NÖ Bauernbund will heimische Lebensmittelversorgung sichern

Bauernvertretung fordert im NÖ Landtag faire Wettbewerbsbedingungen und Notfallzulassungen ein

St.Pölten (OTS) - Im internationalen Vergleich erzeugen Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern nach den höchsten Lebensmittelsicherheits-, Umwelt- und Tierwohlstandards sowie durch Gentechnikfreiheit am Acker einzigartige Spitzenqualitäten. Doch Klimawandel, Schädlingsdruck und die damit verbundenen Ernteausfälle machen der heimischen Landwirtschaft zu schaffen.

So wurden im heurigen Jahr rund 11.000 Hektar von rund 42.000 Hektar Rübenfläche von Schädlingen vernichtet. Gleichzeitig mussten 120.000 Tonnen Kartoffeln entsorgt werden, die vom Drahtwurm befallen waren. Diese Kartoffelmenge könnte alle Einwohner Wiens fast zwei Jahre lang ernähren. Die europaweit einzigartig hohen Produktionskosten und ruinöse Erzeugerpreise nehmen zehntausenden Bauern jede Chance auf wirtschaftlichen Erfolg. Bereits jetzt befinden sich 4.500 Rübenbauern und knapp 4.000 Erdäpfelbauern in Existenznot.

„Wir sehen die bäuerliche Landwirtschaft in Gefahr – doch ohne diese kann es keine Versorgungssicherheit und gesunde, qualitativ hochwertige, regional und naturnah produzierte Lebensmittel geben. Den heimischen Konsumentinnen und Konsumenten soll aber weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, regionale Lebensmittel beziehen zu können“, schlagen die Landtagsabgeordneten Manfred Schulz und Richard Hogl Alarm.

Gemeinsam haben die beiden Bauernbund-Abgeordneten mit den Landtagskollegen Josef Edlinger, Doris Schmidl, Franz Mold, Karl Moser und Anton Kasser daher in der Landtagssitzung am Donnerstag, 25. Oktober 2018, einen Antrag auf Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln zur Sicherung der heimischen Lebensmittelversorgung eingebracht. „Nur faire Wettbewerbsbedingungen, zumindest am EU-Binnenmarkt, können eine nachhaltige Produktion in Österreich gewährleisten“, so LAbg. NÖ Bauerndirektorin Klaudia Tanner. Unterstützt wurde der Antrag auch von JVPNÖ-Obmann LAbg. Bernhard Heinreichsberger.

„Warum sollen beispielsweise Erdäpfelbauern aus Ägypten oder der Slowakei, die nicht so naturnah produzieren, einen Wettbewerbsvorteil haben, während die heimische Landwirtschaft leidet und hochqualitative Lebensmittel auf den Äckern verderben?“, fragen die Abgeordneten Franz Mold und Richard Hogl, und bringen es auf den Punkt: „Hier steht letzten Endes die Sicherstellung der österreichischen Lebensmittelversorgung und Ernährungssouveränität auf dem Spiel.“

Im Rahmen des Antrags vom NÖ Landtag wird die Bundesregierung daher aufgefordert, die Lebensmittelproduktion in Österreich unter gleichen und fairen Rahmenbedingungen auch für die Zukunft abzusichern. Der Antrag wurde dem Landwirtschaftsausschuss zugewiesen und soll in der nächsten NÖ Landtagssitzung am 22. November zur Abstimmung gelangen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Michael Kostiha
Pressesprecher NÖ Bauernbund
Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742/9020-2330,
Mobil: 0664/230 318 3
Mail: michael.kostiha@noebauernbund.at

Maria Haiderer, BA
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 02742/9020-2340
Mobil: 0664/839 74 12
Mail: haiderer@noebauernbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0002