NEOS: Angelika Mlinar im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Lokalaugenschein der NEOS-Europaabgeordneten in der „Schande Europas“

Wien (OTS) - „Schande Europas - so wird das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zurecht genannt. Die Politik will offenbar durch möglichst miserable Zustände Menschen davon abhalten, nach Europa zu kommen. Ohne vermeintlichen Erfolg, aber auf Kosten der Menschlichkeit und Menschenwürde“, stellt NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar nach ihrem zweitägigen Besuch im Flüchtlingslager Moria fest. „Wenn ich sehe, in welchem desolaten Zustand das immer noch überfüllte Lager ist und höre, dass selbst junge Mütter direkt nach der Entbindung in ein Zelt neben einem Schlammloch zurück geschickt werden, dann ist das völlig untragbar. Es gibt seit Ende Oktober nicht einmal einen regulären Arzt für ein Lager mit 5.000 Asylsuchenden. Das darf im Europa des Jahres 2019 schlicht nicht sein,“ zeigt sich Mlinar verärgert.

Die Europaabgeordnete macht darauf aufmerksam, dass die Strategie gewisser Politiker, durch solche Zustände weitere Flüchtlinge abschrecken zu wollen, nicht aufgeht: „Niemand kommt aufgrund guter oder schlechter Zustände in einem Flüchtlingslager nach Europa oder lässt sich davon abschrecken. Es ist an der Zeit, dass wir uns wieder unserer Menschlichkeit bewusst werden und auch dementsprechend handeln. Dazu gehört auch, endlich rasche Asylverfahren sicherzustellen um Klarheit für alle zu schaffen und gegebenenfalls auch schnelle Abschiebeverfahren zu gewährleisten. Bis dahin ist jeder Mensch grundsätzlich menschenwürdig zu behandeln. Das geschieht aufgrund der herrschenden Überfüllung und Überforderung derzeit aber jedenfalls nicht.“ Es mangele allein am politischen Willen und der Finanzierung. „Hier müssen wir endlich ansetzen - und zwar in Griechenland selbst, aber auch auf europäischer Ebene. Die Nationalstaaten dürfen nicht länger auf der Bremse stehen“, fordert Mlinar abschließend.

Zum Hintergrund:

Angelika Mlinar, EU-Abgeordnete der NEOS war von 21. - 23. Jänner in Griechenland und hat dort die Flüchtlingslager Moria und Kara Tepe auf der Insel Lesbos, sowie die Lager Schisto und Eleonas in Athen besucht. Neben Gesprächen mit der Lagerleitung und dem UNHCR hat sie auch Ärzte ohne Grenzen, das International Rescue Committee und das Danish Refugee Council getroffen, sowie mit den Verantwortlichen von EASO und der Kommissionsvertretung in Athen die Lage erörtert.

Das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos ist einer von fünf „Hotspots“ auf den ostägäischen Inseln. Die vorgesehene Kapazität von 3.100 Personen wird seit Jahren weit überschritten. Aktuell leben 4.954 Menschen im Lager, davon 364 Minderjährige. Im vergangenen Sommer lag die Zahl zeitweise bei 10.000 Personen und darüber. Lagerleitung und Flüchtlinge klagen über die übermäßig langen Verfahren und die Tatsache, dass sie nur schleppend auf das griechische Festland gebracht werden, um die mögliche Rückführung in die Türkei nicht zu vereiteln.

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