Oö. Volksblatt: "Spannende Lektüre" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 6. Februar 2019

Linz (OTS) - Bei ihrer Präsentation als neue Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte meinte Susanne Wiesinger: „Ich bin eine Rote, sogar eine linke Rote.“ Was nichts daran ändert, dass die Lehrerin und Buchautorin in den Augen von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) über eine solche Expertise verfügt, dass er für Wiesinger die Ombudsstelle geschaffen hat.
In ihrem im Vorjahr erschienenen Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“ beschreibt Wiesinger, die seit 30 Jahren Lehrerin in Wien ist, die Auswirkungen eines konservativen bis fundamentalistischen Islam auf den Unterricht — etwa, dass das Niveau leide, weil von Schülern religiöse über weltliche Gesetze gestellt würden. Nur beliebt hat sich Wiesinger damit nicht gemacht, eine Wiener Pflichtschulinspektorin etwa meinte: „So dramatisch, wie sie es darstellt, würde ich das nicht unterschreiben.“ Und der damalige Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft ortete gleich einen „Generalverdacht“ gegenüber allen muslimischen Kindern. Dennoch:
Wiesinger will in ihrer neuen Funktion „genau hinschauen“, Probleme müssten angesprochen werden, denn: „Es hilft nichts, wenn man sie ständig relativiert und als Einzelfälle abtut.“ Wenn die Ombudsfrau im Jahr 2020 ihren ersten Bericht erstellt, darf man eine durchaus spannende Lektüre erwarten.

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