Arbeitsalltag am Zentralfriedhof: „dokFilm“-Premiere „Leben für den Tod“ am 28. Oktober

Weitere ORF-Programme anlässlich Allerheiligen/Allerseelen

Wien (OTS) - Ungewöhnliche Einblicke in den Arbeitsalltag an Österreichs berühmtester Ruhestätte liefert der neue österreichische Dokumentarfilm „Leben für den Tod – Menschen am Zentralfriedhof“, der am Sonntag, dem 28. Oktober 2018, im „dokFilm“ um 23.00 Uhr in ORF 2 seine TV-Premiere feiert. Die Filmemacherinnen Karin Berghammer und Krisztina Kerekes gehen der Frage nach, wie sich die Nähe zum Tod im Alltag auf diese Menschen auswirkt. Für die von der ORF-TV-Kultur koproduzierte Dokumentation blicken sie hinter die Kulissen und lernen beeindruckende Persönlichkeiten kennen, die zum fast unsichtbaren Personal des Friedhofs gehören. Im Film, der anlässlich Allerheiligen und Allerseelen ausgestrahlt wird, stehen sie einmal im Rampenlicht.

Weitere ORF-Programme anlässlich Allerheiligen und Allerseelen:

Zu Allerheiligen, am Donnerstag, dem 1. November, präsentiert ORF 2 in der Feiertags-„matinee“ um 9.05 Uhr die Sendung „Grabgeschichten:
André Heller und Dirk Stermann besuchen den Hietzinger Friedhof“ – ein existenzieller Spaziergang mit anekdotischem Mehrwert.
Um 17.30 Uhr zeigt ORF 2 die Dokumentation „Der letzte Takt – fast vergessene Totenlieder“ des Landesstudios Kärnten. Der Film erzählt die Geschichte des 74-jährigen, ehemaligen Lehrers und Chorleiters Hans Pleschberger, der als Student im Katschtal von Bauernhof zu Bauernhof unterwegs war, um sich Toten- und Wachlieder vorsingen zu lassen. Diese hat er in sechs Büchern handschriftlich festgehalten. In den Zeilen und Noten steckt die Geschichte der sogenannten Wachlieder, die am Totenbett in jener Zeit gesungen wurden, als Verstorbene noch zu Hause aufgebahrt wurden.
Um 20.00 Uhr porträtiert eine „FeierAbend“-Ausgabe mit dem Titel „Der Grabredner“ den ehemaligen Südtiroler Jesuiten, Schauspieler und Philosophen Hannes Benedetto Pircher, der als Grabredner rund 250 Menschen pro Jahr auf ihrem letzten Weg begleitet. Am Freitag, dem 2. November, zeigt ORF 2 um 16.45 Uhr eine weitere „FeierAbend“-Ausgabe:
„Mit einem Fuß im Himmel“ porträtiert den Notfallseelsorger Albert Biesinger. Menschen im Angesicht des Todes zu begleiten, gehört zu seinen Hauptaufgaben. Vor einigen Jahren jedoch befand sich Albert Biesinger von einer Sekunde auf die andere selbst in höchster Lebensgefahr und machte die Erfahrung eines Nahtoderlebnisses. Zuvor heißt es um 16.00 Uhr in ORF 2 in einer neuen Ausgabe der „Barbara Karlich Show: Mein Abschied vom Leben soll ein Fest sein“. Für einige der Gäste gibt es gute Gründe, sich schon zu Lebzeiten damit zu beschäftigen, wie die eigene Bestattung – bis ins kleinste Detail – ablaufen soll.

Zum Inhalt von „Leben für den Tod – Menschen am Zentralfriedhof“:

Der Zentralfriedhof in Wien-Simmering übt auf viele Besucherinnen und Besucher eine ungewöhnliche Faszination aus, und das nicht nur während der Totenfeiertage um Allerheiligen. Längst ist die zweitgrößte Ruhestätte Europas, die sich über eine Fläche von 55 Hektar erstreckt, zur Kultstätte geworden. Ein Ort, der abgeschottet von hohen Mauern auf wundersame Weise seine Lebenden und Toten vereint. Kaum bekannt sind jedoch die Menschen, die am Gelände des Zentralfriedhofs arbeiten und sich um 330.000 Gräber und ihre beheimateten drei Millionen Toten kümmern – Menschen, die ihr berufliches Leben ganz den Verstorbenen widmen.

Zu den dort Beschäftigen zählen zum Beispiel die Totengräber Thomas Zaubi und Dejan Srbulovic, die korrekterweise eigentlich „Gräbergraber“ heißen müssten. Sie leisten wahre Knochenarbeit und das ohne Zollstock. Bis heute werden die Maße der Gräber anhand der eigenen Schuh- und Körpergröße bemessen.
Auch der Schlosser Willi Heschl ist hier tätig. Aufgewachsen in einem Bestatter-Haushalt, verleiteten ihn die in der Garage gelagerten Särge einst zu Jugendstreichen.
Die Baumpflegerin Kerstin Peschek gerät beim Erklettern einer 20 Meter hohen Föhre außer Atem und flucht deshalb schon mal gerne. Wenn jedoch ein Leichenzug vorbeikommt, legen die Arbeiterinnen und Arbeiter ihr Werkzeug beiseite, dann sind sie alle stumm. Ihre Kettensägen und die Motoren der Baggerfahrer verklingen – bis der Abstand groß genug ist, wird Respekt gezollt.
Selbst der Geschäftsführer der für den Friedhof zuständigen Wiener Stadtwerke GmbH, Markus Pinter, macht deutlich, dass ihm angesichts der abnehmenden Sterblichkeitsrate in Wien das Überleben des Zentralfriedhofs am Herzen liegt.

Was alle hier arbeitenden Menschen gemeinsam haben, ist ihre Offenheit gepaart mit Gelassenheit und einer gesunden Portion Humor. Vielleicht ist es die tagtägliche Konfrontation mit der Endlichkeit, die ein verstärktes Bewusstsein für die eigene Lebendigkeit mit sich bringt. An einem Ort, an dem durch die Präsenz der existentiellen Ebenen unseres Daseins das Verbindende im Vordergrund steht.
In ihrem Film „Leben für den Tod – Menschen am Zentralfriedhof“ dokumentieren Karin Berghammer und Krisztina Kerekes diese Welt, die offen ist für alle Konfessionen und die sich in ihrer Vielfalt und Pracht als einzigartiges Spiegelbild Wiens präsentiert.

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