„dokFilm“-Doppel: ORF-Premiere für „Allmacht Amazon“ und Dakapo für „Die dunkle Seite des Web“

Am 10. Februar ab 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Gleich zwei Dokumentarfilme beschäftigen sich am Sonntag, dem 10. Februar 2019, in ORF 2 mit dem Thema Internet:
Zuerst wagt die „dokFilm“-Premiere „Allmacht Amazon“ (23.05 Uhr) von Martin Herzog und Marko Rösseler einen Blick in die nahe Zukunft und hinter die Kulissen des Internetgiganten. Aus dem Online-Buchhändler von einst ist eine weltweite Marktmacht geworden. Sie hat ihren Chef Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt gemacht. Jeder zweite Euro im Online-Handel wird bei Amazon ausgegeben, Tendenz steigend. Ist der Online-Riese mit seinem ungebremsten Wachstum dabei, unser Wirtschaftssystem umzukrempeln? Oder gar noch mehr? Der anschließende Dokumentarfilm „Die dunkle Seite des Web“ (23.50 Uhr) der israelischen Filmemacher Duki Dror und Tzaki Schiff taucht tief in die Weiten des „Dark Web“ ein und erkundet die Möglichkeiten und Gefahren des virtuellen Paralleluniversums.

Mehr zum Inhalt der beiden Filme:

„Allmacht Amazon“ (23.05 Uhr)

Amazon ist eine Maschine, die weltweit mehr als 300 Millionen Menschen gleichzeitig beobachten, vergleichen und analysieren kann. Niemals in der Geschichte des Handels hat ein Konzern so viele Daten über das Kundenverhalten gesammelt. Denn Amazon ist nicht nur Marktplatz, Marktaufsicht und Anbieter für immer mehr Dienstleistungen und Dinge – die Maschine kontrolliert auch alle Datenströme auf diesem Markt und nutzt sie im Sinn des Konzerns. Im Gewand des harmlosen Internet-Händlers, der immer nur das Wohl der Kundinnen und Kunden im Blick hat, verschafft sich der Gigant intimste Einblicke in deren Leben.

Doch wer ahnt schon, dass ein einziger Klick auf eine Amazon-Seite Infos an den Konzern weiterleitet, die ausgedruckt eine DIN-A4-Seite füllen? Ein Gespräch mit Alexa, das Anschauen eines Streaming-Angebots auf Amazon Prime, die Gemüsebestellung über Amazon Fresh. All dies ergibt eine ganze Bibliothek über jeden. Gespeichert wird alles – nur, was der Konzern daraus schließt, verrät er nicht.

Was wird erst möglich, wenn Daten aus weiteren, neuen Geschäftsbereichen hinzukommen? In den USA engagiert sich der Konzern im Gesundheitsmarkt und bei Versicherungen, und schon heute suchen dort Polizisten mit Hilfe von Amazons Gesichtserkennungsprogramm nach Verbrechern. Der öffentliche Raum wird mit Amazons Software überwacht, Weltkonzerne und Geheimdienste haben ihre Daten auf Amazons Servern gespeichert. Heute beherrscht die Datensammlung des Konzerns den Internet-Handel, morgen stirbt der Einzelhandel – und die Marktwirtschaft, wie wir sie kennen?

„Die dunkle Seite des Web“ (23.50 Uhr)

Im Internet bekommt man viel, im „Dark Web“ bekommt man alles – buchstäblich! Das „Dark Web“ ist Marktplatz für alles, was erlaubt, verboten oder in der halblegalen Grauzone dazwischen ist, bis hin zu Drogen und Auftragsmördern. Aber es tummeln sich dort nicht nur Verrückte, Kriminelle und Terroristen. Für Oppositionelle unter diktatorischen Regimen ist das „Dark Web“ meist die einzige wirksame Möglichkeit, der Überwachung durch den Staat zu entkommen. Aber auch in den freien Teilen der Welt nutzen Datenschutzaktivisten seit 15 Jahren das versteckte Medium mehr denn je für ihre Kommunikation, seit als Folge der Anschläge am 9. September 2001 der staatliche Ruf nach umfassender Massenüberwachung nicht nur in den USA immer lauter wurde.

Der Dokumentarfilm lässt das Publikum in die Gegenwart und Zukunft der digitalen Welten eintauchen. Wie steht es um die Privatsphäre und Anonymität im 21. Jahrhundert, das von Terrorangst dominiert scheint? Mit welchen Mechanismen kann sich das Individuum vor omnipräsenter staatlicher Ausspähung schützen? Und wie „gläsern“ wird der Mensch der Zukunft tatsächlich werden?

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