Vorarlbergs Mobilität im Klimacheck: Noch einige Schritte nötig

VCÖ-Mobilitätspreis sucht Projekte und Konzepte für klimaverträgliche Mobilität

Bregenz (OTS) - Der Verkehr ist das größte Klimaschutzproblem Vorarlbergs. Vom Klimaziel ist Vorarlberg beim Verkehr noch ein großes Stück entfernt. Aber Vorarlberg ist das Bundesland, das nach Wien den höchsten Anteil an klimaverträglicher Mobilität hat, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Um Vorarlberg dem Klimaziel näher zu bringen, hat der VCÖ heute (Donnerstag) gemeinsam mit Landesrat Johannes Rauch und der ÖBB den VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg gestartet. Gesucht sind Projekte und Ideen, die die Mobilität und den Gütertransport klimafreundlicher machen.

„Gerade bei der Mobilität gibt es in Sachen Klimafreundlichkeit noch viel Luft nach oben“, sagte Landesrat Rauch: „Vorarlberg zeigt aber mit zahlreichen Maßnahmen und Initiativen auf, dass das Problem erkannt ist und wir entsprechende Weichenstellungen vorgenommen haben.“ Im Rahmen seiner Möglichkeiten setze sich das Land weiterhin konkrete Maßnahmen für klimaverträgliche Mobilität. Als Beispiele dafür nannte Rauch die neuen Talent 3-Züge und den konsequenten Ausbau der Radwegenetzes – „dort wo die Infrastruktur gut ausgebaut ist, dort wird umgestiegen“, so der Landesrat. Investiert werde auch in die Benutzerfreundlichkeit, beispielsweise FAIRTIQ - ein Fingertipp vor dem Einsteigen reicht bei der neuen Ticketing-App FAIRTIQ vmobil aus, um eine gültige Fahrkarte für eine beliebige Strecke zu erwerben: Knapp 13.000 Personen haben diese App bereits auf ihrem Smartphone, über 46.000 Fahrten wurden seit der Einführung im Herbst 2018 mit FAIRTIQ absolviert.

„Wir als ÖBB sind Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel“, betonte ÖBB-Regionalmanager Gerhard Mayer: „Deshalb sind unsere Züge seit kurzem mit 100 Prozent Bahnstrom aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasserkraft, Wind und Sonne auf Schiene“. Bereits jetzt ersparen die ÖBB gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden der Umwelt 3,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr, so Mayer: „Eine Menge, für die es einen Wald in der Größe Vorarlbergs benötigen würde, um das schädliche Treibhausgas wieder aufzunehmen.“

Vorarlbergs Mobilität im Klimacheck

Mit zuletzt rund 948.000 Tonnen war der Verkehr für knapp mehr als die Hälfte der klimaschädlichen CO2-Emissionen in Vorarlberg verantwortlich. Die Zunahme beim Verkehr hat die Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte gemacht. Österreichs Klimaziele geben für den Verkehr eine klare Marschrichtung vor: Bis zum Jahr 2030 sind die CO2-Emissionen des Verkehrs um ein Drittel zu reduzieren, bis zum Jahr 2050 muss dem Verkehr der komplette Ausstieg aus Erdöl gelungen sein. „Bis zur Erreichung des Klimaziels hat Vorarlberg noch viele Schritte zu setzen. Aber Vorarlberg ist deutlich weiter als viele andere Bundesländer“, stellte VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

So wird in Vorarlberg jeder dritte Alltagsweg mit Muskelkraft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Rund jede sechste Strecke wird mit Bahn, Bus und Elektro-Fahrrad gefahren. Insgesamt legen die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger laut Mobilitätserhebung des Landes Vorarlberg an einem durchschnittlichen Werktag rund 3,6 Millionen Kilometer klimaverträglich zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Das entspricht der Distanz von rund 90 Mal rund um die Erde. Verbesserungspotenzial sieht der VCÖ noch beim Arbeitsweg, hier ist der Autoanteil mit rund 60 Prozent noch sehr hoch. „Die Strategie, um das Klimaziel zu erreichen heißt:
Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern und als dritter Schritt den Energieverbrauch verringern. Nicht vermeidbare Autofahrten sind verstärkt auf E-Autos zu verlagern“, erklärte VCÖ-Experte Schwendinger.

VCÖ-Mobilitätspreis sucht vorbildliche Projekte und innovative Konzepte

Verkehr vermeiden ist ein zentraler Schwerpunkt des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreises. Deshalb gibt es eine eigene Kategorie für Raumordnung und verkehrssparende Siedlungsentwicklung. In dieser Kategorie können beispielsweise Gemeinden und Städte mitmachen, die ihre Ortskerne stärken oder Wohnbauträger, die zentrumsnahe Siedlungen forcieren. Auch Initiativen zur Stärkung der Nahversorgung sind heuer beim VCÖ-Mobilitätspreis gefragt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung. Beispiele für Projekte, die eingereicht werden können, sind Betriebe, Unternehmen, Schulen und Freizeiteinrichtungen, die Mobilitätsmanagement umsetzen; Wohnbauträger, die den Bewohnerinnen und Bewohner umweltfreundliche Mobilitätsangebote anbieten oder Betriebe und Unternehmen, die auf umweltverträgliche Gütertransporte und Lieferdienste setzen.

Einreichfrist ist der 14. Juni 2019, Einreichunterlagen und Informationen zum VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg gibt es unter www.vcoe.at. Die Einreichungen werden von einer Fachjury bewertet und im September wird das am besten bewertete Projekt von VCÖ, Landesrat Johannes Rauch und ÖBB ausgezeichnet.

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