Anderl zu Papamonat: „Bundesregierung soll Forderung des Vizekanzlers rasch umsetzen!“

Familienfreundliche Einstellung von Unternehmen und Rechtsanspruch nötig

Wien (OTS) - „Die Arbeiterkammer hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass es einen Rechtsanspruch auf den Papamonat braucht. Die Bundesregierung soll daher die Forderung des Vizekanzlers rasch umsetzen. Ich rufe die Wirtschafts- und die Familienministerin auf:
Blockieren Sie nicht länger das Papamonat!“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Wir leben nicht mehr in den 1950er-Jahren, Väter wollen für ihre Kinder da sein und sie wollen eine partnerschaftliche Teilung der familiären Verantwortung. Man kann diese Forderung nicht immer damit abschmettern, dass die Wirtschaft sich das nicht leisten kann. ArbeitnehmerInnen mit Familie sind keine Belastung, sondern wertvoll für ihr Unternehmen und wertvoll für die Gesellschaft.“

Die Erfahrung aus der AK Arbeitsrechtsberatung zeigt die folgenden Probleme:

1. Rechtsanspruch und Kündigungsschutz fehlen:
Wenn Väter hören, dass es gegenüber dem Arbeitgeber keinen Rechtsanspruch auf das Papamonat und keinen Kündigungsschutz gibt, dann nehmen sie die „Väterfrühkarenz“ lieber nicht in Anspruch. Niemand will seinen Job oder seine Karrierechancen riskieren, wenn er nicht sicher weiß, dass der Arbeitgeber bei einem Papamonat mitspielt. „Daher braucht es aus AK Sicht beim Papamonat einen Rechtsanspruch und einen Kündigungsschutz“, so Anderl.

2. Geld:
Zudem wird der ohnehin sehr geringe Betrag von 700 Euro vom Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld während einer späteren Väterkarenz abgezogen. Daher entscheiden sich viele Väter entweder für das eine oder das andere. Absicht bei Einführung des Papamonats war es jedoch, eine spätere Väterkarenz zu fördern! „Das Geld für den Papamonat muss es zusätzlich geben und darf nicht mehr vom Kinderbetreuungsgeld abgezogen werden“, so Anderl.

3. Bürokratische Hürden:
Ein Spitalsaufenthalt von Mutter und Kind von einigen Tagen bedeutet unnötige bürokratische Hürden: Derzeit gibt es während dieser Zeit kein Geld für den Papamonat, mit dem Argument, der Vater wohne ja nicht im selben Haushalt und kümmere sich daher auch nicht um Kind und Mutter. Eine Novelle des Familienministeriums bringt keine wirkliche Erleichterung: Nach dem neuen Gesetz wird ein Nachweis verlangt, dass Vater und Mutter sich jeweils vier Stunden am Tag der Pflege und Betreuung eines Kindes widmen. Das Spitalspersonal hat aber anders zu tun, als dies zu überwachen und dann eine Bestätigung darüber auszustellen. Bei Frühchen, die noch im Inkubator liegen müssen, ist eine vierstündige Betreuung schon aus rein medizinischen Gründen unmöglich. Anderl fordert: „Weg mit diesen bürokratischen Hürden!“

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