Wien-Folge der „Universum History“-Zeitgeschichteserie „Unser Österreich“ im Funkhaus präsentiert

„Wien – Geschichte aus der Vorstadt“ am 30. Oktober um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - „Universum History“ startete mit der neunteiligen Reihe „Unser Österreich“ im Dezember 2015 eine aufwendige Dokumentationsreihe im Hauptabend, die erstmals die facettenreiche Geschichte von Österreichs Bundesländern in den Mittelpunkt rückt. Die Geschichte der Bundesländer wird anhand von neun Familien erzählt, deren Geschichte mit der ihrer Heimat verbunden ist. Mit diesen Protagonisten werden historische Wendepunkte, persönliche Schlüsselerlebnisse, aber auch die Auseinandersetzung mit Tradition und Veränderung thematisiert.

Ein Jahrhundert, eine Familie, ein Wohnhaus in der Vorstadt – im neunten und letzten Teil der Reihe „Unser Österreich“ widmet sich „Universum History“ der wechselvollen Geschichte Wiens, erzählt anhand der dramatischen Erlebnisse der Familie Erdheim. Im Mittelpunkt der hochkarätig besetzten und aufwendigen Spieldokumentation „Wien – Geschichte aus der Vorstadt“ steht am Dienstag, dem 30. Oktober 2018, um 21.05 Uhr in ORF 2 eine „echte“ Wiener Familie, die einst aus einem der Kronländer der Habsburgermonarchie in die Hauptstadt gezogen ist. Verkörpert werden die Familienmitglieder u. a. von Daniela Golpashin, Erwin Steinhauer und Hary Prinz.

Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum 100-jährigen Republiksjubiläum zeigt ORF 2 die Dokumentation „Wien – Geschichte aus der Vorstadt“ am Dienstag, dem 30. Oktober, um 21.05 Uhr in ORF 2. Gestern, am Donnerstag, dem 18. Oktober, wurde die Produktion in Anwesenheit von Bürgermeister Michael Ludwig, ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner, ORF-Landesdirektorin Brigitte Wolf und „Universum History“-Projektleiter Tom Matzek sowie von Angehörigen der Familie Erdheim im Funkhaus präsentiert. Im Gespräch mit Regisseurin Katharina Heigl erläuterte ORF-Wien-Redakteur Bernd Matschedolnig die Besonderheiten der Dokumentation, die als Koproduktion von ORF, Satel Film und BMBWF, gefördert von Filmfonds Wien und Zukunftsfonds der Republik Österreich, unterstützt von Stadt Wien und Wien Tourismus entstand. Ebenfalls unter den Gästen: Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Satel-Film-Geschäftsführer Heinrich Ambrosch, Satel-Film-Produzentin Bettina Kuhn, Filmfonds-Wien-Geschäftsführerin Gerlinde Seitner, die in der Produktion mitwirkenden Darsteller Daniela Golpashin, Hary Prinz, Matthias Franz Stein und Larissa Emsenhuber, Cinestyria-Generalsekretär Enrico Jakob sowie die „Unser Österreich“-Produzenten bzw. -Filmer Dieter und Jakob Pochlatko, Reinhold Bilgeri, Fritz Kalteis und Georg Laich.

Bürgermeister Michael Ludwig: „Finde es wichtig, dass der ORF als kollektives Gedächtnis fungiert“

„Ich finde es wichtig, dass der ORF als kollektives Gedächtnis fungiert und sich gerade mit jenem Teil der österreichischen Geschichte auseinandersetzt, der schmerzhaft ist. Das ist etwas Wertvolles, was nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet. Produktionen wie diese ‚Universum History‘-Dokumentation sind dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorbehalten und deshalb ist es wichtig, dass sich der ORF diesen Themen stellt. Ich bin sicher, dass der Film dazu beitragen wird, dass dieses Kapitel unserer Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Ich glaube, dass man aus der Geschichte lernen kann und es richtig ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Denn es ist wichtig zu wissen, woher man kommt, damit man weiß, wohin man geht.“

ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner: „Danke dem gesamten Team rund um Tom Matzek für eine bewegende Reise durch 100 Jahre Geschichte der Bundesländer“

„Das Ende unserer Reise durch 100 Jahre Geschichte der Bundesländer im Spiegel einer Familiengeschichte führt nach Wien, zur Familie Erdheim. Wir haben auch in diesem Film, wie in den insgesamt neun Folgen generell, berührende, erhellende, ausgezeichneten Zeitreisen gesehen: Geschichte ist dann begreifbar und relevant für uns, wenn sie uns berührt und uns zum Nachdenken bringt: über unsere eigene Herkunft, über Auswirkungen von weltpolitischen Entwicklungen auf die oder den Einzelne/n. Und das ist das Fundament für uns, die Zukunft zu gestalten. Ich danke allen Kreativen und Machern und ganz besonders meinem ausgezeichneten Team der ‚Universum History‘-Redaktion rund um Tom Matzek, die bewiesen haben: wer an eine Idee glaubt, kann Großes erschaffen. Das ist unser Auftrag und unsere Passion: Zeitgeschichte neu und innovativ anders erzählen!“

ORF-Wien-Landesdirektorin Brigitte Wolf: „Durch die Geschichte der Donaumonarchie hat Wien eine ganz besondere Stellung im ‚Universum History‘-Projekt“

„Wien war über viele Jahrhunderte Mittelpunkt eines Millionenreichs. Die Geschichte der Donaumonarchie ist in unserer Stadt noch immer allgegenwärtig, deswegen hat Wien auch eine ganz besondere Stellung im ‚Universum History‘-Projekt über die Geschichte der österreichischen Bundesländer. Nach dem Zerfall des Habsburger-Imperiums im Jahr 1918 musste sich Wien erst damit zurechtfinden, nicht mehr kaiserliche Metropole eines riesigen Vielvölkerstaates zu sein, und war auf der Suche nach einer neuen Identität. Diese Suche prägt das gesamte 20. Jahrhundert und ist bis heute noch immer aktuell.“

Regisseurin Katharina Heigl: „Bei ‚Universum History: Unser Österreich‘ ist es Teil des Konzepts, Geschichte über persönliche, familiäre Geschichten zu erzählen“

„Die Arbeit an diesem Projekt war extrem erfüllend und erschreckend zugleich. Sie hat mir auf einer emotionalen Ebene bewusst gemacht, dass große Katastrophen in der Menschheitsgeschichte klein anfangen können – mit Angst und Hass, die sich wie ein Virus in der Gesellschaft ausbreiten. Bei ‚Universum History: Unser Österreich‘ ist es Teil des Konzepts, Geschichte über persönliche, familiäre Geschichten zu erzählen. Diese Nähe berührt Herz und Hirn mehr als jede rein faktische Analyse.“

Tom Matzek, Sendungsverantwortlicher „Universum History“: „Neun Familien, neun Bundesländer, neun Filme – jedes Projekt auf seine Art einzigartig“

„Der Abschluss unserer Serie über die Geschichte der Bundesländer schlägt den Bogen zu den Kronländern der k. u. k. Monarchie. Wien war immer schon ein Magnet für die Menschen aus allen Regionen der Donaumonarchie, gleichsam ein Vielvölkerstaat im Kleinen – gerade um die Jahrhundertwende und in der Zeit des Ersten Weltkriegs. So auch für die Protagonisten der neunten Folge, eine jüdische Familie, die aus dem damaligen Galizien, der heutigen Ukraine, in die Hauptstadt kommt. Auch ihre Geschichte zeigt die Vielfalt unserer Heimat und ist damit ein weiteres Puzzlestück im Gesamtbild unserer Serie. Neun Familien, neun Bundesländer, neun Filme – jedes Projekt ist auf seine Art einzigartig geworden.“

„Wien – Geschichte aus der Vorstadt“ – am 30. Oktober um 21.05 Uhr in ORF2

Ein Jahrhundert, eine Familie, ein Wohnhaus. Gersthof im 18. Wiener Gemeindebezirk ist seit 1907 eng mit dem Schicksal der jüdischen Familie Erdheim verbunden. Ihre Wurzeln liegen in Galizien, der heutigen Ukraine. Hier bringen sie es durch den Erdölboom Mitte des 19. Jahrhunderts zu Wohlstand und erfüllen sich einen Traum – die Übersiedelung nach Wien, der glanzvollen Metropole des Fin de Siècle. Doch mit dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des Habsburgerreichs finden sie sich in einer Stadt im Ausnahmezustand wieder. Hunger, Arbeitslosigkeit, dazu Tausende Menschen aus den Kronländern, die versuchen, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Die Erdheims, die bekannte Ärzte hervorgebracht haben, sind von den prägenden Ereignissen Anfang des 20. Jahrhunderts direkt betroffen – weil sie die Opfer der politischen Auseinandersetzungen und später des NS-Terrors im Spital behandeln. Aber auch durch die ständige Gefahr, selbst Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns zu werden – obwohl mittlerweile Teil einer großbürgerlichen, weltlichen Gesellschaftsschicht, die sich vom orthodoxen Judentum ihrer Vorfahren vollkommen entfernt hat. Diese Erfahrungen werden zu zentralen Themen ihrer Familiengeschichte – die Claudia Erdheim, Schriftstellerin und Hauptfigur des Films, bis heute nicht loslassen.

Nähere Informationen zur Produktion sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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