FVA: Agnes und Karlheinz Essl Vorbild für Großspender!

Fundraising Verband hofft auf „Nachahmer“ der größten Spende seit Jahrzehnten

Wien (OTS) - Wie heute bekannt wurde, spendet das Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl sein Lebenswerk – die Sammlung Essl im Wert von 85-91 Millionen Euro – der Albertina. Damit reihen sie sich zu den größten Mäzenen Österreichs ein. Die Spende stellt die größte für eine Kultureinrichtung der letzten Jahre dar. Eine ähnlich große Spende tätigte Dietrich Mateschitz 2012 mit 70 Millionen Euro an die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg oder der Industrielle Hans Peter Haselsteiner mit seinen kulturellen Aktivitäten für das Festspielhaus Erl oder das Wiener Künstlerhaus. Insgesamt sind solche Großspenden nach wie vor Einzelfälle in Österreich. Im internationalen Vergleich gibt es hierzulande kaum Großspenden. Kein Wunder, meint der Fundraising Verband: Das Klima für Philanthropen ist noch eher rau, erste Keime der Hoffnung wie die aktuelle Spende geben aber Hoffnung für die Zukunft.

Einzelne Großspender leisten einen wichtigen Beitrag zur Kulturförderung in Österreich. So finanzierte Peter Pühringer mit der POK Pühringer Privatstiftung den 15 Mio. Euro teuren Bau des Konzertsaals „MuTh“ der Wiener Sängerknaben und kommt auch für den laufenden Spielbetrieb auf. Ebenfalls beispielhaft ist das Engagement von Helmut und Kathryn List, deren AVL Cultural Foundation Privatstiftung zahllose innovative Projekte aus den Bereichen Kunst und Wissenschaft ermöglicht. Ein weiteres Beispiel sind die Tiroler Festspiele Erl. Der Bau des Festspielhauses mit Kosten von 36 Mio. Euro wurde zum Großteil durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung ermöglicht, die auch die laufenden Betriebskosten trägt. Haselsteiners Stiftung unterstützt aber auch das Wiener Künstlerhaus und besitzt den zweiten Teil der Sammlung Essl. Diese Beispiele zeigen, dass der Philanthropie-Standort Österreich durch das neue, gemeinnützige Stiftungsrecht seit 2016 belebt wurde.


Kulturspenden international und in Österreich

Die privaten Spenden im Kultursektor sind hierzulande noch gering. Durch die Erweiterung der steuerlichen Absetzbarkeit auf Kultureinrichtungen im Jahr 2016 hat das Thema „Spenden für Kunst und Kultur“ zwar an Relevanz gewonnen, mit den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen wird das Potential jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Rund 15 Mio. Euro, also etwas mehr als 2 % des Gesamtspendenvolumens von 630 Mio. Euro wurden in Österreich zuletzt für Kultur gespendet. Wissenschaft und Forschung unterstützen die Österreicher hingegen mit rund 40 Mio. Euro. International hat private Kulturförderung eine wesentlich größere Bedeutung. In den Niederlanden, wo der Anreiz der steuerlichen Absetzbarkeit von Kulturspenden schon lange besteht, entfallen jährlich ca. 8 % auf Kultur. Auch in Deutschland, der Schweiz und allen voran Großbritannien sind alternative Finanzierungsformen im Kunst- und Kultursektor deutlich besser etabliert.

Bundesregierung gefordert

Seitens der Bundesregierung braucht es jetzt ein klares kulturpolitisches Bekenntnis für mehr private Kulturförderung und die rasche Umsetzung der nötigen Rahmenbedingungen. Ko-Finanzierungen, wie die Verdoppelung jeder Spende durch den Staat, oder Erleichterungen bei der Spendenabsetzbarkeit für Kulturspenden sind nur einige Ansätze. Kultureinrichtungen sind bei der Spendenabsetzbarkeit derzeit deutlich benachteiligt. So haben es auch nur knapp 110 von ihnen auf die Liste spendenbegünstigter Einrichtungen des BMF geschafft. Die Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement für Kultur ist jedenfalls gegeben: 6% der Österreicher sind bereit, für Kunst und Kultur zu spenden (Quelle: Public Opinion).

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Mag. Peter Steinmayer, Leitung Media Relations Fundraising Verband Austria
M: +43 676 914 66 25, E: pst@fundraising.at

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