Journalistinnenkongress 5: Wie Medienhäuser in Zeiten von Algorithmen Leserschaft gewinnen

Nana Siebert (der Standard) und Barbara Eppensteiner (OKTO) plädierten für mehr journalistische Qualität und Kontakte zu den Usern.

Wien (OTS) - Noch vor Kurzem seien allein Klicks für den Geschäftserfolg von Onlinemedien wichtig gewesen, sagte Nana Siebert, stellvertretende Chefredakteurin der Tages- und Onlinezeitung Der Standard, beim Workshop “Audience Engagement”, Die Redaktionen hätten sich fast nur um die Reichweiten, nicht aber um die Qualität der Inhalte bemüht.

Dann habe Facebook seine Algorithmen verändert, die die Platzierung von Artikeln in dem sozialen Medium bestimmen. Die Medienhäuser hätten zwischen 20 und 25 Prozent Reichweite verloren.

Eppensteiner: Glaubwürdigkeitskrise im Journalismus

Auch sei es zu einer Glaubwürdigkeitskrise im Journalismus gekommen, sagte Barbara Eppensteiner, Programmintendantin des Wiener Communitysenders OKTO-TV: Journalisten seien keine Gatekeeper zu Informationen mehr.

„Was bedeutet das für Medienhäuser?“ fragte Siebert. Sie und die anderen Expertinnen empfahlen,  mehr im die Qualität der Berichterstattung investieren und gleichzeitig Bemühungen zu setzen, die Leserschaft besser kennenzulernen. Frage sei, was die Userinnen und User erwarteten, für welche Themen sie sich interessierten.

Wichtig sei für Journalistinnen und Journalisten aber auch die Schärfung ihres eigenen Profils: „Leser folgen Journalisten – das ist eine weitere Lehre“, sagte Siebert. Man müsse sich als Person in den Vordergrund stellen und sich selbst vermarkten, um Bindung zur Leserschaft zu erzielen.

Anastasia Gromontova - Youngstars

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