Bürokratie reformieren: Jetzt reden die Unternehmer mit!

Land Kärnten, WK und IV machen weiter „Schluss mit Schikanen“: Auf die Wirtschaftsombudsstelle folgt nun der Masterplan „Kärnten unternehmensfreundlich“.

Klagenfurt (OTS) - Bei den Initiativen für mehr Unternehmerfreundlichkeit und weniger Bürokratie geht es in Kärnten Schlag auf Schlag. Ende vergangenen Jahres wurde die neue Wirtschaftsombudsstelle vorgestellt, die Behördenverfahren beschleunigen und erleichtern soll; heute gaben Landesrat Martin Gruber in Vertretung des erkrankten Wirtschaftslandesrates Ulrich Zafoschnig, Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl und IV-Präsident Timo Springer den Startschuss für die Deregulierungsoffensive "Kärnten unternehmensfreundlich". So lautet nicht nur der Titel einer Veranstaltungsreihe, sondern auch der Vorsatz der Initiatoren der Aktion, deren Ziel es ist, auf Kärntner Ebene Vereinfachungsmöglichkeiten bei Gesetzen und ihrer Vollziehung durch die Behörden aus Sicht der Wirtschaft zu finden und umzusetzen.

"Wirtschaftsfreundliche Standortbedingungen sind die beste Wirtschaftsförderung", erklärte Gruber heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz und mahnte eine "starke Leistungspartnerschaft von Unternehmen und Behörden" ein. Die Landesregierung habe in ihrer Arbeit einen klaren wirtschaftspolitischen Schwerpunkt gesetzt, wie man an der Übernahme des Standortprogramms der Wirtschaftskammer in das Regierungsprogramm und an der Formulierung eines "Staatsziels Wirtschaft und Unternehmertum" in der Landesverfassung ablesen könne.

Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft
WK-Präsident Mandl geht es dabei ausdrücklich nicht darum, die Verwaltung an den Pranger zu stellen: "Oft ist es gar nicht der Vollzug, sondern bereits die praxisfremde Gesetzgebung, die Unternehmer bei der rechtskonformen Umsetzung ihrer Projekte vor gewaltige Herausforderungen stellt. Viele Beamte sind durchaus engagiert und hilfsbereit, aber in ihren Möglichkeiten eingeschränkt." Wichtig sei, ein neues Bewusstsein für das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln, ist Mandl überzeugt: "Es gibt nur einen Lebensstandort für uns alle, es gibt nur ein Boot, in dem wir alle unterwegs sind. Dazu braucht es Unternehmer, ohne die es keine Arbeitsplätze gibt; aber genauso die Mitarbeiter, ohne die es keine Betriebe gibt; es braucht die Jungen als Zukunftshoffnung und die Älteren als Bewahrer der Erfahrung; und daneben braucht man einen öffentlichen Sektor mit Lehrern, Ärzten und Verwaltern, damit die Spielregeln einer Gemeinschaft eingehalten werden. Alle gemeinsam bilden wir den Lebensstandort Kärnten, und dem wird es umso besser gehen, je mehr Energie wir alle in unsere jeweiligen Aufgaben stecken können und je weniger Kraft wir mit inneren Reibungsverlusten vergeuden."

Auch IV-Präsident Timo Springer begrüßte die Initiative, immerhin seien laut einer IV-Umfrage 40 Prozent der Kärntner Industriebetriebe mit den Behördenverfahren unzufrieden: "Am Ende des Tages brauchen wir Unternehmer, die Botschafter des Landes sind. Es geht um große Investitionen, die rasche Entscheidungen benötigen."

Roadshow durch Kärnten
Den Auftakt für die Deregulierungsoffensive bildet eine groß angelegte Veranstaltung mit den Vertretern von Wirtschaft und Behörden auf Landes- und Bezirksebene heute Abend im Lakeside-Spitz (B11, ab 18.00 Uhr), zu dem neben zahleichen Unternehmern und hochrangigen Beamten auch prominente fachkundige Gäste wie der aus Kärnten stammende Ökonom Bernhard Felderer und WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth erwartet werden. Auch die Schirmherren der Aktion können sich sehen lassen: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Justizminister Josef Moser, der Volkswirt und Fiskalratsvorsitzende Gottfried Haber sowie die Präsidenten von WKÖ und IV, Harald Mahrer und Georg Kapsch.

Wie das Zusammenwirken von Unternehmern und Behörden weiter verbessert werden kann, ist auch Inhalt einer Roadshow von Landesrat Zafoschnig und WK-Präsident Mandl in den kommenden Wochen durch alle Kärntner Bezirke, bei der Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Erfahrungen sowie Reform- und Vereinfachungsvorschläge deponieren können. Darüber hinaus analysiert der FH-Studiengang "Public Management" im Auftrag von LR Zafoschnig Deregulierungs- und Entlastungspotentiale, die ebenfalls in den künftigen Masterplan einfließen sollen. Mandl: "Ich lade alle Unternehmer in Kärnten ein, sich aktiv an diesem Reformprozess zu beteiligen. Jetzt haben wir die Chance, im Sinne unseres Lebensstandortes gemeinsam vernünftige Spielregeln für ein kraftschlüssiges Zusammenspiel von unternehmerischem Tatendrang und behördlichem Ordnungsinteresse zu schaffen."

Reformideen und Verbesserungsvorschläge können auch online auf www.unternehmensfreundlich.at eingebracht werden.

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