AK: Genau Rechnen beim Energieanbieter-Wechsel!

Einmalrabatte von bis zu 90 Prozent im ersten Jahr können bei manchen KonsumentInnen zu bösen Überraschungen im zweiten Jahr führen.

Wien (OTS) - Die Bereitschaft, den Energieanbieter zu wechseln, ist unter den ÖsterreicherInnen groß: Mehr als 252.000 Haushalte und Unternehmen suchten sich in den ersten neun Monaten 2018 einen neuen Strom- und Gaslieferanten, so die neuen Zahlen der E-Control. Allerdings ist beim Wechseln genaues Rechnen wichtig. „Die Konsumenten-Innen sollten sich nicht von Einmalrabatten von bis zu 90 Prozent im ersten Jahr täuschen lassen“, sagt AK Energieexperte Josef Thoman. „Das könnte im zweiten Jahr – wenn es keinen Rabatt mehr gibt – zu bösen Überraschungen bei der Jahresabrechnung führen.“

Die höchsten Rabatte werden häufig nur bei einem bestimmten Energieverbrauch gewährt. Besonders hoch sind sie meist bei Verbrauchswerten, die für Vergleichszwecke verwendet werden. So sind die Rabatte bei einem Verbrauch von 3.500 kWh in der Regel am höchsten. Stellt sich bei der Jahresabrechnung im Nachhinein heraus, dass weniger oder mehr Strom bzw. Gas verbraucht wurde, sinkt der Rabatt zum Teil erheblich.

Außerdem zahlen Haushalte im zweiten Jahr nach Vertragsabschluss häufig höhere Energiepreise als noch vor dem Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters: Bei einem 5-Jahres-Vergleich (unter der Annahme eines Verbrauchs von 3.500 kWh) kann ein Haushalt dadurch mit bis zu 30 Prozent höheren Stromkosten als bei dem bisherigen Anbieter konfrontiert sein.

AK Tipps:
+ Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner. + Achten Sie bei einem möglichen Tarif- bzw. Anbieterwechsel auf befristete Rabatte, automatische Preisanpassungen und Bindungsfristen.
+ Achtung: Die meisten Strom- und Gasanbieter gewähren hohe Preisrabatte, die nur im ersten Jahr gültig sind. Das kann dazu führen, dass Sie im zweiten Jahr nach Vertragsabschluss mit deutlich höheren Kosten konfrontiert sind. Vergleichen Sie daher die Prei-se über mehrere Jahre!
+ In Vergleichstools wie dem Tarifkalkulator der E-Control werden in der Grundeinstellung stets Wechselrabatte berücksichtigt, daher sollte man das erste Ergebnis hinterfragen und mehrjährige Vergleiche anstellen.
+ Haushalte die GIS befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

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Arbeiterkammer Wien
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