SWV-Margreiter: Die Wirtschaft braucht mehr Frauenpower

In der Welt der Unternehmen gibt es für Frauen noch viele Hürden

Wien (OTS) - Immer wieder hört man, dass Frauen in Österreich ohnehin schon gleichberechtigt wären. Der internationale Frauentag ist ein guter Anlass um Zahlen, Daten und Fakten zu präsentieren, die das Gegenteil beweisen. Doris Margreiter, Abgeordnete zum Nationalrat und Frauenvorsitzende des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands zeigt auf, wie viele Hürden den Frauen in den Weg gelegt werden, wenn es um eine erfolgreiche Unternehmensführung geht.

Halbes Einkommen für vollen Einsatz

In Österreich arbeiten eine Viertel Millionen Unternehmerinnen. Die Frauen stellen damit 45 Prozent der Wirtschaftskammer Mitglieder (WKÖ Mitgliederstatistik 2017). Frauen sind besonders häufig Einzelkämpferinnen und stellen über die Hälfte der österreichischen Ein-Personen-Unternehmen. „Das liegt vor allem auch daran, dass Frauen häufiger in die Selbstständigkeit gedrängt werden um überhaupt ein Einkommen zu beziehen. Denken wir nur an die selbstständige Buchhalterin und die mobile Fußpflegerin“, erklärt Margreiter. Beachtlich ist dabei aber vor allem der große Unterschied im Einkommen. Während die Hälfte aller Unternehmerinnen vor Steuern weniger als 8.164 Euro Jahreseinkommen beziehen, nehmen die Hälfte der Männer mit ihren Unternehmen 16.318 Euro ein (Allgemeiner Einkommensbericht 2018, Statistik Austria). „Damit verdienen die Unternehmerinnen nicht einmal halb so viel wie ihre männlichen Pendants, und das trotz vollem Einsatz“, so Margreiter. „Gleichzeitig übernehmen die Unternehmerinnen noch immer den Großteil der Arbeit für die Familie, sei es die Hausarbeit oder die Kinderbetreuung. So bleibt weniger Zeit für das Unternehmen wodurch die Einnahmen schrumpfen - ein Teufelskreis, der durchbrochen werden kann!“, erklärt Doris Margreiter, die auch Präsidentin des SWV Oberösterreich ist, „Eine absolute Grundvoraussetzung ist die flächendeckende, gratis Kinderbetreuung. Leider stellen sich Türkis und Blau in dieser Sache quer. Kurz und Strache sehen uns Frauen wohl lieber in Abhängigkeit von den Männern anstatt als selbstbestimmte Unternehmerinnen.“

Großunternehmen verzichten auf die Hälfte des Potentials

Der Nachteil von Frauen in der Welt der Unternehmen spiegelt sich in den Vorständen der großen und börsennotierten Unternehmen besonders stark wider. Nur 9 von 186 Vorstandsmitgliedern in Österreichs Unternehmen sind Frauen. „Wir müssen auf Vorstandsebene also sogar einen Rücklauf von Frauen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen“, stellt Margreiter besorgt fest. Anders sieht die Lage in den Aufsichtsratsgremien aus. Durch das Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern in Aufsichtsräten, das seit 1. Jänner dieses Jahres in Kraft ist, konnte ein guter Anstieg erzielt werden. „Auch, wenn es wünschenswert wäre, dass wir keine Quote brauchen um Frauen und Männer auf Führungsebene der Unternehmen zu repräsentieren, kommen wir einstweilen nicht darum herum. Österreichs Wirtschaft kann es sich nicht leisten auf die Hälfte des Potentials zu verzichten!“, sagt Margreiter. Immerhin blockieren besonders homogene Gruppen die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens, eine Diversitätssteigerung wäre also auch auf anderen Ebenen wünschenswert.

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