- 06.10.2018, 10:35:01
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Kaup-Hasler/Plasch eröffnen Wanda-Lanzer-Park in Wieden
Wien (OTS) - Rund 14.500 Erwachsene besuchen heute in Österreich die
Abendschule. Sie nutzen ihre zweite Chance, um einen
Bildungsabschluss nachzuholen. Dass es diese Möglichkeit überhaupt
gibt, ist das Verdienst von Wanda Lanzer (1896-1980), Bibliothekarin
sowie Gründerin der ersten Arbeitermittelschule, Vorläuferin des
heutigen Abendgymnasiums. Ihr zu Ehren wurde gestern, Freitag, die
Parkanlage in der Leibenfrostgasse, 1040 Wien, in Wanda-Lanzer-Park
umbenannt und von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und
Bezirksvorsteher Leo Plasch in Anwesenheit von Wanda Lanzers Tochter
Helena Lanzer-Sillén eröffnet.
„Wanda Lanzer war als Erfinderin des zweiten Bildungsweges eine
Pionierin, ihrer Zeit weit voraus. Menschen, unabhängig von Herkunft
und Geschlecht, den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen, war ein
revolutionärer Akt und änderte das Leben vieler. Ich freue mich daher
sehr, die Parkanlage nach dieser starken Frau zu benennen, die unser
Bildungssystem erweiterte und bis heute prägt“, betonte Wiens
Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
„Die Benennung öffentlicher Flächen ist immer ein symbolisch
wichtiger Akt. Wir freuen uns sehr, dass Helena Lanzer-Sillén, die
Tochter von Wanda Lanzer, an dem heutigen Festakt teilnimmt“, betonen
Bezirksvorsteher Leo Plasch und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Lea
Halbwidl im Rahmen der Neubenennung:
Zwt.: Wanda Lanzer – Europaweit Pionierin des zweiten Bildungswegs
Wanda Lanzer war in der Ersten Republik in der Bildungsarbeit der
Arbeiterkammer Wien tätig. Sie gehörte zu den Begründerinnen der
Arbeitermittelschule, dem Vorläufer des heutigen Abendgymnasiums.
Dieser damals völlig neue Bildungsweg, der aus dem heutigen
Weiterbildungsangebot nicht mehr wegzudenken ist, ist Wanda Lanzer zu
verdanken. Nach dem Bürgerkrieg 1934 verlor sie ihre Anstellung in
der Arbeiterkammer, 1939 musste sie als Sozialdemokratin und wegen
ihrer jüdischen Abstammung vor der Verfolgung durch das Nazi-Regime
nach Schweden flüchten. Nach ihrer Rückkehr nach Wien 1964 lebte und
arbeitete sie auf der Wieden und erwarb sich große Verdienste u. a.
durch den Aufbau der Sozialwissenschaftlichen Bibliothek der
Arbeiterkammer Wien.
Zwt.: Ergebnis der Historikerkommission
Die von der Stadt Wien 2011 eingesetzte Historikerkommission
untersuchte sämtliche personenbezogenen Straßennamen Wiens. Das
Ergebnis: An die 170 Straßennamen in Wien sind historisch belastet;
eine dieser Verkehrsflächen war der Wilhelm-Neusser-Park. In der
Bezirksvertretungssitzung vom 14. Dezember 2017 wurde daher ein
Antrag auf Umbenennung des Parks in Wanda-Lanzer-Park eingebracht.
Möglich wurde die Umbenennung, da keine Postadressen vorliegen.
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