GLOBAL 2000: Klimakonferenz in Katowice muss Weg aus fossiler Energie freimachen

Dramatische UN-Klimaberichte dürfen nicht ungehört bleiben, auch EU muss ihre Zusagen nachbessern.

Die dramatischen UN-Berichte im Vorfeld der Klimakonferenz müssen gehört werden, man darf jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. In Katowice muss der Weg zum Ausstieg aus fossiler Energie freigeräumt werden und wir brauchen vor allem Zusagen über deutliche Nachgesserungen bei den Klimaschutzplänen. Auch die EU ist gefordert, ihre Klimaschutzpläne zu überarbeiten
Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000

Wien (OTS) - Am kommenden Sonntag beginnt die Klimakonferenz in Katowice (COP24). Sie soll nach Paris, der nächste ganz große Meilenstein der internationalen Klimapolitik werden. „Die dramatischen UN-Berichte im Vorfeld der Klimakonferenz müssen gehört werden, man darf jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. In Katowice muss der Weg zum Ausstieg aus fossiler Energie freigeräumt werden und wir brauchen vor allem Zusagen über deutliche Nachgesserungen bei den Klimaschutzplänen. Auch die EU ist gefordert, ihre Klimaschutzpläne zu überarbeiten“, fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Die Klimakonferenz in Katowice steht ganz im Zeichen von zwei bedeutenden Klimaberichten, die im Vorfeld veröffentlicht wurden. Der IPCC-Special Report on 1,5 °C zeigte, dass wir es noch schaffen können, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 °C einzugrenzen. Damit könnte verhindern werden, dass hunderte Millionen Menschen in Armut abgleiten, Extremwetterereignisse zunehmen sowie einzigartige Ökosysteme zerstört werden. Der UNEP-Emissions Gap Report zeigte wiederum, dass wir unsere Anstrengungen verdreifachen müssen um die 2 °C-Grenze einzuhalten, für ein Unterschreiten der 1,5 °C-Marke müssten die Anstrengungen sogar verfünffacht werden. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend. Bleibt es bei den bisherigen Plänen, werden beide Grenzen überschritten, mit allen dramatischen Konsequenzen. „Österreich hat als EU-Ratsvorsitzland eine besondere Verantwortung. Umweltministerin Elisabeth Köstinger muss darauf hinwirken, dass die EU Farbe bekennt, das Richtige tut und Verbesserungen seiner eigenen Pläne zusagt. Bis 2030 brauchen wir eine Reduktion um mindestens 60 Prozent und nicht um 40 Prozent wie bisher zugesagt“, betont Wahlmüller.

Bei der Klimakonferenz in Katowice stehen weitere wichtige Entscheidungen an. So soll ein Regelwerk beschlossen werden, welches das Pariser Klimaschutzabkommen mit Leben erfüllt. Es geht dabei auch um technische Fragen, wie Bilanzierung und Berichterstattung über Fortschritte bei den zugesagten nationalen Klimaschutzbeiträgen, sowie um Details, wie der Prozess zu Nachbesserungen der Klimapläne genau aussehen soll. Transparenz bei der Umsetzung und Nachbesserungen der Klimapläne sind für GLOBAL 2000 das Um und Auf für die Erreichung der Klimaziele. Weiters geht es um Zusagen über finanzielle und technologische Unterstützung an Entwicklungsländer. Industrienationen sind hier gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Erfreulich sind in diesem Sinne etwa Meldungen aus Deutschland, das erst kürzlich bekanntgegeben hat, seinen Beitrag zur Klimafinanzierung auf 1,5 Mrd. Euro zu verdoppeln. „Finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer ist ein Türöffner für erfolgreiche Verhandlungen bei der Klimakonferenz in Katowice. Industrienationen und auch die EU sowie Österreich müssen den Entwicklungsländern entgegenkommen und damit den weltweiten Zusammenhalt wieder stärken. Entwicklungsländer haben wenig zum Problem beigetragen und stehen schon jetzt vor großen Verwüstungen in Folge der Klimakrise. Auch Österreich muss zusagen, seine öffentlichen Mittel für die Klimafinanzierung Schritt für Schritt zu verdoppeln“, sagt Wahlmüller abschließend.

Johannes Wahlmüller ist auch heuer wieder als langjähriger Beobachter der UN-Klimakonferenzen ab 8.12. bei der COP24 in Katowice vor Ort.

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