RiskMap 2019: Nationalistische Politik als größtes Risiko für europäische Unternehmen in 2019 identifiziert (FOTO)

Frankfurt (ots) - 2019 wird ein Jahr voller Herausforderungen für Unternehmen werden, die ihren Geschäftsbetrieb noch nicht der neuen, von nationalistischer Politik und Regulierung bestimmten Weltordnung angepasst haben. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der RiskMap 2019, einem Ausblick auf politische und Sicherheitsrisiken für Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik, herausgegeben von der spezialisierten globalen Risikoberatung Control Risks.

Harald Nikutta, Senior Partner und Geschäftsführer von Control Risks in Deutschland kommentiert: "Bis vor kurzem konnten sich globale Konzerne darauf verlassen, im Zuge der Globalisierung mithilfe etablierter Wirtschaftszonen international erfolgreich tätig sein zu können. 2019 wird sich allerdings zeigen, welche Unternehmen sich sorgfältig auf die neue wirtschaftliche Realität vorbereitet haben. Für alle anderen geht es um Anpassungsfähigkeit, die wir mehr und mehr für eine der wesentlichen Eigenschaften eines widerstandsfähigen Unternehmens halten."

Control Risks' Top 5 der globalen Risiken für 2019

1. Handelskonflikt zwischen den USA und China deutet neue Weltordnung an

Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird die geopolitische Dynamik 2019 bestimmen. Die Spannungen zwischen den beiden Nationen werden den Geschäftsverkehr erschweren, und zwar nicht nur für diejenigen europäischen Unternehmen, die Standorte in beiden Ländern haben, sondern auch für jene, die nur indirekt mit diesen Ländern verbunden sind.

2. Die globale Daten-Achterbahn

Das Kräftemessen zwischen den drei Philosophien der Datenregulierung wird 2019 ein neues Maß an Risiko für die internationale Geschäftswelt darstellen. Für China sind Daten etwas, das kontrolliert werden muss; für die EU sind Daten etwas, das beschützt werden muss; die USA wiederum sehen Daten als etwas, das kommerzialisiert werden sollte. Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein, Daten innerhalb und zwischen diesen drei Domänen zu sammeln, zu speichern und zu übermitteln, und dies vor dem Hintergrund uneinheitlicher Regulierungsvorgaben und einer eskalierenden Bedrohung der Cyber-Sicherheit.

3. Politische Patt-Situation in den USA

Der Schraubstock des legislativen Stillstands wird sich um die Politikgestaltung in Washington festziehen und die USA in eine Phase erhöhter politischer Unsicherheit stürzen. Die wiedererstarkte Fraktion der Demokraten im Repräsentantenhaus wird versuchen, den Präsidenten dauerhaft scharf unter die Lupe zu nehmen. Der Widerstand der republikanischen Mehrheit im Senat und des Weißen Hauses wird jegliche Hoffnung auf Kohärenz für die Geschäftswelt zunichtemachen.

4. Extreme Wetterphänomene

Einige der schwersten Beeinträchtigungen der Geschäftswelt werden 2019 durch extreme Wetterphänomene und ihre Auswirkungen verursacht werden. Stürme, Überflutungen, Dürren und Waldbrände - die Kosten für die Unterbrechungen in der Produktion, im Vertrieb, im Verkauf und bei Reisen werden 2019 in die Höhe schießen. Die letztjährigen Rekordzahlen für Versicherungsforderungen im Zusammenhang mit Wetterschäden werden 2019 voraussichtlich übertroffen werden.

5. Multinationale Konzerne werden staatenlos

Angesichts der Ausbreitung nationalistischer Tendenzen überall auf der Welt besteht für globale Unternehmen zu Beginn des neuen Jahres das Risiko, zu staatenlosen Nomaden zu werden. Formelle und informelle Schranken nehmen weiter zu. Reibungsloser Handel gerät ins Stocken, Lieferketten werden brüchig. Global Player müssen sich neu ausrichten und sich den aktuellen Realitäten stellen, sonst werden sie von einer Welt im Wandel überrollt.

Sicherlich haben die Top 5 Risiken insbesondere die globale Perspektive im Blick. Nikutta mahnt jedoch, dass "alle Unternehmen im Fokus behalten sollten, dass Risiken keineswegs nur mit exotischen und gefährlichen Orten verbunden sind, sondern in der neuen Realität auch vor der eigenen Türe liegen. Verständnis zu schaffen und sich auf den Umgang mit dem Unerwarteten vorzubereiten, muss für alle Unternehmen auf der Agenda stehen."

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Felicitas Sommer
Senior Marketing Executive, Europe and Africa
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