GLOBAL 2000 veröffentlicht ersten Bericht über Müll in der österreichischen Natur

Der meiste Müll in der heimischen Natur besteht aus Plastik – Gegenmaßnahmen sind dringend erforderlich

Die Verantwortung für die Vermüllung der Natur darf nicht auf die KonsumentInnen abgewälzt werden. Die Politik muss das Problem an der Wurzel packen und dafür sorgen, dass endlich weniger Wegwerfplastik in Umlauf ist.
Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000

Wien (OTS) -

Müll hat in der Natur nichts verloren und kann gefährliche Folgen für Natur, Mensch und Umwelt haben. Um das Ausmaß der Vermüllung festzustellen, sammelte GLOBAL 2000 mit Unterstützung hunderter Freiwilliger über die Sommermonate 2018 mit Hilfe der Citizen Science App „Dreckspotz“ Daten zum Littering-Müll in der heimischen Natur. Unter Littering versteht man das achtlose Wegwerfen und Liegenlassen von Abfällen in der Natur und im öffentlichen Raum. Insgesamt wurden im Zeitraum zwischen Mai und September 2018 über 26.500 Stück Littering-Abfall dokumentiert. Dies entspricht knapp einer Tonne sowie rund 12.500 Liter an Abfällen, die im öffentlichen Raum gefunden wurden. Den größten Anteil nach Stück, Masse und Volumen hatte Plastik aller Art. „Die Verantwortung für die Vermüllung der Natur darf nicht auf die KonsumentInnen abgewälzt werden. Die Politik muss das Problem an der Wurzel packen und dafür sorgen, dass endlich weniger Wegwerfplastik in Umlauf ist.“ meint Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000.

Eine starke EU-Einwegplastik-Richtlinie ist dringend nötig

Die Erhebungen von GLOBAL 2000 haben gezeigt, dass Plastik in der Natur nicht ausschließlich ein Problem der Meere ist, sondern auch eines bei uns in Österreich. Typischer Müll in der Natur sind Verpackungen sehr kurzlebiger Konsumgüter wie Getränkeflaschen und -Becher, Essens-Boxen und auch Zigarettenstummel. “Eine starke Einwegplastik-Richtlinie, wie sie derzeit EU-weit verhandelt wird, könnte den Plastikeintrag in Österreichs Natur eindämmen. Diese Richtlinie darf bei den derzeit stattfinden Trilog-Verhandlungen keinesfalls verwässert werden, denn dann ist zu erwarten, dass sich nichts ändert und weiterhin massenhaft Plastikmüll in der Natur landet.“ sagt Lisa Kernegger.

Zigarettenstummel sind gefährlicher Sondermüll

Als zweithäufigster Müll (in Stück) in der Natur wurden Zigarettenstummel gefunden, die zum Großteil aus Plastik bestehen und von denen eine besondere Umweltgefahr ausgeht. Die im Filter aufgefangenen Schadstoffe wie Nikotin, Arsen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle können in Böden und Gewässer gelangen und diese schädigen.

Getränkeverpackungen liegen häufig dort, wo sie nicht hingehören

Der Report identifiziert weiters Getränkeverpackungen mit einem Anteil von etwa 12% nach Stück und 20% nach Volumen am Gesamtaufkommen des weggeworfenen Abfalls. Den größten Anteil daran haben Getränkedosen (nach Stück) und PET-Flaschen (nach Volumen). “Die Einführung eines verpflichtenden Pfand auf Einweg-Getränkeverpackungen in einer angemessenen Höhe könnte verhindern, dass so viele Getränkeverpackungen in der Natur landen. Wichtig ist, dass das nur zusammen mit einer verpflichtenden Mehrwegquote beschlossen wird. Denn die umweltfreundlichste Getränkeverpackung ist nach wie vor das Mehrweggebinde.“ so Kernegger weiter.


Den gesamten detaillierten Bericht finden Sie unter:
https://www.global2000.at/sites/global/files/Report-Muell-In-Natur-2018.pdf


Die DreckSpotz-App ist eine Initiative von GLOBAL 2000 gemeinsam mit den Sektionen Edelweiss und Gebirgsverein des Österreichischen Alpenvereins. Die Anwendung dieser Gratis-App ist sehr einfach: Wird Müll vorgefunden, wird dieser mittels der App fotografiert, in eine Kategorie eingeteilt (Plastik, Metall, Papier, Zigaretten, Glas/Keramik und Sonstiges) und automatisch via GPS verortet. Diese Daten befüllen eine Datenbank, die als Grundlage für den vorliegenden Bericht dienten. Der Müll wird von den App- BenützerInnen fachgerecht entsorgt.


Die DreckSpotz-App für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.spotteron.dreckspotz

Die DreckSpotz-App für Apple: https://itunes.apple.com/us/app/dreckspotz-global-2000/id1380882029?mt=8


Rückfragen & Kontakt:

Lisa Kernegger, GLOBAL 2000 Ökologin, lisa.kernegger@global2000.at 0699 14 2000 22

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, michael.lachsteiner@global2000.at 0699 14 2000 20

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