„kreuz und quer“: „Missbrauch in der katholischen Kirche – eine Frau kämpft um Aufklärung“ am 12. Februar um 22.35 Uhr in ORF 2

Kardinal Christoph Schönborn im persönlichen Gespräch mit Doris Wagner, die als Ordensfrau Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester wurde

Wien (OTS) - Die Deutsche Theologin Doris Wagner war acht Jahre lang Mitglied der Ordensgemeinschaft „Das Werk“ in Bregenz. Sie berichtet, wie sie als Ordensfrau von zwei Priestern spirituell wie auch sexuell missbraucht und belästigt wurde. In der Kirche stieß sie lange Zeit auf taube Ohren. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der als einer der wichtigsten Unterstützer von Papst Franziskus gilt, suchte jetzt als erster bedeutender Vertreter der römisch-katholischen Kirche vor laufender Kamera das offene Gespräch mit Doris Wagner. Den außerordentlich offenen Gedankenaustausch über den Missbrauchsskandal zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 12. Februar 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2.
Mit „Der Polizist, dein Freund und Vater“ folgt um 23.25 Uhr das Porträt eines Polizisten mit außergewöhnlicher Familiengeschichte.

„Missbrauch in der katholischen Kirche – eine Frau kämpft um Aufklärung“ – Ein Film von Stefan Meining

Tausende Berichte über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen haben die römisch-katholische Kirche aufgeschreckt. Ende Februar 2019 lädt Papst Franziskus zu einer Missbrauchskonferenz nach Rom. Auf höchster Ebene will die Kirche über Wege aus der Krise sprechen. Währenddessen muss sie sich mit einer weiteren, erschreckenden und bislang völlig unberücksichtigt gebliebenen Dimension dieses nicht enden wollenden Skandals auseinandersetzen: den Missbrauch von Nonnen, Ordensfrauen und Angehörigen geistlicher Gemeinschaften durch Priester. Kardinal Christoph Schönborn in einem sehr persönlichen Gespräch mit Doris Wagner, die als Ordensfrau selbst Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester wurde.

„Der Polizist, dein Freund und Vater“ – Ein Film von Michael Cencig

Wie bildet man Vertrauen bei einem Kind, das nachts vom Lärm eines Streits erwacht, in die Küche tappt und seine Mutter tot am Boden liegen sieht? Kriminalhauptmeister Carlos Benede hatte zweimal mit Buben zu tun, deren Mütter ermordet worden waren – von den Vätern der Kinder. Zweimal fasste er sich ein Herz und adoptierte sie. Er, der selbst ohne Eltern unter der Obhut von Ordensschwestern aufgewachsen ist.

Es war an einem Abend vor 16 Jahren. Eine Frau hatte die Polizei gerufen, ihr getrennt lebender Mann drohe ihr. Man positionierte zwei Zivilstreifen vor dem Mietshaus. Der Mann drang dann durch die Tiefgarage ein und erstach seine Frau. Alex, damals 12 Jahre alt, erwachte vom Lärm des Streits. Er tappt in die Küche und sieht seine Mutter tot am Boden liegen. Normalerweise trug Carlos Benede zivil, wie bei der Kripo üblich. Wenn Kinder Opfer waren, trug er Uniform. Sie fassten schneller Vertrauen, wenn er aussah wie ein Schutzmann. So holte er den jungen Alex ab. Es war Frühling. Sie fuhren im Streifenwagen mit Blaulicht nach Schwabing Eis essen. So wünschte es sich Alex. Es war der Beginn einer Freundschaft. Alex hatte noch einen zweiten Wunsch: Er wollte getauft werden. Das hatte sich seine Mutter immer für ihn gewünscht. Sein Vater hatte es immer unterbunden. Carlos Benede kümmerte sich auch darum und erwirkte die Zustimmung von Alex‘ Vater für die Taufe. Nach dem Prozess des Vaters hatte Carlos Benede zunächst keinen Kontakt mehr zu Alex. Bis er eines Tages eine Einladung ins Jugendamt erhielt. Alex wünschte sich, bei Carlos Benede zu leben. Carlos fasste sich ein Herz und nahm Alex als Pflegekind – vorerst. Einige Zeit später adoptiert er ihn sogar.

Carlos Benede selbst ist bei Ordensfrauen aufgewachsen. Als er vier war, hat seine Mutter ihn weggegeben. Bei den Dillinger Franziskanerinnen in Kalzhofen ging es ihm immer gut, erinnert sich Carlos Benede. Bis heute hat Carlos Kontakt zu den Schwestern.

Alex ist nicht der einzige Adoptivsohn von Carlos. Einige Jahre später wurde ihm erneut ein Kind anvertraut, dessen Vater vor seinen Augen seine Mutter getötet hatte. Letztlich adoptierte Carlos auch dieses Kind – seinen zweiten Sohn.

Mittlerweile hat Carlos Benede gemeinsam mit anderen Polizisten, Rechtsanwälten und Pädagogen den Verein „Weitblick Jugendhilfe e.V.“ ins Leben gerufen und ein Jugendheim in Dachau für junge Menschen, die sonst niemand aufnehmen will, gegründet. Derzeit leben 24 Kinder und Jugendliche dort. Benede sagt, wichtig sei Respekt: Seiner für sie – ihrer für ihn. Der Rest ergebe sich dann. Er findet, Vertrauen könne man nicht bilden. Vertrauen wächst. So hat er es gelernt – bei den Dillinger Franziskanerinnen.

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