beim E-Day-Pannel „Connected Mobility“. Um entsprechende Antworten zu finden, braucht es auch digitale Lösungen wie etwa Artificial Intelligence sowie die Vermittlung digitaler Kompetenzen in Lehre und Schule. „Und wir müssen uns in Europa endlich mit dem Thema Big Data auseinandersetzen. Derzeit hinken wir den USA bei der Sammlung von großen Datenmengen, die es für die Entwicklung von Algorithmen braucht, massiv hinterher“, so Klacska.

Zum Nachlesen und Nachschauen - das war der #eday19

Aufzeichnungen der Livestreams, Videos und Präsentationen vom E-Day:19 werden die in Kürze auf http://www.eday.at zum Nachsehen zur Verfügung stehen. Darüberhinaus lassen sich Vorträge und Diskussionen auch bei Twitter mit dem Hashtag #eday19 nachlesen. (PWK199/JHR)

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