Internationale Konferenz "Bekämpft, befreit, bevormundet: Die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung der Frau"

Wien (OTS) - Die Geschichte der Sexualität der Frauen und der menschlichen Reproduktion ist eine Geschichte männlicher Deutungshoheit über den weiblichen Körper. Immer noch fehlen Frauen zentrale Rechte über den eigenen Körper. Die Frauenbewegung in Österreich hat viel erreicht, Schwangerschaftsabbruch ist seit 1975 straffrei, Vergewaltigung in der Ehe seit 2004 gesetzlich verboten, die "Pille danach“ seit 2009 ohne Rezept erhältlich, viele Forderungen wurden erfüllt. Dennoch bieten die weibliche Sexualität und der Aspekt der Reproduktion sowie sexuelle Aufklärung und Bildung immer wieder eine Kampfzone für Ideologien, Religionen, Kulturen und gesellschaftliche Strömungen.

„Selbstbestimmte weibliche Sexualität und Lebensentwürfe werden heute erneut von konservativen Kräften bedroht und in Frage gestellt. Diesen rückwärts gewandten Entwicklungen durch die Frauen unterdrückt und in ihren Rechten beschnitten werden, tritt Wien entschieden entgegen“, lädt Frauenstadträtin Kathrin Gaal zur Fachkonferenz am 10.10.2018 ins Wiener Rathaus.

Sexualität und Reproduktivität zwischen Fortschritt und Rückschritt

Die interdisziplinäre Konferenz des Wiener Programms für Frauengesundheit rückt gesellschaftlich umkämpfte Themen in den Mittelpunkt: Die feministische Soziologin Lisbeth N. Trallori befasst sich mit der Kontrolle des weiblichen Körpers aus historischer und gegenwärtiger Sicht. Public Health-Expertin Sheela Saravanan gewährt Einblick in das Geschäft der Leihmutterschaft und seine Auswirkungen auf die betroffenen Frauen in Indien.
Selbstbestimmte Sexualität von Frauen mit Behinderung thematisiert ein Podiumsgespräch mit der klinischen Sexologin Monika Noisternig, mit Sexualpädagogin Lisa Wolfes-Danner vom Verein Sena und mit Elisabeth Udl von der Beratungsstelle Ninlil. Wie moderne Sexualaufklärung flächendeckend funktionieren kann, zeigen die Niederlande: Marianne Cense von der Organisation Rutgers stellt das holländische Sexualpädagogik-Modell vor.

Die beiden Sessions am Nachmittag sind der reproduktiven Selbstbestimmung und dem Thema Sexuelle Bildung gewidmet:
Gynäkologin Barbara Maier beleuchtet Chancen und Gefahren der Reproduktionsmedizin. Der Gynäkologe Christian Fiala informiert über die anhaltenden Restriktionen für Frauen und Mädchen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen. Hebamme Lisa Rakos greift das aktuelle Thema „Selbstbestimmung im Kreißsaal“ auf, Juristin Doris Einwallner trägt vor über Kinderwunsch bei lesbischen Paaren.

Welche Fragen Jugendliche zu Sexualität und Körper beschäftigen, berichten Elke Prochazka von Rat auf Draht sowie Bianca Burger vom Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. Gesundheitswissenschafterin Kerstin Pirker klärt über Mythen und Fakten rund um die Klitoris auf und eine Podiumsrunde bringt Fachleute aus der Sexualpädagogik zur Situation der sexuellen Bildung in Österreich ins Gespräch.

„Wir wünschen uns, dass alle Mädchen und Frauen in Wien einen positiven, lustvollen Zugang zu ihrer Sexualität haben können, ihren Körper lieben dürfen und selbstbestimmt darüber entscheiden können, ob und wie sie Kinder bekommen“, sagt Kristina Hametner, Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit und Veranstalterin der Konferenz.

Wiener Programm für Frauengesundheit
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