Weltwassertag: Mehr Natur für Niederösterreichs Gewässer

Pernkopf: Flüsse sind Lebensadern des Landes

St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich des Weltwassertages am 22. März hebt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf Niederösterreichs Gewässer hervor: „Niederösterreich ist ein wasserreiches Land. Flüsse und Bäche mit einer Gesamtlänge von rund 25.000 Kilometern sind die Lebensadern des Landes. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. 61 heimische Fischarten leben in Niederösterreich, unser Land weist damit die höchste Fischartenvielfalt innerhalb Österreichs auf.“

Um die heimischen Gewässer als wichtige Ökosysteme zu schützen, wurde in Niederösterreich in den letzten Jahren ein ambitioniertes Programm umgesetzt. Fischwanderhilfen wurden errichtet, harte Uferverbauungen entfernt und monotone Gerinne in dynamische Naturstrecken verwandelt. In den letzten zehn Jahren wurden rund 190 derartige Projekte umgesetzt und dafür werden rund 100 Millionen Euro investiert. Land Niederösterreich und Bund förderten die Maßnahmen mit rund 50 Millionen Euro. Ausgewählte Projekte unterstützt auch der NÖ Landesfischereiverband maßgeblich.

Pernkopf betont den Mehrfachnutzen gewässerökologischer Projekte:
„Indem wir unseren Flüssen wieder ein Stück Natur zurückgeben und sie aus ihrem Korsett befreien, leisten wir einen großen Beitrag für die Artenvielfalt im Naturland Niederösterreich. Gleichzeitig entstehen attraktive Naherholungsgebiete und auch die Hochwassersituation kann spürbar entschärft werden.“

Besonders große Erfolge konnten in Niederösterreich mit den EU-Life-Projekten erzielt und damit Meilensteine des Gewässerschutzes gesetzt werden. Seit Bestehen des EU-Life-Programms wurden in Niederösterreich 25 Life-Projekte umgesetzt.

Aktuell ist in Niederösterreich u. a. das Life-Projekt „Untere Marchauen“ mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro in Umsetzung. Am Unterlauf der March erfolgen dabei die Renaturierung der Mündungsstrecke, die Wiederanbindung von Nebenarmen im Bereich von Angern und Marchegg sowie die ökologische Einbindung des Stempfelbaches. Die Revitalisierungsmaßnahmen werden im Sommer 2019 abgeschlossen.

Beim Life-Projekt „Auenwildnis Wachau“ wird um rund vier Millionen Euro bei Rossatz ein bestehender Donau-Nebenarm verbreitert und ein weiterer Nebenarm, aus derzeit verlandeten Gewässerresten, neu geschaffen und wieder mit dem Strom verbunden. Zum Schutz der Auenlandschaft soll ein Naturschutzgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, wie dem Seeadler, geschaffen werden.

Das Life-Projekt „Netzwerk Donau“, das mit Investitionen um rund 25 Millionen Euro umgesetzt wird, umfasst ökologische Maßnahmen an der oberösterreichischen und niederösterreichischen Donau. In Niederösterreich wurde zum Beispiel bereits eine Fischaufstiegshilfe bei Greifenstein umgesetzt.

Das Life-Projekt „Sterlet“ um rund 900.000 Euro findet unter der Leitung der Universität für Bodenkultur statt. Dabei wird das Ziel verfolgt, die Stärkung des Wildbestands des Sterlets, der letzten noch in der österreichischen Donau heimischen Stör-Art, und die Etablierung einer gesunden und selbsterhaltenden Population in den frei fließenden Donauabschnitten in der Wachau und im Bereich des Nationalparks Donauauen zu ermöglichen.

Vor kurzem wurde das neue Life-Projekt IRIS von der EU genehmigt. Der Bund und mehrere Bundesländer wollen damit eine Reihe von Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 16,6 Millionen Euro verwirklichen. In Niederösterreich sind Projekte an der Pielach und an der Leitha geplant.

Neben den Life-Projekten sind derzeit auch eine Reihe weiterer Maßnahmen in Umsetzung: So ist die historische Mündung der Perschling in den Donau-Nebenarm (Ziegelofenwasser, Großes Wasser) bei Kronau in der Gemeinde Langenrohr über die Jahre stark verlandet. Das Ziegelofenwasser wird im Zuge der Maßnahme von den Anlandungen geräumt, um diesen wertvollen Gewässer-Lebensraum auch langfristig erhalten zu können. Diese Maßnahmen sind mit etwa 600.000 Euro veranschlagt.

Weiters sollen um 2,16 Millionen Euro am Unterlauf der Zaya zahlreiche nichtpassierbare Querbauwerke, darunter Sohlstufen zur Stabilisierung der Gewässersohle zu fischpassierbaren flachen Rampen umgebaut oder durch lokale Gerinneaufweitungen ersetzt werden. Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Fischlebensraums sowie die Verbesserung der Gewässerstruktur. Zusätzliche Renaturierungsmaßnahmen starten im heurigen Jahr unter anderem an der Leitha, der Triesting, der Zaya sowie der Kleinen Erlauf.

Weitere Informationen: Büro LH-Stv. Pernkopf, DI Jürgen Maier, Telefon 02742/9005-12704, E-Mail lhstv.pernkopf@noel.gv.at.

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