„Der stille Dieb des Augenlichts“ geht um in Afrika

Licht für die Welt startet Programm gegen Grünen Star

Grüner Star ist die häufigste nicht heilbare Erblindungsursache weltweit. Die Erblindung kann aber durch rechtzeitige Erkennung der Erkrankung und konsequente Behandlung vermieden werden
Dr. Karl Rigal

Wien (OTS) - Anlässlich der Internationalen Woche des Grünen Stars vom 10. bis 16. März warnt die Fachorganisation Licht für die Welt vor einer zunehmenden Problematik mit Grünem Star besonders in Afrika. Allein von 2010 bis 2020 vergrößert sich die Zahl der Glaukom-Patienten von etwa 60 auf 80 Millionen weltweit: Die Ursachen dafür sind die zunehmende Überalterung der Weltbevölkerung und die Zunahme an jüngeren Patienten in Afrika. Weltweit waren bereits 2015 drei Millionen Menschen durch Grünen Star erblindet. Weitere vier Millionen haben Sehbeeinträchtigungen durch die Krankheit. Besonders häufig kommt der Grüne Star in den Ländern südlich der Sahara vor, wo etwa im Vergleich zu Europa doppelt so viele Menschen erkranken. In diesen Staaten ist jede siebte Erblindung auf Grünen Star zurückzuführen. Licht für die Welt führt mit Partnerorganisationen nun ein Programm für die Länder südlich der Sahara durch, um den stillen Dieb des Augenlichts zu besiegen. „Grüner Star ist die häufigste nicht heilbare Erblindungsursache weltweit. Die Erblindung kann aber durch rechtzeitige Erkennung der Erkrankung und konsequente Behandlung vermieden werden“, so der österreichische Augenarzt Karl Rigal.

Licht für die Welt wird sich im Kampf gegen Glaukom auf die Länder Mosambik, Äthiopien und Burkina Faso konzentrieren. Denn das mangelnde Wissen um Grünen Star und seine Behandlung in den Kliniken und Gesundheitsbehörden dieser Länder führen leider zu oft zur Erblindung der Betroffenen. Viele Diagnosen werden erst dann gestellt, wenn die Menschen bereits erblindet sind. Nach dem Grauen Star ist der Grüne Star die zweithäufigste Ursache für Blindheit in Afrika. Zusammen mit Partnerorganisationen wird Licht für die Welt deshalb ein Handbuch für Gesundheitsbehörden und Ärzte entwickeln sowie sechs Zentren für Glaukomerkennung und –behandlung einrichten. Außerdem werden mehr als hundert Augenärzte und medizinisches Fachpersonal über Glaukom geschult. Finanziert wird das umfangreiche Programm u.a. mithilfe der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Grüner Star kann durch Augentropfen, durch Operation oder mittels Laser sehr gut behandelt werden, aber in Afrika fehlt es an Diagnosemöglichkeiten und Bewusstsein über die Krankheit. Auch die Kosten für die medikamentöse Behandlung, die ein Leben lang täglich erfolgen muss, sind für viele unerschwinglich. Hinzu kommt, dass die Augentropfen nicht immer und in allen Regionen erhältlich sind. Dabei ist Grüner Star in Subsahara-Afrika viel weiter verbreitet als in Europa. Erst wenn es zu Sehbeeinträchtigen kommt, gehen die Patienten zum Arzt, denn im Frühstadium von Grünem Star gibt es keine Symptome. Doch dann ist es bereits zu spät und die Schäden durch die Krankheit können nicht mehr rückgängig gemacht werden. In Nigeria etwa leidet jeder 20. Mensch über 40 Jahren an Glaukom, aber 94 Prozent sind sich dessen nicht bewusst, wie eine Studie ergeben hat.

Zur internationalen Woche des Grünen Stars organisieren die Internationale Agentur für die Prävention von Blindheit (IAPB), die World Glaucoma Association (WGA) und das Internationale Zentrum für Augengesundheit (ICEH) mit Unterstützung von Allergan eine weltweite Kampagne. Im Rahmen dieser Woche werden zahlreiche Vorträge auch international zugänglich gemacht. Jess Blijkers von Licht für die Welt wird in London über die Notwendigkeit eines afrikaweiten Programms gegen den grünen Star sprechen. „Wir haben die Pflicht, die Gesundheitsministerien und Partner bei der Bewältigung des Glaukom-Problems zu unterstützen, wenn wir weiterhin über umfassende Augengesundheit sprechen möchten“, so Blijkers.

Link zur Internationalen Glaukom-Woche

Fotos: https://www.licht-fuer-die-welt.at/glaukom_woche

Licht für die Welt

Licht für die Welt ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung mit Sitz in Österreich. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbst bestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Licht für die Welt ist als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und Südsudan. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbst bestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle.

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