AK Studie 2: Kinder brauchen mehr Schutz!AK Studie 2: Kinder brauchen mehr Schutz!

Viele Jugendliche folgen Videobloggern und Co – AK gibt TippsViele Jugendliche folgen Videobloggern und Co – AK gibt Tipps

Wien (OTS) - Die AK Studie zu Influencer-Marketing zeigt: Auf den Plattformen Instagram, Snapchat, YouTube und Co ist Werbung häufig nicht oder zu undeutlich gekennzeichnet – sie müsste aber auf einen Blick erkennbar sein. Sie tappen hier in eine Falle. Die AK verlangt mehr Schutz und Aufklärung. Die Plattformanbieter müssen in die Pflicht genommen werden.

„Influencer müssen Werbung klar kennzeichnen und dürfen die Unerfahrenheit von Kindern nicht ausnutzen“, sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Bei Instagram, YouTube und Snapchat gibt es aber Missstände bei der Einhaltung dieser gesetzlichen Pflichten.“ Und: Nicht alle Plattform-Anbieter unterstützen technisch die Kennzeichnung. Sie müssen in die Pflicht genommen werden, verlangt die AK. „Sie müssen Anleitungen und technische Lösungen für die Werbekennzeichnung anbieten.“ 2016 empfahl eine Studie der EU-Kommission, die Werbepraktiken der Onlineindustrie koordiniert zu untersuchen. Zeitgemäß wäre eine Koordinationsstelle – idealerweise auf EU-Ebene – zur systematischen Bewertung von Onlinewerbung und Unterstützung von Influencern bei der Rechtsum- und Rechtsdurchsetzung. Auch die werbenden Unternehmen sollen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die Kennzeichnung mit ihren Werbepartnern vertraglich regeln. „Da muss sich rasch was tun“, plädiert Zimmer.

„Kennzeichnungsmängel sind oft auch auf fehlendes Wissen oder Nachlässigkeit der Influencer zurückzuführen“, weiß Zimmer. Die Bezirksverwaltungsbehörden können Verwaltungstrafen verhängen, wenn die Kennzeichnungspflicht nach dem Medien- oder E-Commerce-Gesetz verletzt wird, die Medienbehörde KommAustria bei Verstößen gegen das audiovisuelle Mediendienstegesetz (Behördeninfos für angehende YouTuber unter https://www.rtr.at).

Ihr Kind fährt auf YouTube Stars, Blogger, …ab – Tipps für Eltern:
Kindern im Alter von sieben bis elf Jahren fällt es schwer, Werbung zu erkennen, vor allem, wenn sie spielerisch gestaltet ist. Sie brauchen klare Hinweise.

+ Über Werbung reden: Onlinewerbung verleitet oft direkt zu Käufen – mit einem Klick öffnet sich auch der Onlineshop (etwa mit Influencer-Fanartikel). Schauen Sie sich mit Ihrem Kind gemeinsam die Internetseiten an und achten Sie auf Produktplatzierungen. Ihr Kind sollte dazu eine gewisse Distanz aufbauen.

+ Skeptische Haltung zu Werbung schaffen: Werbung erkennen und eine kritische Haltung dazu entwickeln sind zwei Paar Schuhe – das sollten Sie mit Ihrem Kind besprechen. Denn Werbung wirkt auf Jugendliche:
Die frühe Markenbindung ist die Basis für späteres Kaufverhalten. Materialistische Orientierung, klischeehaftes Rollenverständnis und eine Verletzung der Privatsphäre nehmen schon früh ihren Lauf.

SERVICE: Die AK Studie „Kinder im Visier von Influencer-Marketing“ unter wien.arbeiterkammer.at

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