Gegen "Wildwest" im Netz

Chancen und Risiken der Digitalisierung standen im Zentrum der Diskussion mit dem Digitalisierungsexperten Prof. Manfred Broy beim Neujahrsempfang 2019 in Graz.

Graz (OTS) - Mehr als 120 Gäste aus Wirtschaft und Politik sind am Dienstagabend der Einladung zum Neujahrsempfang 2019 der Landesdelegation Steiermark der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK) und des Honorarkonsuls der Bundesrepublik Deutschland für Steiermark und Kärnten gefolgt und sorgten für ein volles Haus in der Aula der Alten Universität Graz.

Zu den Gästen zählten unter anderem der Unternehmer und Doyen Honorarkonsul für Ungarn Rudi Roth, die Grazer Gemeinderätin Daniela Gmeinbauer in Vertretung des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl, Thomas Bauer, Geschäftsführer Schaeffler Austria, Harald Pflanzl, Senior Vice President BASF sowie Messer-Austria-Geschäftsführer Matthias Kuhn und Helmut Gössler, CEO der BDI Holding.

"Die Welt wird besser"

Entgegen manchen düsteren Prognosen für die Zukunft Österreichs, Europas und der Welt gab der Neujahrsempfang 2019 einen positiven und von Zuversicht getragenen Ausblick: "Die Welt wird besser", konstatierte der Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland für Steiermark und Kärnten und Vorstandsvorsitzende der Andritz AG, Wolfgang Leitner. Und der Vorsitzende der DHK-Landesdelegation Steiermark und CEO der GRAWE Bankengruppe, Christian Jauk, setzte hinzu: "Ich bin sicher, dass sich durch die Digitalisierung nicht alles verändern wird. Das wichtigste Kapital der Banken, das Vertrauen der Kunden, wird bleiben!" Als wesentliche Herausforderung sieht Jauk die Schnittstellen zwischen Computer und Mensch.

"Digitale Metamorphose"

Im Zuge der "digitalen Metamorphose" verändere sich vor allem das „Weltbild der Menschen“, meinte der Keynote-Speaker der Veranstaltung, Prof. Manfred Broy, unter anderem Gründungspräsident des Zentrums Digitalisierung Bayern und Gründungsdekan der Technischen Universität München. Wenn 80 Prozent der U-Bahn-Passagiere ein Smartphone in der Hand haben, dann "leben sie mehr in der Welt, die ihnen das Gerät vermittelt, als in ihrer eigentlichen Umgebung", so der Digitalisierungsexperte.

In einem anregenden Gespräch zwischen Broy, Leitner und Jauk unter der Leitung von ORF-Steiermark-Chefredakteur Gerhard Koch wurden auch die ethischen Probleme der Digitalisierung, etwa beim autonomen Fahren, aufgeworfen. Eine große Verantwortung habe die Politik, sagte Broy: Sie müsse etwas tun gegen das "Wildwest im Netz" und Gesetze schaffen, "die die Nutzer absichern", sowie dafür sorgen, dass bei uns nicht das passiere, was in China schon der Fall sei, so Broy mit Verweis auf das sogenannte "Social Scoring". Dabei sind Menschen pausenlos unter Kontrolle und bekommen Punkte für von der Politik erwünschtes Verhalten beziehungsweise Sanktionen für unerwünschtes Verhalten. "Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas bei uns nicht passieren kann", so Broy.

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