SPÖ Kärnten: Jugend will Verschwendung von Lebensmitteln verhindern

Herr, Kaiser, Sucher: Jugend fordert europaweite Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung und Maßnahmen für nachhaltige und verantwortungsvolle Umweltpolitik.

Klagenfurt (OTS) - Mit dem Weckruf „Wach auf Europa: Lebensmittel verwenden statt verschwenden!“ luden die EU-JugendkandidatInnen der SPÖ, Julia Herr und Luca Kaiser gemeinsam mit SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher in das Lokal „Best of the Rest“ in Klagenfurt, um Maßnahmen zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung zu präsentieren. Ziel des gemeinnützigen Vereins „Best of the Rest“ ist unter anderem die Verarbeitung von Lebensmitteln, die nicht mehr den klassischen Qualitätskriterien entsprechen. (Infos: http://bestoftherest.at)

Pro Jahr landen 180.000 Tonnen Lebensmittel, die noch verwendbar wären in Kärntens Restmülltonnen, machte SPÖ-Landesgeschäftsführer Sucher auf das Ausmaß der Verschwendung aufmerksam.

Das Thema Lebensmittelverschwendung zeige, dass der sorglose Umgang mit Ressourcen im Allgemeinen und mit Lebensmitteln im Besonderen einer Bewusstseinsänderung bedürfe. Die SPÖ Kärnten sehe es als ihren Auftrag an, die Menschen darüber zu informieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass diese Verschwendung abgestellt werden müsse, so Sucher.

Es gebe hier Handlungsbedarf und es freue ihn besonders, dass sich die Jugend dieses Themas angenommen habe.

Kärnten habe gezeigt, dass man - auch von regionaler Ebene aus - wichtige Anliegen auf die europäische Ebene heben kann, wie das beim Glyphosat-Verbot der Fall war. Hier hat Kärnten als Vorreiter einen ersten wichtigen Schritt gesetzt, dem nun auf Bundesebe und EU-weit weitere Schritte folgen müssen.

Die Jugend müsse mit den Folgen der Handlungen und der Untätigkeit der älteren Generationen leben. Die Jugend hat verstanden, dass es um ihre Zukunft geht und dass man im Kleinen beginnen müsse, aber dann auf nationaler und europäischer Ebene die richtigen Maßnahmen setzen müsse, so Sucher.

„Als SPÖ stehen wir ganz klar für einen Wandel in diesem Bereich! Ja, wir SozialdemokratInnen stehen für eine Politik ein, dessen oberstes Ziel es ist, dass es den Menschen besser geht, dass unser Leben sukzessive erleichtert wird. Aber: diese Ziele dürfen nicht im Widerspruch mit anderen Grundsäulen stehen. Wir dürfen uns die wichtige Grundsäule, nämlich die intakte Umwelt, die gesunde Lebenswelt, nicht zerstören!“, stellt Sucher fest.

Die SPÖ trete ganz klar für eine nachhaltige Energie- und Lebensmittelproduktion ein! Das bedeute eine ökologische Landwirtschaft, Rücksicht auf Tierwohl, Minimierung von Pestizid-Einsatz sowie der Erhalt der Biodiversität und einer intakten Natur. “Hier dürfen nicht die Marktgesetze zur Gewinnmaximierung regieren, sondern es müssen qualitätsvolle, möglichst regionale und leistbare Lebensmittelkreisläufe etabliert werden“, so Sucher. Klein strukturierte Betriebe (Familien-, Nebenerwerbs-, Bergbauernbetriebe, etc.) müssen bevorzugt gegenüber der Großindustrie gefördert werden.

Die Verschwendung von Lebensmitteln geschehe auf vielen Ebenen, von der Produktion in der Landwirtschaft über die Gastronomie bis zum Handel, machte Julia Herr aufmerksam. Hier kann – wie es Frankreich bereits vorgemacht hat – die Verschwendung eingeschränkt werden. In Frankreich wurde dem Handel verboten, Lebensmittel, die noch verwendbar sind, wegzuwerfen und wurde stattdessen dazu verpflichtet, diese Lebensmittel an karitative Institutionen weiterzugeben.

Immer noch würden genießbare und einwandfreie Lebensmittel auf dem Müll landen, nur weil sie den optischen und größenmäßigen Vorgaben des Handels nicht entsprechen. Weltweit produziere die Landwirtschaft doppelt so viel Nahrung, wie nötig wäre um alle Menschen ausreichend zu ernähren, trotzdem ist jeder neunte Mensch auf der Welt von Hunger bedroht oder leidet sogar Hunger.

„Junge Menschen wollen das nicht mehr akzeptieren“, so Herr die auf Initiativen junger Leute hinweist wie die aktuelle „Friday for Future“-Bewegung.

Lebensmittelverschwendung sei nicht nur eine Soziale, sondern auch eine ökologische Katastrophe, denn der CO2-Ausstoss der Landwirtschaft stünde im weltweiten Vergleich nach China und den USA an dritter Stelle.

Für Luca Kaiser gehe es dabei auch um Nachhaltigkeit. Pro Jahr landen europaweit 88 Millionen Tonnen Lebensmittel - das sind 173 kg pro Person – auf dem Müll. „Wir junge Menschen sehen Nachhaltigkeit und Erhalt der Umwelt nicht als reine Privatangelegenheit, sondern als ein gesamtgesellschaftliches Thema, das nur durch eine Änderung des derzeit herrschenden Systems gelöst werden kann“, stellt Kaiser fest.

Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt und begrenzten Ressourcen müsse sowohl auf globaler wie auf regionaler Ebene gelebt und umgesetzt werden. Es gäbe bereits viele regionale und lokale Initiativen wie „Best of the Rest“ in Klagenfurt, die sich dieser Verantwortung stellen und konkret etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tun.

Auch global müsse man neue Wege beschreiten, man brauche einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und den begrenzten Ressourcen und es sei „schön und erfreulich, dass sich unsere junge Generation diesen Fragen und der Verantwortung für die Zukunft stellt und Maßnahmen fordert, wenngleich die Politik und manche Konzerne das wegschieben und vermeiden wollen“, so Kaiser.

Die beiden EU-JugendkandidatInnen Julia Herr und Luca Kaiser fordern gemeinsam mit den Jugendorganisationen der SPÖ die Umsetzung einfacher Lösungen und Maßnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln wie z.B. das Wegwerfverbot nach französischem Vorbild, aber auch ein Überdenken, der EU-Agrarförderungen. Diese fördern sowohl die Massen- als auch die Überproduktion und damit vor allem die großen Agrarkonzerne, was wiederum die kleinen und regionalen Landwirte unter Druck setze und das Bauernsterben begünstige.

Zum anderen werden sogar EU-Agrar-Exporte nach Afrika subventioniert, was dort die Lebensgrundlage vieler Menschen bedrohe. Die EU-Agrarförderungen sollten deshalb an Bedingungen und Auflagen geknüpft sein, wie z.B. eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion.

„Wir sind in Gesellschaft vieler junger Menschen, die nicht politikverdrossen sind, sondern politisiert und selbstbewusst ihr Recht auf eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Zukunft für sich und künftige Generationen einfordern“, stellen Herr und Kaiser abschließend fest.

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