Grüne Wirtschaft fordert Aus für Krankensteuer bei Selbstständigen

Ungleichbehandlung von EPU und KMU durch Selbstbehalte und Mehrfachversicherungen

Für viele EPU und KMU bedeuten Erkrankungen oftmals auch wirtschaftliche Ausfälle. Dafür zusätzlich noch eine Krankensteuer einzuheben, grenzt an Zynismus
Sabine Jungwirth/Grüne Wirtschaft

Wien (OTS) - Bei der heute im Sozialausschuss des Parlaments zur Debatte stehende Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger werden die Anliegen der Unternehmerinnen und Unternehmer konsequent ignoriert. Erkrankte Selbstständige müssen für den Arztbesuch weiterhin zwischen 10 und 20 Prozent Selbstbehalt ablegen. „Für viele EPU und KMU bedeuten Erkrankungen oftmals auch wirtschaftliche Ausfälle. Dafür zusätzlich noch eine Krankensteuer einzuheben, grenzt an Zynismus,“ so die Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth: „Unsere angeblich so unternehmerfreundliche Regierung ignoriert diese Ungleichbehandlung seit Jahren.“

Die Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger ist eine langjährige Forderung der Grünen Wirtschaft. Umso bedauerlicher sei es, dass die so genannte Reform auf dem Rücken vor allem kleiner Unternehmerinnen und Unternehmer ausgetragen werde, so Jungwirth: „Die berufsständische Aufteilung zwischen Selbstständigen und Unselbstständigen bleibt erhalten. Diese Standesdünkel sind nicht mehr zeitgemäß, auch weil die Grenzen zwischen selbstständiger und unselbstständiger Arbeit verschwimmen.“ Bereits eine Dreiviertel Million Menschen sind mehrfachversichert und beziehen sowohl selbstständiges als auch unselbstständiges Einkommen. Jungwirth: „Alleine die wachsende Zahl der Mehrfachversicherten zeigt den akuten Handlungsbedarf.“

Die Grüne Wirtschaft fordert deshalb die Zusammenlegung aller Versicherungen und die Abschaffung der Selbstbehalte. „Die Regierung wird beweisen müssen, ob es ihr bei der Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger um echte Reformen oder um PR-Blendwerk auf Kosten der EPU und KMU geht“, so Jungwirth abschließend. 


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