Kleinwasserkraft Österreich hält den Gewässerschutz hoch!

Kleinwasserkraft macht ihre Hausaufgaben, politische Rahmenbedingungen und andere Gewässernutzer müssen endlich nachziehen!

In Österreich ist die Kleinwasserkraft aufgrund des hohen ökologischen Standards mit dem „Guten“ und „Sehr Guten“ Zustand der Gewässer ohne Weiteres vereinbar!
Christoph Wagner, Präsident Kleinwasserkraft Österreich
Dies zeigt sich auch darin, dass aktuell etwa in Oberösterreich, Gewässer unter Naturschutz gestellt werden sollen, in denen seit Jahrzehnten mehrere Kleinwasserkraftwerke wertvollen Ökostrom erzeugen.
Christoph Wagner, Präsident Kleinwasserkraft Österreich

Wien (OTS) - Kleinwasserkraft Österreich bekennt sich zu einer ökologischen Nutzung der Gewässer und zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. In den vergangenen Jahren haben die BetreiberInnen von Kleinwasserkraftwerken enorme Anstrengungen unternommen um Verbesserungen in den Gewässern zu erreichen. Die Erfolge geben ihnen Recht und so wurde Österreich im Rahmen der EU-Wasserkonferenz im September dieses Jahres auch als Vorzeigebeispiel im Hinblick auf die Verbesserung der hydromorphologischen Bedingungen präsentiert.
Angesichts der in diesem Sommer bereits eindrücklich sichtbaren Effekte der Klimakrise, darf bei einer allfälligen Überarbeitung der Wasserrahmenrichtlinie auch die ökologische Stromproduktion durch Wasserkraft nicht außer Acht gelassen werden. Widersprüchlichkeiten zwischen der Erneuerbaren Richtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie müssen im Sinne einer CO2-neutralen, dezentralen, ökologischen Stromproduktion aufgelöst werden.

Gerade Österreich kann hier als Role-Model dienen. „In Österreich ist die Kleinwasserkraft aufgrund des hohen ökologischen Standards mit dem „Guten“ und „Sehr Guten“ Zustand der Gewässer ohne Weiteres vereinbar!“ hält Präsident Christoph Wagner fest. „Dies zeigt sich auch darin, dass aktuell etwa in Oberösterreich, Gewässer unter Naturschutz gestellt werden sollen, in denen seit Jahrzehnten mehrere Kleinwasserkraftwerke wertvollen Ökostrom erzeugen.“ Wichtig seien daher vor allem größere Flexibilitäten in der Umsetzung der WRRL. „Wenn um Hunderttausende Euros Maßnahmen ergriffen werden, für einzelne Individuen die nicht oder kaum vorkommen, dann bringt das keine Verbesserung für den Gewässerzustand im Allgemeinen. Es belastet einzig die Wirtschaftlichkeit der Wasserkraft und reduziert die Produktion von hochwertigem, nachhaltigem, erneuerbarem Strom!“ Wichtiger sei es daher, das große Bild ins Auge zu fassen und jene Maßnahmen zu ergreifen, die den größten Nutzen für die weitere Verbesserung der Gewässer haben. „Wir brauchen mehr Flexibilität in den unzähligen auf der WRRL basierenden Gesetze, Richtlinien und Verordnungen um eine zügige und kosteneffiziente Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zu ermöglichen!“ fordert auch Kleinwasserkraft Österreich Geschäftsführer Dr. Paul Ablinger, verabsäume man dies, werde das wichtige Rückgrat der Erneuerbaren Stromversorgung stark beschädigt, ohne große positive ökologische Effekte zu erzielen. „Die ökologische Stromversorgung von rund 50 % der heimischen Haushalte sollte nicht gefährdet werden!“ Kleinwasserkraft Österreich freut sich daher über die Aussage von Franz Fischler der heute klarstellte, dass die Neuerrichtung von Kraftwerken weiterhin möglich sein muss.

Für weitere Ökologisierung und Verbesserung der Gewässer brauche es Anreize. „Zur Verbesserung der Qualität der österreichischen Flüsse müssen alle Gewässernutzer einbezogen werden“ fordert Wagner und ergänzt: „Die Kleinwasserkraft macht jedenfalls ihre Hausaufgaben. Restwasserabgaben, Fischwanderhilfen und Strukturmaßnahmen gehören zum Standard, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen muss aber mehr in den Vordergrund gerückt werden.“ Eine Vielzahl der Belastungen stammt nicht aus der Wasserkraftnutzung. Dies betrifft etwa Regulierungsbauwerke für zum Schutz von Siedlungen und Verkehrswegen, die Landwirtschaft und die Fischerei. Aber auch Einträge zum Beispiel von Medikamenten, Plastik, Pestizide, etc. sind nicht zu unterschätzen.
Das von manchen gezeichnete Bild, dass einzig die Nutzung der Wasserkraft für den verbesserungswürdigen Zustand der heimischen Fließgewässer verantwortlich sei, ist haltlos. Ganz im Gegenteil sorgen neue Wasserkraftwerke gerade an bestehenden Querbauwerken – welche ohnehin aus vielfältigen Gründen erhalten werden müssen – für Verbesserungen im Bereich der Ökologie. Es wird für die Passierbarkeit für alle Lebewesen und teilweise zur Schaffung von zusätzlichen Lebensräumen gesorgt. Vor allem aber werden vielfältige ökologische Strukturmaßnahmen gesetzt, die zu einer deutlichen Verbesserung des Lebensraumes im Gewässer führen. Diesen wird wieder etwas vom verloren gegangenen Charakter zurückgegeben indem viele bereits verloren geglaubte Habitate wieder erschlossen, oder durch die Strukturmaßnahmen neu geschaffen werden.

Kleinwasserkraft Österreich betont dabei auch die Bedeutung der Kleinwasserkraft für die dezentrale, nachhaltige und ökologische Stromversorgung Österreichs: „Jedes neue Wasserkraftwerk an einem der rund 30.000 aktuell ungenutzten Querbauwerke, führt zu einer ökologischen Verbesserung“, hält Kleinwasserkraft Österreich Geschäftsführer Paul Ablinger fest. Mit den aktuellen Standards die in Österreich gelten ist daher ein weiterer Ausbau jedenfalls möglich und sinnvoll. Der Ausbau der Kleinwasserkraft ist insbesondere im Hinblick auf vorhandene Strukturen und der dezentralen Versorgung, sowie mit seiner guten Verfügbarkeit und Prognosefähigkeit ein bedeutender Faktor in der Energiewende und für das Ziel 100% Erneuerbarer Strom bis 2030 unabdingbar.

Über Kleinwasserkraft Österreich

Kleinwasserkraft Österreich vertritt die Interessen der Kleinwasserkraftwerksbranche (Kleinwasserkraftbetreiber, Planer und Zulieferindustrie), ist als gemeinnütziger Verein nach dem Vereinsgesetz organisiert und finanziert sich aus den Beiträgen von rund 1.100 Mitgliedern. Wasserkraft ist aktiver Klimaschutz und das Rückgrat der erneuerbaren Stromerzeugung in Österreich.
Derzeit speisen annähernd 4.000 Kleinwasserkraftwerke ca. 6 Terrawattstunden CO2-freien Ökostrom in das öffentliche Versorgungsnetz ein. Sie decken damit mehr als 10 Prozent des österreichischen Strombedarfs und versorgen rund 1,7 Mio. Haushalte (mehr als 50 Prozent der Haushalte in Österreich) mit elektrischer Energie. Bis 2030 kann die Produktion unter entsprechenden Rahmenbedingungen um ca. 3 Terrawattstunden gesteigert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Kleinwasserkraft Österreich
Dr. Paul Ablinger
Geschäftsführer
0664/88253348
p.ablinger@kleinwasserkraft.at
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