Androsch: Regierung stellt sich gegen Schutzkorridor bei der Errichtung von Atommüll-Endlagern in Grenznähe

SPÖ fordert von Regierung mehr Einsatz für den Schutz der Bevölkerung

Wien (OTS/SK) - Die Tschechische Republik plant die Errichtung eines grenznahen Atommüll-Endlagers. Derzeit läuft intensiv die Standortfindung. Aktuell werden neun Standorte von Seiten der Tschechischen Regierung geprüft, von denen letztendlich ein bis zwei Standorte für die Umsetzung in Frage kommen werden. „Die Lagerung von Atommüll ist eine Frage, die zur Zeit sehr heiß diskutiert wird. Es gibt nur wenig Wissen darüber, auf welche Weise derart gefährlicher radioaktiver Müll dauerhaft sicher gelagert werden kann“, so SPÖ-Abgeordneter Maurice Androsch. ****

Schon im Oktober wurde von Seiten der SPÖ ein Antrag im Nationalrat eingebracht, der einen Schutzkorridor von 100 Kilometer rund um die österreichische Staatsgrenze fordert, wenn ein Atommüll-Endlager errichtet werden soll. „Dass der bereits angefallene Atommüll gelagert werden muss, ist für jeden klar. Nur steht für uns die Sicherheit unserer Bevölkerung und der Umwelt an oberster Stelle. Daher ist ein Atommüll-Endlager in unmittelbarer Grenznähe für die SPÖ undenkbar“, so Androsch.

Der von der SPÖ eingebrachte Antrag wurde dem Umweltausschuss zugewiesen und nicht beschlossen, sondern vertagt. In der letzten Nationalratssitzung wurde von Seiten der SPÖ in einem Entschließungsantrag dieser 100 km Schutzkorridor erneut gefordert. Trotz der Ankündigung des ÖVP-EU-Kandidaten Lukas Mandl, sich für einen entsprechenden Schutzkorridor einzusetzen, haben die Regierungsparteien ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie lehnten den Vorstoß der SPÖ zur Errichtung eines 100 Kilometer Schutzkorridors rund um Österreich bei der Errichtung von Atommüll-Endlagern in Nachbarstaaten ab.

„Die ÖVP verbreitet, wenn es um Atomenergie geht, gerne Unwahrheiten. Wenn es aber darum geht, ein klares Zeichen zu setzen, ist ihnen die Bevölkerung, vor allem in Grenznähe, egal“, so Androsch, der in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass spätestens 2025 ein Atommüll-Endlager in Grenznähe gebaut werden soll. Es ist höchst an der Zeit, dass die Bundesregierung sich ernsthaft für den Schutz unserer Bevölkerung und der Umwelt einsetzt. (Schluss) ls/rm/mp

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