Gatterjagd: 8 Bundesländer haben Verbote, nur Salzburg erlaubt Ballern im Bordell

VGT präsentiert in Sbg. Altstadt sämtliche Gatterjagdverbote und Übergangsfristen der Bundesländer; Salzburg als das Letzte ohne Verbot trotz Versprechens von LR Schwaiger

Nur wer gegen das rationale Denken und die Logik immun ist, kann ernsthaft meinen, in Salzburg müsse als einzigem Bundesland die Gatterjagd bestehen bleiben
DDr. Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) - „Ich darf nicht mehr ballern im Bordell“ lauten die Sprechblasen von Alfons Mensdorff-Pouilly aus dem Burgenland und Josef Pröll aus Niederösterreich, wo die Gatterjagd bereits verboten wurde und Übergangsfristen bis 2023 bzw. 2029 laufen. Am Hochstand frohlockt dagegen Maximilian Mayr-Melnhof mit seinem „Ich darf weiterhin ballern im Bordell“ und dem Salzburger Landeswappen mit einem schreienden Wildschwein. So präsentiert sich jetzt gerade die VGT-Aktion am Alten Markt in Salzburg. Ob Mayr-Melnhof allerdings auch weiterhin, wie das Landesverwaltungsgericht Salzburg festgestellt hat, Tierschützern, die friedlich auf öffentlichem Grund filmen, mit Gewalt die Kamera wegnehmen, sie dabei verletzen, dann vor Gericht die Unwahrheit sagen und ein Beweismittel fingieren darf, steht noch in den Sternen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, trotz des klaren Urteils. In Salzburg gehen eben die Uhren anders. Da stehen die Oligarchen offenbar über dem Gesetz.

In Vorarlberg und Tirol hat es nie Jagdgatter gegeben, da waren die Bauern und Bäuerinnen frei, da gab es keinen adeligen Großgrundbesitz. In Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich sind die Jagdgatter längst Geschichte. In Wien, dem Burgenland und Niederösterreich wurde die Gatterjagd zwar verboten, aber es laufen die Übergangsfristen. Nur in Salzburg feiert man fröhliche Urständ‘, da konnte man sich trotz Versprechens bisher nicht zu einem Verbot durchringen. Dabei liegt das letzte aktive Jagdgatter dort, jenes von Mayr-Melnhof, mitten in einem Natura 2000 Schutzgebiet, für das nach EU-Vorschriften bis 2006 längst eine Verordnung hätte erlassen werden müssen, die das Jagdgatter geschlossen hätte. In Fachgutachten der Landesregierung wird diese Schließung prioritär gefordert. Und dennoch fallen gewisse Politiker und Politikerinnen, die offensichtlich von einem gesunden und natürlichen Wald keine Ahnung haben, auf die Behauptung herein, die Gatterjagd sei mit einem Naturschutzgebiet kompatibel. Eine Lächerlichkeit, die selbst Schulkinder durchschauen. Wenn der Zaun angeblich stehen bleiben muss, weil sonst die Wildschweine außen solchen Schaden anrichten, dann werden sie diesen Schaden wohl momentan innen anrichten, nach Adam Riese. Doch man schafft die Quadratur des Kreises: der Zaun schütze die Natur außen vor den Schweinen, aber im Wald drinnen hätten die Schweine praktisch keine Auswirkung. Logisch, allerdings nur für Bewohner_innen aus Schilda – oder für Politiker_innen, denen Freundlerwirtschaft vor Vernunft und Allgemeinwohl geht.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch: „In Sachen Gatterjagd völlig unbedarfte Personen fallen auf die Behauptung herein, dass das Jagdgatter Mayr-Melnhof so groß wäre. Im österreichischen Vergleich ist es das nicht, zahlreiche viel größere Gatter wurden bereits verboten. Und in keinem Jagdgatter Österreichs herrscht eine so große Wilddichte wie bei Mayr-Melnhof. Im ORF wurde von 500 Fußballfeldern gesprochen, die das Jagdgatter groß sei. Das macht fast 2 Wildschweine pro Fußballfeld, ganz abgesehen von den Damhirschen – eine faire und waidmännische Jagd, 2 Wildschweine auf einem Fußballfeld im Kreis zu hetzen? Abgesehen davon sollte man sich so ein Fußballfeld einmal anschauen, nachdem dort 2 Schweine jahrelang gewohnt haben. Es wird völlig umgeackert sein. Und genau so sieht das Jagdgatter Mayr-Melnhof aus. Nur wer gegen das rationale Denken und die Logik immun ist, kann ernsthaft meinen, in Salzburg müsse als einzigem Bundesland die Gatterjagd bestehen bleiben. Die Bevölkerung ist jedenfalls nicht so einfältig – trotz aller medialer Propaganda – und fordert mehrheitlich ein Ende dieser anachronistischen Praxis!“

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