Die „Metallerrunde“ ist Geschichte

Klarstellungen zur fünften Verhandlungsrunde der Metalltechnischen Industrie

Wien (OTS) - Am Donnerstag, dem 8.11., findet die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie statt. Dazu hält Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, fest: „Wir verhandeln am Donnerstag ausschließlich für unsere Branche. Die sogenannte `Metallerrunde´ existiert schon seit sechs Jahren nicht mehr und es gibt daher auch keinen `Metaller-KV´. Die Gewerkschaften agieren damit seit Wochen unseriös und führen die Öffentlichkeit bewusst in die Irre.“ So haben etwa in den letzten Tagen öffentlichkeitswirksame Betriebsversammlungen in Unternehmen stattgefunden, die gar nicht Teil der Metalltechnischen Industrie sind. Verhandelt wird am Donnerstag aber der KV für die Metalltechnische Industrie. Daten zu anderen Industriebranchen, die derzeit in eigenen Runden auch ihren Branchen-KV verhandeln, wie etwa die Fahrzeug- oder Stahlindustrie, spielen hier keine Rolle. Die Unterschiede der Branchen im Wachstum, bei der Lohnquote oder Produktivität sind enorm und daher nicht vergleichbar.

Knill: „Die Gewerkschaften nehmen Betriebe und Beschäftigte von Branchen in Geiselhaft, für die sie selbst in unterschiedlichen Runden verhandeln. Die Metalltechnische Industrie hier als Prellbock herzunehmen, ist unprofessionell und unseriös. Es ist Aufgabe der Gewerkschaften, für verschiedene Branchen auch entsprechend der jeweiligen Branchensituation zu verhandeln. Vernunft und Verantwortungsbewusstsein sind aber für die handelnden Funktionäre offenbar Fremdworte geworden. Stattdessen heizen sie wie Populisten die Stimmung mit Halbwahrheiten und Verdrehungen künstlich auf. Das heurige Theater ist einzigartig und ein Tiefpunkt in der sozialpartnerschaftlichen Tradition der Gewerkschaften.“

Für die kommende Runde hat der Fachverband bereits mehrfach klargestellt:

  • Es wird keine unvernünftige Belastung der Betriebe in der Metalltechnischen Industrie geben. „Alles was nicht ökonomisch begründbar ist, schadet vor allem auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn leidet die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, leiden wir am Ende alle“, so Knill. Er verweist auf die hohe Exportabhängigkeit der Metalltechnischen Industrie und die besondere Firmenstruktur. „Wir haben über 85 % Familienbetriebe in kleiner und mittlerer Größe. Den Gewerkschaften fehlt es heuer mehr denn je an ökonomischem Sachverstand und sie wollen es aus politischen Gründen einfach nicht akzeptieren, dass die Bäume in unserer Branche nicht in den Himmel wachsen.“
  • Der Fachverband hat sich mehrfach für einen fairen Abschluss bereiterklärt. Knill: „Wir garantieren schon jetzt unseren Beschäftigten eine Abgeltung der Inflation und einen ordentlichen Anteil am Produktivitätsfortschritt. Die Gewerkschaften haben die Verhandlungen zuletzt trotzdem einseitig abgebrochen. Ihr Forderungspaket ist derart abgehoben, dass wir es keinesfalls akzeptieren können.“
  • Die Novelle des Arbeitszeitgesetzes hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie, daher kann es auch keinerlei Gegenleistungen geben. Sollte die betriebliche Praxis ein anderes Bild ergeben, ist der Fachverband gerne bereit, dies nach einem entsprechenden Beobachtungszeitraum zu analysieren und gegebenenfalls faire Lösungen zu finden.

Knill abschließend: „Das Thema Arbeitszeitgesetz wird jetzt seit einigen Tagen wieder von Seiten der Politik diskutiert und es stehen mögliche Änderungen im Raum. Das belegt unsere Position, denn wir sind dafür der falsche Ansprechpartner. Bei uns gelten grundsätzlich der 8-Stunden-Tag und die 38,5-Stunden Woche, hohe Zuschläge für Überstunden und ein modernes Zeitkontenmodell. Es kann und wird daher in unserem KV keine Abgeltung für etwas geben, das noch gar nicht umgesetzt oder erprobt ist.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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