Oö. Volksblatt: "Denkansatz" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 11. März 2019

Linz (OTS) - Das ist die Crux öffentlicher Funktionsträger, dass sie auch dann als solche wahrgenommen werden, wenn sie etwas als „ganz persönliche Meinung“ kundtun.
Das weiß spätestens seit diesem Wochenende auch der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch. Mit seinem „Denkansatz“, alle Feiertage zu streichen und in Urlaubstage umzuwandeln, hat er sich ganz ohne Not ins Kreuzfeuer der Kritik gerückt. Wenn selbst Vertreter der ohnehin als sehr wirtschaftsfreundlich geltenden Koalition den Vorstoß als „absurd“ abkanzeln wird klar, wie sehr sich Kapsch vergaloppiert hat.
Wobei die Karfreitagsdebatte insgesamt kein Terrain ist, auf dem Lorbeeren zu gewinnen sind. Die SPÖ-Behauptung, die Arbeiterkammer habe für alle Arbeitnehmer unabhängig ihrer Konfession einen Feiertag erstritten, geht an der Realität genauso vorbei wie der „Denkansatz“ von Kapsch. Und die Regierung hat für ihre Lösung — kein Feiertag, aber Rechtsanspruch auf einen Urlaubstag — bekanntermaßen auch nicht wirklich Applaus geerntet.
Eines ist jedenfalls klar: Es werden noch so manche Karfreitage ins Land ziehen, ehe unter diese Debatte auch aus rechtlicher Sicht ein Schlussstrich gezogen werden kann.

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