UEAPME-Rabmer-Koller: Geschäftstätigkeit der europäischen KMU auf höchstem Stand seit 2007

Unsicherheiten wie Fachkräftemangel, Brexit und Handelskonflikte trüben Wirtschaftsaussichten – Anreize für Digitalisierung von KMU gefordert

Wien (OTS) - Im Vorfeld des Tripartiten Sozialgipfels und des Europäischen Rates kommende Woche präsentiert Ulrike Rabmer-Koller, Präsidentin des europäischen KMU- und Handwerksverbands UEAPME und Vizepräsidentin der WKÖ, heute die Ergebnisse des aktuellen KMU-Barometers. „Die Wirtschaftsentwicklung hat sich gemäß dem KMU-Barometer von UEAPME auf hohem Niveau stabilisiert. Die europäischen Unternehmen sehen sogar eine leichte Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit im Vergleich zum letzten Semester. Der KMU-Barometer ist im Vergleich zum letzten Semester um 0,1 Punkte gestiegen und ist damit so hoch wie seit 2007 nicht mehr“, so Rabmer-Koller.

Jedoch räumt die UEAPME-Präsidentin ein: „Aufgrund des Brexit herrscht eine gewisse Unsicherheit - vor allem in jenen Ländern, die enge wirtschaftliche Beziehungen mit Großbritannien haben.“ Rabmer-Koller forderte „klare Lösungen für unsere KMU in Bezug auf den Brexit, damit sich diese zeitgerecht auf alle Eventualitäten einstellen können.“ Über kurz oder lang negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der KMU wirkt sich der Fachkräftemangel aus, der viele Klein- und Mittelbetriebe daran hindert, die hohe Nachfrage bedienen zu können. Die UEAPME-Präsidentin forderte daher mehr Investitionen in die Qualifizierung, um den Fachkräftemangel endlich gezielt zu bekämpfen. Rund 85% der österreichischen Unternehmer spürten den Fachkräftemangel. Viele von ihnen müssten Aufträge ablehnen, weil sie nicht die geeigneten Arbeitskräfte finden.

Als Gründe für das neuerliche Rekordhoch des Wirtschaftsbarometers nennt Rabmer-Koller die Kombination aus einer sinkenden Arbeitslosenquote, steigenden Löhne und eines stetigen Wirtschaftswachstums. „Dadurch hat sich die Kaufkraft der europäischen Verbraucher verbessert, was wiederum die Binnennachfrage stützt, auf die sich die meisten KMU verlassen.“ Ein gewisser Dämpfer für das Vertrauen der KMU sind auch der schwache konjunkturelle Ausblick – plus hoher Verschuldung -  in Italien und Spanien. „Zudem führen politische Spannungen und neoprotektionistische Kampfansagen à la Donald Trump zu Einschränkungen im globalen Handel und damit zu Problemen auch für KMU“, so Rabmer-Koller. Neue Handelshemmnisse dürften nicht entstehen.

Die Detailauswertung des KMU-Barometer für Österreich zeigt, dass 60 Prozent der heimischen Unternehmen für die kommenden 12 Monate Digitalisierungsvorhaben planen. Hier herrscht insbesondere Handlungsbedarf bei kleinen Unternehmen: Während bei den großen Unternehmen nur 8 Prozent keine Digitalisierungsvorhaben erwägen, sind es bei kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten 48 Prozent. 85 Prozent der Unternehmen geben Innovationen als Hauptmotiv für geplante Digitalisierungsvorhaben an. 

„Auf diesen Befund kann es nur eine Antwort seitens der Politik geben: Investitionshürden müssen abgebaut werden und es muss gezielte Anreize für die Digitalisierung der KMU in Österreich geben. Ein Positivbeispiel ist hier das Förderprogramm KMU Digital.“ Obwohl sich die Einschätzung der Unternehmen zum Standort Österreich wesentlich verbessert hat, sehen die Betriebe auch hier weiteren Bedarf für Verbesserungen: „59 Prozent der österreichischen Unternehmen sehen eine Senkung von Steuern und Abgaben als wichtigstes Handlungsfeld, ebenfalls 59 Prozent sehen einen stärkeren Bürokratieabbau als prioritär. Weiters geben 58 Prozent der befragten Unternehmen eine Fachkräfteoffensive als wichtigstes Handlungsfeld an, um Unternehmen bei der Deckung ihres individuellen Fachkräftebedarfs zu unterstützen und um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern“, so Rabmer-Koller abschließend. (PWK682/FA/SR)

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