Kern im Gespräch mit ÖSTERREICH: "Wenn SPÖ nicht endlich Einigkeit schafft, wird sie nie Nummer 1"

Ex-SPÖ-Chef nach seinem Rückzug im Telefonat mit ÖSTERREICH-Herausgeber Fellner: "Ich bin jetzt glücklich. War nie einer, der 24 Stunden für die Politik lebt."

Wien (OTS) - In einem Telefongespräch mit ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner sprach Ex-Kanzler und Ex-SPÖ-Chef Christian Kern über seine wahren Motive für seinen endgültigen Rückzug. Kern: "Wenn die SPÖ nicht endlich Einigkeit schafft, wird sie nie Nummer eins. Das ist die Botschaft, die mein Rücktritt auch vermitteln soll."

Kern sprach auch noch einmal über seinen Plan einer "Allianz der Freunde Europas": "Glauben Sie, dass ich mich zufrieden gegeben hätte, mit 28% gegen 27% ÖVP zu gewinnen.? Mein Ziel wären 40% und mehr gewesen. Mit Neos und Grünen wäre das möglich gewesen."

Kern über das Nein der SPÖ-Granden zu seinem Plan: Die brauchen jetzt Ruhe vor dem Parteitag und nicht den nächsten Wirbel, ob man das mit Macron auf einer gemeinsamen Liste machen darf" Vor allem die SPÖ-Gewerkschaft hätte diesen Plan abgelehnt. Kern: "Natürlich hätte man das auch weniger radikal machen können. Bis nach dem Parteitag warten, keine gemeinsame Liste, nach der Wahl Koalitionen - aber irgendwie bin ich mir für diese Streitereien zu schade."

Leichte Bitterkeit schwingt mit, wenn er über seine Nachfolger spricht: "Rendi und Drozda werden über meine Entscheidung nicht unglücklich sein. Die sind jetzt von einer angeblichen Last befreit. Die müssen jetzt ihren eigenen Weg gehen."

Er sei jetzt jedenfalls erleichtert. Kern: "Herr Fellner, Ich bin jetzt wirklich glücklich. Ich war nie einer, der 24 Stunden für die Politik lebt, mir wird die Politik nicht abgehen, mit sind meine Frau und meine Familie wichtiger."

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