younion: Wo bleibt die Kindergarten-Reform?

Geburtsort darf nicht über Bildungschancen entscheiden

Wien (OTS) - Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung eines Menschen – darauf soll der morgige Tag der Elementarbildung (24.1.2019) hinweisen. „Er ist aber auch dazu da, um den PädagogInnen und dem unterstützenden Personal zu danken, die jeden Tag hervorragende Arbeit leisten - und das oftmals unter schwierigen Bedingungen“, sagt Christa Hörmann, Bundesfrauenvorsitzende in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.++++

Allerdings bietet nicht jeder Kindergarten die gleichen Bildungschancen. Das hat nichts mit dem Personal, sondern mit Voraussetzungen zu tun, die die Politik vorgibt. Denn es gibt neun unterschiedliche Landesgesetze.

Während zum Beispiel in dem einen Bundesland eine Gruppe bis zu 30 Kinder umfassen darf, sind es in einem anderen nur 20. Haben PädagogInnen in dem einen Bundesland 16 Stunden pro Woche bezahlte Vor- und Nachbearbeitungszeit, sind es in einem anderen nur 6 Stunden. Kostet das Mittagessen z.B. in Mattersburg 3,40 Euro pro Tag, sind es in Ternitz 4,50 Euro. Und während in dem einen Bundesland maximal 54 Euro für die Nachmittagsbetreuung verrechnet werden, sind es woanders bis zu 300 Euro.

Bundesfrauen-Referentin Jasmin Mrzena-Merdinger: „Die Regierung muss endlich handeln, und nicht mit Pseudo-Themen wie dem Kopftuchverbot ablenken! Diese Ungerechtigkeiten sind doch niemandem erklärbar.“

younion _ Die Daseinsgewerkschaft fordert ein Bundesrahmengesetz für elementarpädagogische Einrichtungen und Horte, dass „Mindeststandards“ in folgenden Punkten festlegt:

• Einheitliche Ausbildung und Berufsbezeichnung für das unterstützende Personal

• Vor- und Nachbearbeitungszeit sowie Reflexionszeiten und ausreichend Zeitressourcen für Leitungspersonal innerhalb der Dienstzeit

• Erwachsenen-Kinder-Schlüssel

• Kinderanzahl pro geführter Gruppenform

• Räumliche Erfordernisse (Innen- und Außenbereich)

• Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen nur mit dem notwendigen Fachpersonal

• Ausreichendes medizinisches Fachpersonal in Heilpädagogischen Gruppen

Christa Hörmann abschließend: „Es ist höchste Zeit für einen Kindergarten-Gipfel, in dem die Problematiken ehrlich diskutiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Es noch weiter auf die lange Bank zu schieben, ist von Familienministerin Juliane Bogner-Strauß und Bildungsminister Heinz Faßmann verantwortungslos. Wobei es auch zur Problematik gehört, dass sich niemand so richtig zuständig fühlt.“

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