Gewalt an Frauen: Prettner und Schaar fordern mehr finanzielle Mittel statt Scheinmaßnahmen

LHStv.in Beate Prettner und LR.in Sara Schaar: Rücknahme der Sparmaßnahmen wird nicht ausreichen, um Opferschutz und Täterarbeit auszubauen. Unterstützung für Dialog-Initiative.

Klagenfurt (OTS) - Fünf ermordete Frauen in 21 Tagen – „und plötzlich rudert die Bundesregierung bei ihren frauenpolitischen Sparmaßnahmen zurück. Zumindest mit Ankündigungen, die die Öffentlichkeit beruhigen sollen“, wollen sich die Kärntner Frauenreferentin Sara Schaar und die für Frauenhäuser zuständige Sozialreferentin Beate Prettner nicht über die Tatsache hinwegtäuschen lassen, dass die Bundesregierung frauenpolitisch nach wie vor am falschen Fleck spart. Fakt sei nämlich: Im April 2018 wurde den Bundesländern mitgeteilt, dass beim Gewaltschutz und den Familien- und Frauenberatungsstellen eine Million Euro eingespart werde. Nun heißt es, dass diese Million doch zur Verfügung stehe. „Allerdings schafft man es damit gerade einmal, die Indexanpassungen bei den Gehältern abzudecken, von einer Aufstockung bei den Beratungsstellen kann keine Rede sein. Und das, obwohl der Bedarf dafür steigt“, weisen Schaar und Prettner auf die Tatsache hin, dass immer mehr Frauen Hilfe in Anspruch nehmen wollen bzw. müssen.

„Um dieser dramatischen Situation tatsächlich gegensteuern zu können, ist mehr nötig, als Sparmaßnahmen zurückzunehmen“, sind sie überzeugt. „Notwendig ist die Zusammenarbeit von Experten. Ein erster Schritt ist heute mit der Dialog-Initiative der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures gelungen. Notwendig ist aber auch zusätzliches Geld, damit wir einerseits Fraueneinrichtungen ausbauen und andererseits Männerberatung bzw. Täterarbeit forcieren können. Drei Millionen Euro wären dafür jedenfalls notwendig“, sagt Schaar. Es sei die Pflicht und Verantwortung der Stunde, dass Intervention, Prävention sowie Frauen- und Familienberatungsstellen mit einer soliden finanziellen Grundlage ausgestattet würden.

Laut Prettner und Schaar gehe es letztendlich um zwei Ebenen: Zum einen um die Frage, wie kann man verhindern, dass es zu Gewalt kommt? Zum anderen um den Schutz potenzieller oder konkreter Opfer. „Ersteres geht ausschließlich über Aufklärung und Sensibilisierung. Daher setzen wir in Kärnten auch 2019 ganz massiv auf Bewusstseinsbildung und Aufklärungsarbeit“, informiert die Frauenreferentin. Ein weiterer Schwerpunkt im Jahr 2019 werden Selbstbewusstseins-, Selbstwert- sowie Finanzcoachings sein, die bei den Frauenberatungen und auch in den Gemeinden gratis angeboten werden.

Von der Bundesregierung fordern Prettner und Schaar ein, „gemeinsam mit Experten und den Ländern sowie mit ehrlichen Absichten statt mit Scheinmaßnahmen den Kampf gegen die Gewalt an Frauen aufzunehmen. Dafür wird es nicht ausreichen, das Budget am Stand des Vorjahres zu belassen“, mahnen sie eine Erhöhung der finanziellen Mittel dringend ein.

Kärnten verfügt über ein Gewaltschutzzentrum, vier Frauenhäuser und - flächendeckend in allen Regionen – acht Frauenberatungsstellen: Hier werden kostenlose Beratung und ambulante Hilfe vor Ort sowie Unterstützung in Krisensituationen, wie z.B. bei häuslicher Gewalt oder in finanziellen Notlagen, angeboten. Außerdem unterstützt Kärnten seit 2016 über das Referat für Frauen und Gleichbehandlung den Verein „Man(n)agement – Beratungsstelle gegen Gewalt“.

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