Vision, Mission und Führungskräfteentwicklung

Wien (OTS) - Der 4. Hernstein Report 2018 beschäftigt sich mit Vision und Mission in Unternehmen sowie der Führungskräfteentwicklung. 70% der Führungskräfte meinen, das eigene Unternehmen verfüge über eine Unternehmensvision – also ein Bild, wo es langfristig stehen möchte. 73% sagen, dass eine Unternehmensmission – ein ausformuliertes Statement, wozu es das Unternehmen gibt – existiert. 71% der Befragten gaben an, dass die Unternehmensvision in ihrem Unternehmen ausreichend kommuniziert wird. Geht es um die Kommunikation der Mission, sind es mit 59% deutlich weniger. Führungskräfte der oberen Managementebenen schätzen Nutzen und Umsetzung von Vision und Mission deutlich höher ein (zwischen 68% und 81%) als jene der unteren Managementebenen (zwischen 48% und 67%). Wenn es um die Weiterbildung geht, ergab die Studie, dass Führungskräfte im Durchschnitt 8 Tage pro Jahr dafür investieren. Während das untere Management zuletzt vor allem fachliche Fortbildung nutzte, standen bei der obersten Führungsebene Management-Themen im Vordergrund.

„Damit Vision und Mission bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens im ersten Schritt ankommen und im zweiten dann wirklich gelebt werden, braucht es Führungsarbeit. Für jeden einzelnen soll klar sein, wie sie oder er einen Beitrag zum Gelingen leisten können. Eine ‚Guideline‘ für das tägliche Tun stellen die Vision und Mission dar. 58% der befragten Führungskräfte sagen, dass das Mission Statement für sie motivierend wirkt. Für Führungskräfte kann dies ein Ansatzpunkt sein. Das Verankern der Mission im Kopf der Mitarbeitenden kann einen positiven Effekt auf die Motivation ausüben.“, erläutert Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership. Zur Fort- und Weiterbildung fügt sie hinzu: „Bei der Führungskräfteentwicklung ist es die Kunst eine sinnvolle Entscheidung zum Format und dem Rahmen zu treffen. Für viele ist beispielsweise der Austausch und das Vernetzen ein Benefit, dementsprechend setzt das Top-Management gerne auf externe Angebote. Ein neutraler Boden unterstützt zudem eine größtmögliche Offenheit beim Lernen. Firmeninterne Trainings wiederum ermöglichen die Entwicklung sehr spezifischer Themen, wie beispielsweise der Führungskultur.“

Mission possible? Wie Führungskräfte Vision und Mission in ihrem Unternehmen erleben

Eine gute Unternehmensvision wird von Werten getragen, die Mitarbeitende begeistern, ihnen aber auch Orientierung und Sinn bieten. 70% der befragten Führungskräfte gaben an, dass ihr Unternehmen eine Unternehmensvision – also ein Bild, wo das Unternehmen langfristig stehen möchte – habe. Wie erleben Führungskräfte die Umsetzung der Vision in ihren Unternehmen? Spricht man darüber? Lebt man sie? 71% der Befragten meinen, dass die Unternehmensvision in ihrem Unternehmen ausreichend kommuniziert wird. 68% der Führungskräfte sagen, dass ihnen die Unternehmensvision eine gute Orientierung für die eigene Führungsarbeit gibt. 62% meinen, dass die Vision in ihrem Unternehmen konsequent umgesetzt wird.

Im Hinblick auf die Unternehmensmission – also dem ausformulierten Statement, wozu es das Unternehmen gibt – sagen 73%, dass es dieses gibt. 61% meinen, dass die Unternehmensmission treffend beschreibt, was sie im Unternehmen tun. Geht es um die Kommunikation der Unternehmensmission, sind es mit 59% schon deutlich weniger im Vergleich zur Vision. Und wie steht es mit der Umsetzung? Führungskräfte der oberen Managementebenen schätzen Nutzen und Umsetzung von Vision und Mission deutlich höher ein (zwischen 68% und 81%) als jene der unteren Managementebenen (zwischen 48% und 67%).

Fit für die Zukunft? Wie sich Führungskräfte weiterbilden

Der Hernstein Management Report zeigt auf, dass sich Führungskräfte im Durchschnitt pro Jahr 4 Tage intern und 4 Tage extern – also in Summe 8 Tage pro Jahr – weiterbilden. Die Inhalte Leadership, Management und andere fachliche Themen (bspw. IT, Datenschutz oder Sprachen) waren annähernd gleich verteilt. Während das untere Management zuletzt vor allem fachliche Fortbildung nutzte, standen bei der obersten Führungsebene Management-Themen im Vordergrund. Führungskräfte scheinen insgesamt mit den zuletzt besuchten Trainings sowohl inhaltlich als auch formal sehr zufrieden zu sein. 71% der Führungskräfte haben für die kommenden 12 Monate noch keine konkreten Fortbildungen geplant. 35% der befragten Führungskräfte geben an, in den letzten 12 Monaten weder ein externes noch ein internes Seminar besucht zu haben. Die Erwartungen der Führungskräfte an die nächste Fortbildung sind hoch: 90% sind zuversichtlich, dass sie neue Inhalte lernen werden, 85% sind überzeugt, diese Inhalte auch direkt anwenden zu können. Alles in allem sind 84% der Meinung, dass das Seminar Geld und Zeit wert sein wird.

Simsalabim! Was wäre das ideale Fort- und Weiterbildungsangebot?

Der Hernstein Management Report hat Führungskräften nach ihrem Wunschtraining befragt. Es zeigen sich dabei eindeutig 3 Präferenzen: Die Mehrheit (42%) der Befragten wünschen sich Angebote zum Thema „Führung von Menschen“. Als Titel wurden genannt: „Führen als Service am Mitarbeiter“, „Mitarbeiterführung mit Erfolgsgarantie“, „Low Performer motivieren“ oder „Upgrade/Update Führung“. 26% der Führungskräfte fokussieren auf Fachthemen und fachbezogene Fortbildungen. 18% wollen eine Weiterbildung im Bereich Stressmanagement, Work-Life-Balance, Zeitmanagement oder persönliche Arbeitstechniken rund um Priorisierung und Effizienzsteigerung. Hier wurden als Titel genannt: „Freizeit trotz Home-Office erleben“, „Gelassenheit für Führungskräfte“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“. Weiterer Nennungen zielen auf die eigene Haltung, Einstellung und Selbstverantwortung ab. Es geht dabei um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit im Rahmen einer schnelleren und verwobenen Arbeitswelt.

Coaching: Gut, aber selten?

Über 80% der Führungskräfte sprechen davon, vom Coaching profitiert zu haben und würden es anderen Führungskräften weiterempfehlen. Es gibt so gut wie keine negativen Erfahrungen damit. Erstaunlich: Lediglich 14% der befragten Führungskräfte haben Coaching in den letzten 12 Monaten tatsächlich genutzt. Führungskräfte im oberen und Top-Management nutzen mit 23% Coaching deutlich mehr als jene im unteren Management (10%). Coaching wird also wenig, aber mit hoher Effizienz genutzt.

Return on Investment: Hat sich die Fortbildung ausgezahlt?

Wenn man etwas investiert, sollte unterm Strich auch etwas dabei herausschauen. Entsprechend stellt sich die Frage: Hat sich die Weiterbildung ausgezahlt? Es zeigt sich, dass die zuletzt konsumierten Seminar- und Trainingsprogramme allgemein als sehr professionell erlebt wurden (87%). Auch das Lernpotenzial wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit 81% sehr hoch bewertet. Bei der direkten Anwendbarkeit im Alltag gibt es mit 70% Zustimmung einen leichten Rückgang in der Bewertungskurve. Welches Training oder Weiterbildungsangebot war rückblickend das wertvollste, das Führungskräfte je besucht haben? Rund 15% empfinden langfristige Programme und Learning-by-Doing rückblickend als besonders wertvoll. Rund 20% schätzen vor allem den Kontakt und Austausch mit anderen Teilnehmenden. Die meisten Nennungen beziehen sich nicht auf einen formalen, sondern auf einen inhaltlichen Aspekt: Weiterbildungen im Bereich Führung waren für rund 40% der Führungskräfte rückblickend besonders wertvoll.

Über die Studie

Der Hernstein Management Report erhebt seit 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich und Deutschland. 

Befragungszeitraum für die aktuelle Ausgabe: April 2018, befragte Personen: 1.516 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 510 in Österreich und 1.006 in Deutschland. Befragungsart: Online‐Befragung, durchgeführt von vieconsult GmbH.

Den vollständigen Report mit Infografiken finden Sie unter https://www.hernstein.at/hmr

Rückfragen & Kontakt:

Hernstein Institut für Management und Leadership,
Mag. Isabelle Maurer, MSc
t +43/1/51450‐5617, isabelle.maurer@hernstein.at

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