FOPI: Kein Verständnis für zusätzliche Belastungen

Der erweckte Anschein, der Hauptverband habe derzeit keinen Vertrag mit der Pharmaindustrie zur Vergütung der Medikamente, ist irreführend
Ingo Raimon, Präsident des FOPI
Die Versorgung und Erstattung ist jederzeit gewährleistet. Die Arzneimittel werden auf Basis des Erstattungskodex oder mittels Einzelfallbewilligung erstattet.
Ingo Raimon, Präsident des FOPI

Wien (OTS) - Mit den heute kolportierten Plänen, noch dieses Jahr einen neuen Rahmen-Pharmavertrag ausverhandeln zu wollen, stößt Hauptverbands-Chef Alexander Biach auf Unverständnis bei der forschenden Pharmaindustrie.

Der erweckte Anschein, der Hauptverband habe derzeit keinen Vertrag mit der Pharmaindustrie zur Vergütung der Medikamente, ist irreführend“, betont Ingo Raimon, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). „Die Versorgung und Erstattung ist jederzeit gewährleistet. Die Arzneimittel werden auf Basis des Erstattungskodex oder mittels Einzelfallbewilligung erstattet.

Darüber hinaus entbehre außerdem das berichtete Argument der angeblich rasant steigenden Medikamentenkosten jeglicher Grundlage, so Raimon. Im letzten Jahr wuchsen die Ausgaben für Medikamente mit einem Plus von 3% markant schwächer als andere Bereiche sowie vor allem deutlich weniger stark als die Beitragseinnahmen der Sozialversicherung, welche um 4,3% zulegten.

„Überraschend ist, dass jetzt erneut die Arzneimittel für die Kostenproblematik in der Sozialversicherung verantwortlich gemacht werden“, wundert sich FOPI-Präsident Raimon. „Denn noch bei der Präsentation der Gebarungsergebnisse Mitte Februar wurden ‚erste Auswirkungen der Kassenreform‘ und ‚erhöhte Ärztehonorare‘ als Ursache für die düstere Einschätzung angegeben.“ So sind die Arzneimittelausgaben in den letzten 10 Jahren deutlich schwächer gewachsen als andere relevante Ausgabensektoren.

Dabei gibt es aus Sicht des FOPI aber gar keinen Grund für Schwarzmalerei: Seit 2009 haben die Krankenversicherungen – entgegen der regelmäßig und strategisch platzierten Negativ-Prognosen – einen Überschuss von mehr als 1.600 Mio. EUR erwirtschaftet. Dazu beigetragen haben auch die Rückzahlungen der Pharmawirtschaft, die in den letzten Jahren rund 400 Mio. EUR ausgemacht haben. Zusätzlich gewährten viele Firmen über individuelle Preismodelle jährlich Rabatte von mehr als 50 Mio. EUR.

„Vor diesem Hintergrund erkennen wir keine Notwendigkeit für weitere Belastungen der Pharmaindustrie als wichtigem Innovationstreiber und Standortfaktor dieses Landes“, stellt Raimon klar.

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