ÖIF-Förderaufruf für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration

Projektvorschläge mit den Schwerpunkten Beratung, Prävention und Aufklärung können bis 18. März 2019 eingereicht werden

Wien (OTS) - Für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration und insbesondere auch gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) startet der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) einen Sonderaufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen. Gefördert werden Projekte zur Beratung und Prävention, welche Frauen und Mädchen zugutekommen, die von Gewalt im Kontext von Integration oder weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind. Insbesondere werden Projekte gefördert, die Frauen in ihrer Selbstbestimmung stärken und Männern klar vermitteln, dass Gewalt gegen Frauen in Österreich nicht toleriert wird und strafrechtliche Konsequenzen hat. Einreichungen sind ab sofort bis 18. März 2019 möglich; vergeben werden Mittel für Projekte in ganz Österreich, die im Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2021 umgesetzt werden.

Bundesministerin Karin Kneissl: „Seit der Migrationskrise des Jahres 2015 sind Formen kulturell bedingter Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Österreich angestiegen. Davor warne ich seit 2015. In den Werte- und Orientierungskursen werden wir noch stärker als bisher über die Prinzipien des Selbstbestimmungsrechts der Frauen, die Gleichberechtigung und die Gewaltfreiheit aufklären. Mit den zusätzlichen Mitteln über eine Million Euro werden wir Projekte fördern, die den von Gewalt betroffenen Frauen direkt zugutekommen.“

Steigende Gewalt gegen Frauen im Kontext von Integration

In Österreich kommt es aufgrund von Migrationsbewegungen, vor allem aus Ländern mit stark patriarchal geprägten Strukturen, verstärkt zu Fällen von Gewalt im Kontext von Integration. Laut Rohdaten der Kriminalstatistik 2018 ist die Zahl dieser Gewaltdelikte um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Mehr als die Hälfte dieser Taten werden im familiären Umfeld begangen, der Anteil der ausländischen Verdächtigen liegt hierbei bei fast 50 Prozent. In den Herkunftsländern gängige Praktiken, wie etwa Zwangsheirat, werden oftmals – entgegen der gültigen Rechtslage – auch hierzulande weiter tradiert. So schätzen Expert/innen etwa, dass in Österreich gegenwärtig jährlich mehrere hundert Mädchen und junge Frauen von Zwangsheirat betroffen sind. Auch Gewalttaten an Frauen, die im Namen der Ehre begründet werden, treten in den letzten Jahren immer häufiger auf.

FGM in Österreich: 6.000 bis 8.000 Frauen und Mädchen betroffen

Expert/innen gehen in Österreich auch von einer erhöhten Anzahl bei Fällen der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) aus: Schätzungen zufolge leben in Österreich zwischen 6.000 und 8.000 von FGM betroffene Mädchen und Frauen, noch mehr Mädchen sind davon bedroht. Weltweit sind mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung, geschätzt 500.000 Opfer von FGM leben in Staaten der Europäischen Union. Besonders betroffen sind Frauen aus Somalia, wo rund 98 Prozent der Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind, aber auch beispielsweise Frauen und Mädchen aus Ägypten oder dem Sudan.

Projekte: Direkte Hilfe für Betroffene, Aufklärung für Umfeld und Gesellschaft

Der Sonderaufruf verfolgt das Ziel, Frauen und Mädchen, die von Gewalt im Kontext von Integration sowie FGM betroffen oder gefährdet sind, über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Durch fachliche Betreuung soll die Lebensqualität von von FGM betroffenen Frauen gesteigert und über Therapiemöglichkeiten informiert werden. Auch Männer und männliche Angehörige sollen klar über das Gewaltverbot in Österreich sowie über die Folgen von sexueller und physischer Gewalt an Frauen aufgeklärt werden. Neben Projekten, die sich direkt an von FGM und Gewalt Betroffene und Gefährdete sowie deren Familien richten, sind auch Projekte zur Einreichung aufgerufen, die Mitarbeiter/innen aus Frauengesundheitszentren, Opferschutzgruppen und anderen Hilfseinrichtungen sowie Personal aus dem Gesundheitsbereich, Multiplikator/innen oder Sozialarbeiter/innen und Lehrpersonal oder auch Schulklassen mit Expertise ausstatten und zur Information der Zielgruppe und zur Prävention beitragen.

ÖIF-Schwerpunkt 2019: Förderung der Integration von Frauen

Die Integration von Frauen ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt in der Integrationsarbeit des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und des Österreichischen Integrationsfonds. Dieser Schwerpunkt ist integraler Bestandteil sämtlicher laut Integrationsgesetz verpflichtenden Maßnahmen (Beratung, Deutschkurse sowie Werte- und Orientierungskurse), darüber hinaus bieten die ÖIF-Integrationszentren in ganz Österreich Beratungsformate und Informationsveranstaltungen für Migrant/innen ebenso wie für Multiplikator/innen im Integrationsbereich an. Alle Informationen zur Projektförderung finden Sie unter www.integrationsfonds.at/aufruf

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