Wegen unregelmäßiger Zahlungen gekündigt: AK erkämpfte 4000 Euro für einen Hilfsarbeiter

Linz (OTS) - Ein halbes Jahr lang ließ es sich ein Linzer Hilfsarbeiter gefallen, dass ihm sein Chef zu wenig bezahlte – dann aber reichte es ihm und er kündigte. Die AK erkämpfte für ihn vor Gericht eine Nachzahlung in Höhe von 4000 Euro. „Es ist leider keine Seltenheit, dass Unternehmer ihren Beschäftigten monatelang systematisch Geld vorenthalten, weil ihnen ohnehin nicht mehr passieren kann als eine Nachzahlung der offenen Ansprüche“, berichtet AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert daher, dass Lohnvorenthaltung ein Straftatbestand werden soll.

 

Ein Linzer Unternehmer aus dem eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe ließ es auf eine Klage durch die AK ankommen, ehe er vom Gericht gezwungen wurde, seinem früheren Mitarbeiter den offenen Lohn sowie eine Entgeltfortzahlung wegen eines Krankenstandes und unbezahltes Weihnachts- und Urlaubsgeld nachzuzahlen. Der Mann hatte ein halbes Jahr lang als Elektrik-Helfer bei der Firma gearbeitet. Von Anfang an hatte er keine Lohnabrechnungen erhalten. Und auch der ihm zustehende Lohn wurde ihm nicht vollständig ausgezahlt. Nach sechs Monaten riss dem Arbeiter der Geduldsfaden – er kündigte.

 

Die AK Linz forderte beim Unternehmer die offenen Ansprüche ein. Erst nach der zweiten Intervention schickte dieser die Lohnabrechnungen und überwies die Lohndifferenzen für die ersten fünf Monate. Den Rest blieb er dem Hilfsarbeiter nach wie vor schuldig. Da der Arbeitgeber danach eine weitere schriftliche Zahlungsaufforderung der AK einfach ignorierte, klagte die Arbeiterkammer die übrigen Ansprüche beim Arbeits- und Sozialgericht ein. Der dort erteilte Zahlungsbefehl wurde rechtskräftig. Erst dann überwies der Arbeitgeber dem Mann das restliche Geld. In Summe bekam dieser etwas mehr als 4000 Euro nachbezahlt.

 

„Das ist nur einer von vielen Fällen, in denen Beschäftigte monatelang gar nichts oder zu wenig bezahlt bekommen“, beklagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „All jenen, die zu uns kommen und unsere Beratung und Vertretung in Anspruch nehmen, können wir helfen, zu ihrem Geld zu kommen. Viele trauen sich das aber erst, wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist“, erklärt der AK-Präsident und ergänzt: „Das einzige, was wirklich gegen systematischen Lohnraub hilft, sind saftige Strafen. Wir fordern daher, dass Lohnvorenthaltung zum Straftatbestand wird. Nur dann schrecken die Unternehmer davor zurück, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Geld schuldig zu bleiben.“

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