Holzinger: Gesetze einhalten? FP-Kohlbauer: „Jetzt schlägt´s aber wirklich dreizehn“

Bei ihrem Krieg gegen Cannabis kennt die FPÖ kein Halten mehr und will den Rechtsstaat außer Kraft setzen.

Wien (OTS) - „Wollt ihr den Krieg gegen Cannabis?“ So oder so ähnlich dürfte die Frage des amtierenden Mariahilfer FPÖ-Bezirksobmannes LAbg. Leopold Kohlbauer gelautet haben, die er im Rahmen einer Parteiversammlung seinen Kameraden stellte. Und diese dürften sie in frenetischem Jubel bejaht haben, mutmaßt Liste-Pilz-Gesundheitssprecherin Daniela Holzinger. Anders wäre ihrer Ansicht nach der blindwütige Krieg der Freiheitlichen gegen Cannabis, die offizielle Arzneipflanze des Jahres 2018, nicht zu erklären: „Als mich die Aussendung des Abg. Kohlbauer heute erreichte, war ich gleichermaßen geschockt wie verwundert. So würde es für diesen Herren ‚dreizehn schlagen‘, wenn junge UnternehmerInnen unter Beachtung und Einhaltung sämtlicher Gesetze, Verkaufsautomaten errichten um den Menschen Zugang zu sogenannten CBD-Blüten zu ermöglichen“, so die Abgeordnete.


Hintergrund der Freiheitlichen Erregung war die Errichtung eines Verkaufsautomaten für CBD-haltige Cannabisblüten in der bekannten Wiener Einkaufsmeile-Mariahilferstraße. Cannabidiol oder abgekürzt CBD ist ein Bestandteil der Cannabis-Pflanze, der nicht berauschend ist, jedoch medizinisch erwiesen vielfältige positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben kann. In der Medizin wird CBD etwa gezielt zur Behandlung von Epilepsie, Schmerzen sowie Depressionen eingesetzt und kann auch bei Krebserkrankungen, Multipler Sklerose und Rheuma unterstützend wirken. Das für den Rausch verantwortliche THC hingegen, kommt in diesen Pflanzen, um die es hier geht, so gut wie nicht vor, wie Holzinger erklärt: „Liest man sich die Aussendung des FPÖ-Abgeordneten genauer durch, so erkennt man, dass sie trotz allem von einer bestechenden Ehrlichkeit getragen ist. So gibt Kohlbauer selbst zu, keine Ahnung von der Materie zu haben – nicht jedoch ohne im selben Absatz zu einem Rundumschlag gegen die Heilpflanze Cannabis auszuholen und Jugendliche mit Drogensüchtigen und Kriminellen gleichzusetzen, die sich wohl im inneren des völlig legalen Automaten versteckt halten dürften.“ 


Und Holzinger weiter: „Ich würde Herrn Kohlbauer ans Herz legen, sich nicht mit Dingen zu beschäftigen, von denen er laut eigenen Aussagen keine Ahnung hat, sondern vielmehr Lösungen zu entwickeln, um etwa den 340.000 alkoholkranken Menschen in Österreich zu helfen. Kleiner Nachsatz: Auch das wird nicht durch den Kampf gegen alkoholfreies Bier gelingen, Herr Kohlbauer.“

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