Aktionstag gegen Kinderarmut in Niederösterreich

45.000 Kinder in NÖ sind von Armut betroffen

St. Pölten, (OTS) - Gemeinsam machten die Volkshilfe NÖ mit Präsidenten Prof. Ewald Sacher und Geschäftsführer Mag. (FH) Gregor Tomschizek sowie NÖ Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig anlässlich des heutigen Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut im Rahmen einer niederösterreichweiten Aktion der Volkshilfe NÖ auf das Thema Kinderarmut aufmerksam.

Derzeit sind etwa 45.000 Kinder in Niederösterreich von Armut betroffen. Es sei einfach nur ‚Glück‘, in welche Familie man hineingeboren werde. Deswegen brauche es treffsichere Maßnahmen, um Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und sie bestmöglich zu fördern, betont LR Königsberger-Ludwig: „Denn Armut macht krank und mindert zudem Bildungs- wie auch Lebenschancen.“

Um die Armutsspirale zu durchbrechen und Kinderarmut zu bekämpfen, so Ewald Sacher, seien neue Modelle notwendig. Aus diesem Grund habe die Volkshilfe ein Kindergrundsicherungsmodell entwickelt. „Wir wollen einen monatlichen Sockelbetrag von 200 Euro für alle Kinder umsetzen. Darüber hinaus bekommen Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen, z.B. AlleinerzieherInnen, nach unserer Vorstellung einen nach dem Einkommen gestaffelten Zusatzbetrag. Kinder aus armutsgefährdeten Familien würden somit bis zu 625 Euro monatlich erhalten. Dies würde die Entwicklung aller Kinder absichern, unabhängig davon, wie viel ihre Eltern verdienen“, erklärt Sacher.

Zwar weise Österreich vielfältige kinder- und familienbezogene Leistungen auf, diese seien aber mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen verbunden, was letztlich einen Anstieg von Kinderarmut nicht verhindere, hält Gregor Tomschizek fest. „Unser Ziel ist es, die Kinderarmut bei uns abzuschaffen. Alle Kinder haben das Recht auf Chancengleichheit. Und dafür werden sich alle VolkshelferInnen auch in Zukunft mit ganzer Kraft einsetzen!“, so Tomschizek.

In dieselbe Kerbe schlägt abschließend auch Königsberger-Ludwig. Sie fordert die Bundesregierung auf, umgehend im Sozialbereich aktiv zu werden. „Die derzeitige Hinhaltetaktik der Bundesregierung im Hinblick auf die Bedarfsorientierte Mindestsicherung trifft auch Kinder. Wir brauchen deshalb dringend ein soziales Sicherungsnetz, das ein menschenwürdiges Leben erlaubt und der verfassungsgerichtlichen Kontrolle standhält.“ Außerdem tritt LR Königsberger-Ludwig für einen Mindestlohn von 1.700 Euro ein, damit trotz Erwerbstätigkeit Familien und ihre Kinder nicht in Situationen kommen, in denen sie auf Sozialleistungen angewiesen sind.
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