AK Anderl zum 12-Stunden-Tag: Ruf nach Sanktionen hätten wir uns ersparen können!

Wien (OTS) - „Hätte die Bundesregierung beim neuen Arbeitszeitgesetz gleich auf die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften gehört, dann müsste Vizekanzler Heinz-Christian Strache jetzt den Unternehmen keine Sanktionen androhen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Denn“, so Anderl weiter, „dass die nach massiven Protesten letzt-endlich doch im Gesetz verankerte Freiwilligkeit in der Praxis nicht viel wert ist, hat sich jetzt gezeigt. Wie berichtet liegt der Arbeiterkammer ein erster Fall vor. Ein Arbeitgeber benutzte das 12-Stunden-Tag-Gesetz um eine ältere Arbeitnehmerin los zu werden.

Sehr viele Beschäftigte wagen aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes erst gar nicht den Gang zur AK oder den Gewerkschaften. „Und dabei wissen wir noch gar nicht, wie schwer die gesundheitlichen Folgen des 12-Stunden-Tages sein werden“, gibt die AK Präsidentin zu bedenken. Studien beweisen aber bereits jetzt sehr eindrucksvoll, dass 12 Stunden Tage sowohl physische als auch psychische Erkrankungen auslösen.

„Die AK ist der Ansicht, dass es besser gewesen wäre, eine faire Flexibilisierung der Arbeitszeiten auf einem anderen Weg als mit diesem Gesetz anzugehen. Wir wären jedenfalls gesprächsbereit gewesen, um eine faire Lösung für alle Beteiligten zu finden“ so Anderl. Stattdessen muss jetzt nach Sanktionen für Unternehmen gerufen werden, die sich nicht an das Recht halten. Anderl dazu: „Das hätten wir uns ersparen können, wiewohl ich es anerkenne, dass Vizekanzler Heinz-Christian Strache die Unternehmen, die sich nicht an das Gesetz halten, nicht ungeschoren davonkommen lassen möchte.“

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